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Kremann und Esser GmbH & Co. KG

Themen

Unternehmertum
Kierspe, 13.07.2026 Lesezeit: 2 Minuten

Präzision als strategische Ressource: Kremann und Esser im Defence-Ökosystem

Präzisionswerkzeugbau für leistungsfähige und belastbare Defence-Lieferketten

Autor: Markus Krüger

Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie benötigt weit mehr als die Hersteller sichtbarer Endprodukte. Hinter Fahrzeugen, Versorgungssystemen, technischen Ausrüstungen und komplexen Baugruppen steht eine industrielle Wertschöpfungskette aus spezialisierten Konstrukteuren, Werkzeugbauern, Automatisierern, Komponentenherstellern und Prüfdienstleistern.

Ein Unternehmen, das für diese industrielle Kompetenz steht, ist die Kremann und Esser GmbH & Co. KG aus Kierspe.

Als Mitglied im BVMW Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bringt das mittelständische Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung im hochpräzisen Werkzeug- und Formenbau ein. Kremann und Esser entwickelt und fertigt Blaswerkzeuge, Spritzgießwerkzeuge, Vorrichtungen und Handling-Systeme. Hinzu kommen optische Messtechnik, Reverse Engineering sowie Reparatur- und Wartungsleistungen.

Diese Kombination macht das Unternehmen zu einem interessanten Partner für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: nicht als klassischer Hersteller militärischer Endsysteme, sondern als leistungsfähiger Technologie- und Fertigungspartner innerhalb anspruchsvoller industrieller Lieferketten.

Ein Werkzeugbauspezialist aus dem Märkischen Kreis

Kremann und Esser ist seit mehreren Jahrzehnten im Werkzeug- und Formenbau tätig und hat sich insbesondere auf die Entwicklung und Fertigung hochwertiger Blaswerkzeuge spezialisiert. Das Unternehmen arbeitet für Kunden aus unterschiedlichen Industriezweigen, darunter die Automobil-, Verpackungs-, Chemie- und Konsumgüterindustrie sowie die Energie- und Umwelttechnik.

Der Unternehmensstandort befindet sich in Kierspe im Märkischen Kreis – einer Region, die traditionell durch metallverarbeitende Unternehmen, Werkzeugbau, Kunststofftechnik und spezialisierte industrielle Zulieferer geprägt ist.

Kremann und Esser versteht sich nicht allein als Hersteller einzelner Werkzeuge. Das Unternehmen positioniert sich als Systemlieferant und begleitet seine Kunden von der technischen Aufgabenstellung über Konstruktion und Fertigung bis zur Inbetriebnahme, Optimierung und späteren Instandhaltung.

Die Stärke liegt dabei in der engen Verzahnung der verschiedenen Fachbereiche. Konstruktion, CAD/CAM, Modellbau, Gießerei und Werkzeugbau werden innerhalb des Unternehmens miteinander verbunden. Kremann und Esser verfügt unter anderem über einen eigenen Modellbau und eine eigene Gießerei. Dort können Komponenten mit Gussgewichten von fünf bis 10.000 Kilogramm hergestellt werden. Gefertigt werden Werkzeuge aus Zink, unterschiedlichen Stahlsorten und geschmiedetem Aluminium.

Diese Fertigungstiefe reduziert Schnittstellen, erleichtert technische Anpassungen und ermöglicht kurze Abstimmungswege. Gerade bei anspruchsvollen Projekten, engen Zeitplänen oder kurzfristigen Änderungen kann dies ein entscheidender Vorteil sein.

Kernkompetenz Blaswerkzeuge

Eine der zentralen Kompetenzen von Kremann und Esser liegt im Bereich der Extrusionsblasformtechnik. Dieses Verfahren wird zur Herstellung von Hohlkörpern aus thermoplastischen Kunststoffen eingesetzt.

Das Anwendungsspektrum reicht von kleinen technischen Komponenten bis zu sehr großen Behältern. Nach Unternehmensangaben entwickelt Kremann und Esser Formen für Produkte mit einem Volumen von 50 Kubikzentimetern bis zu 10.000 Litern.

Zu den Produktbeispielen gehören unter anderem:

  • Kraftstofftanks,
  • Luftkanäle,
  • Einfüll- und Entlüftungsrohre,
  • Wasser-, Öl- und Ausgleichsbehälter,
  • Filtergehäuse,
  • Kanister und Fässer,
  • technische Container,
  • Transport- und Schutzbehälter,
  • Komponenten für Energie- und Wasserstoffanwendungen.

Kremann und Esser verfügt dabei über umfangreiche Erfahrungen mit dem Fließ- und Verarbeitungsverhalten thermoplastischer Kunststoffe. Die richtige Auslegung des Werkzeugs beeinflusst nicht nur die Qualität des späteren Bauteils, sondern auch den Materialverbrauch, die Zykluszeit und die Stabilität des Produktionsprozesses.

Genau diese Verbindung aus Produktverständnis, Werkstoffwissen und Fertigungskompetenz ist für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen von Bedeutung.

Spritzgießwerkzeuge für komplexe Kunststoffbauteile

Neben Blaswerkzeugen entwickelt und fertigt Kremann und Esser auch Spritzgießwerkzeuge. Das Leistungsspektrum umfasst Ein- und Mehrkomponentenwerkzeuge, Hybrid- und Tandemwerkzeuge sowie Montagevorrichtungen.

Spritzgegossene Bauteile finden sich heute in nahezu allen technischen Systemen. Dazu gehören Gehäuse, Halterungen, Abdeckungen, Bedienelemente, Steckverbindungen, Funktionsbauteile und Komponenten für Transport- oder Versorgungssysteme.

Für Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kann Kremann und Esser deshalb bereits in einer frühen Phase eines Projektes ein wertvoller Partner sein. Ausgehend von einer Produktidee, einer Zeichnung oder einem vorhandenen Bauteil können geeignete Werkzeugkonzepte entwickelt und in eine fertigungsgerechte Lösung überführt werden.

Der Mehrwert liegt nicht allein in der präzisen Bearbeitung von Metall. Entscheidend ist das Verständnis dafür, wie ein späteres Kunststoffprodukt stabil, reproduzierbar und wirtschaftlich hergestellt werden kann.

Warum Kremann und Esser ein guter Partner für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist

Die Bundesregierung zählt ausdrücklich auch Zulieferer und Produzenten innerhalb der Wertschöpfungskette zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Eine leistungsfähige Verteidigungsindustrie müsse dynamisch, skalierfähig, resilient, wettbewerbsfähig und adaptiv sein.

Kremann und Esser bringt mehrere Fähigkeiten mit, die genau auf diese Anforderungen einzahlen.

1. Kompetenz für die Industrialisierung neuer Produkte

Zwischen einem entwickelten Bauteil und seiner stabilen Produktion liegt ein entscheidender Schritt: die Industrialisierung.

Werkzeuge, Vorrichtungen, Kühlkonzepte, Materialauswahl, Prozessparameter und Prüfverfahren müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass ein Produkt wiederholbar in der geforderten Qualität hergestellt werden kann.

Kremann und Esser verbindet Konstruktion, Werkzeugbau, Vorrichtungsbau und Messtechnik. Dadurch kann das Unternehmen Kunden nicht nur mit einem einzelnen Werkzeug unterstützen, sondern bei der Entwicklung eines belastbaren Fertigungsprozesses.

Für die Defence-Industrie ist das besonders relevant, wenn neue Produkte schnell in die Produktion überführt oder bestehende Kapazitäten erweitert werden müssen.

2. Skalierbare Fertigungsprozesse

Steigende Bedarfe lassen sich nicht allein durch zusätzliche Maschinen oder mehr Personal bewältigen. Entscheidend ist, ob die zugrunde liegenden Werkzeuge und Prozesse für höhere Stückzahlen ausgelegt sind.

Ein präzise konstruiertes Werkzeug kann:

  • Zykluszeiten reduzieren,
  • Materialverbrauch begrenzen,
  • Ausschuss vermeiden,
  • Nacharbeit verringern,
  • eine gleichbleibende Bauteilqualität ermöglichen,
  • die Verfügbarkeit einer Produktionsanlage erhöhen.

Kremann und Esser kennt sowohl die Anforderungen an das Werkzeug als auch die Bedingungen des späteren Produktionsprozesses. Diese Fähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau skalierbarer Lieferketten.

3. Erfahrung mit funktionalen Kunststoffkomponenten

Kunststoffbauteile übernehmen in modernen technischen Systemen zahlreiche Funktionen. Sie reduzieren Gewicht, ermöglichen komplexe Geometrien und können – abhängig vom eingesetzten Werkstoff – korrosionsbeständig, chemikalienresistent und langlebig sein.

Denkbare Anwendungsfelder innerhalb der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie reichen von Luftführungen, Tanks und Flüssigkeitsbehältern über Filter- und Technikgehäuse bis zu Transportbehältern, Schutzabdeckungen und Komponenten mobiler Versorgungssysteme.

Auch Anwendungen für den Zivil- und Katastrophenschutz, mobile Infrastruktur, Energieversorgung oder logistische Systeme sind grundsätzlich denkbar.

Kremann und Esser kann hier sein Wissen aus unterschiedlichen zivilen Industrien in neue sicherheitsrelevante Anwendungen übertragen. Gerade diese branchenübergreifende Erfahrung kann zu neuen technischen Lösungen führen.

4. Vorrichtungsbau und Automatisierung

Kremann und Esser entwickelt neben Werkzeugen auch Blasdorn- und Spreizvorrichtungen sowie Handling-Systeme für automatisierte Produktionsumgebungen.

Die Lösungen werden auf definierte Taktzeiten, präzise Materialhandhabung, Robustheit und lange Standzeiten ausgelegt. Ziel ist es, die Produktivität und Betriebseffizienz der jeweiligen Produktionsanlage zu erhöhen.

Für Defence-Projekte ist diese Kompetenz besonders wertvoll. Eine stabile Produktion benötigt nicht nur ein gutes Werkzeug, sondern ebenso zuverlässige Vorrichtungen, eine sichere Bauteilhandhabung und abgestimmte Automatisierungslösungen.

Damit kann Kremann und Esser einen Beitrag zur gesamten Fertigungszelle leisten – von der Formgebung bis zur Handhabung des produzierten Bauteils.

5. Reverse Engineering und optische Messtechnik

Ein besonderes Kompetenzfeld ist die optische Messtechnik. Kremann und Esser scannt vorhandene Bauteile, führt geometrische Daten zurück und integriert diese in digitale Konstruktionen.

Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem:

  • präzises Scannen von Bauteilen,
  • digitale Konstruktion,
  • Qualitätskontrollen,
  • Erstmusterprüfberichte,
  • Prüfprotokolle,
  • Nachbau von Formen,
  • Reverse Engineering.

Gerade für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kann Reverse Engineering von großer Bedeutung sein. Viele Fahrzeuge, Anlagen und technische Systeme werden über Jahrzehnte genutzt. Während dieser Zeit können ursprüngliche Werkzeuge, Zeichnungen oder Lieferanten nicht mehr verfügbar sein.

Ein vorhandenes Bauteil kann dann als Ausgangspunkt für die Digitalisierung, Rekonstruktion oder Weiterentwicklung dienen. Voraussetzung sind selbstverständlich die entsprechenden technischen Freigaben und Nutzungsrechte.

Kremann und Esser kann mit seiner Mess- und Konstruktionskompetenz dazu beitragen, nicht mehr verfügbare Fertigungsgrundlagen wiederherzustellen oder bestehende Bauteile gezielt zu optimieren. Das stärkt die langfristige Lieferfähigkeit und unterstützt das Obsoleszenzmanagement.

6. Reparatur, Wartung und schnelle Reaktionsfähigkeit

Werkzeuge sind kritische Produktionsmittel. Ein beschädigtes Werkzeug kann eine komplette Fertigung unterbrechen.

Kremann und Esser übernimmt deshalb auch Änderungen, Reparaturen und Wartungsarbeiten. Dazu gehören beispielsweise Korrekturen nach Erstmusterprüfungen, Entgratung, die Überarbeitung von Führungen sowie die Erneuerung von Kernen, Schiebern, Formnestern und Angusseinsätzen.

Mit eigenen Servicefahrzeugen kann das Unternehmen Wartungen, Reparaturen und Änderungen auch direkt beim Kunden durchführen.

Für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist diese Servicefähigkeit ein wesentlicher Faktor. Lieferfähigkeit endet nicht mit der Auslieferung eines Werkzeuges. Sie umfasst auch dessen langfristige Verfügbarkeit, schnelle Reparaturen und die Möglichkeit, technische Änderungen kurzfristig umzusetzen.

7. Dokumentierte Qualität

Kremann und Esser verfügt über ein nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. Der zertifizierte Geltungsbereich umfasst die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Blaswerkzeugen und Blasvorrichtungen sowie die optische Messtechnik. Das aktuelle TÜV-SÜD-Zertifikat ist bis zum 27. Mai 2028 gültig.

Damit verfügt das Unternehmen über eine wichtige Grundlage für die Mitarbeit in qualitätskritischen industriellen Lieferketten.

Bei konkreten Defence-Projekten können abhängig vom Auftrag zusätzliche Anforderungen hinzukommen. Dazu gehören beispielsweise besondere Dokumentationspflichten, Rückverfolgbarkeit, Konfigurationsmanagement oder vertraglich vereinbarte NATO-Qualitätssicherungsanforderungen wie die AQAP. Die AQAP 2110 baut beispielsweise auf der ISO 9001 auf und ergänzt diese um NATO-spezifische Anforderungen.

Die vorhandene ISO-9001-Zertifizierung bietet dafür eine belastbare Ausgangsbasis.

Ein Partner für Systemhäuser und spezialisierte Zulieferer

Kremann und Esser kann auf unterschiedlichen Ebenen der Defence-Wertschöpfungskette tätig werden.

Als Partner kommen insbesondere infrage:

  • Hersteller von militärischen und behördlichen Fahrzeugen,
  • Produzenten mobiler Versorgungs- und Energiesysteme,
  • Anbieter logistischer Ausrüstung,
  • Hersteller von Behälter-, Tank- und Transportsystemen,
  • Produzenten technischer Kunststoffkomponenten,
  • Systemhäuser mit Bedarf an spezialisierten Werkzeugbaupartnern,
  • Unternehmen, die bestehende Produkte industrialisieren oder Produktionskapazitäten erweitern möchten.

Dabei muss der Einstieg nicht zwingend über ein großes militärisches Gesamtprojekt erfolgen. Häufig beginnt eine Zusammenarbeit mit einem Werkzeug, einer Vorrichtung, einer technischen Kunststoffkomponente oder einer konkreten Problemstellung innerhalb eines bestehenden Produktionsprozesses.

Gerade mittelständische Spezialisten können in solchen klar definierten Projekten ihre Stärken ausspielen: technische Nähe zum Kunden, kurze Entscheidungswege, hohe Flexibilität und die Bereitschaft, auch ungewöhnliche Aufgabenstellungen zu lösen.

Netzwerke schaffen Zugang zu neuen Wertschöpfungsketten

Mit der Mitgliedschaft im BVMW Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie macht Kremann und Esser seine Kompetenzen für Unternehmen der Branche sichtbar.

Das Netzwerk bringt etablierte Defence-Unternehmen, spezialisierte Zulieferer, potenzielle Neueinsteiger und technologische Partner zusammen. Ziel ist es, Wissen auszutauschen, Anforderungen besser zu verstehen und konkrete Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette zu ermöglichen.

Kremann und Esser ergänzt dieses Netzwerk um eine Kompetenz, ohne die viele industrielle Produkte nicht wirtschaftlich hergestellt werden können: die Entwicklung und Fertigung präziser Werkzeuge und stabiler Produktionslösungen.

Unser Fazit

Kremann und Esser steht für jene industrielle Substanz, die für eine leistungsfähige Sicherheits- und Verteidigungsindustrie unverzichtbar ist.

Das Unternehmen verbindet:

  • jahrzehntelange Werkzeugbauerfahrung,
  • hohe Fertigungstiefe,
  • Kompetenz in der Blasform- und Spritzgießtechnik,
  • Wissen über thermoplastische Kunststoffe,
  • Vorrichtungs- und Automatisierungskompetenz,
  • optische Messtechnik und Reverse Engineering,
  • Reparatur- und Servicefähigkeit,
  • ein zertifiziertes Qualitätsmanagement.

Damit ist Kremann und Esser ein überzeugender Partner für Unternehmen, die anspruchsvolle Kunststoffbauteile entwickeln, ihre Produktion industrialisieren, zusätzliche Kapazitäten schaffen oder die langfristige Verfügbarkeit bestehender Komponenten sichern möchten.

Wir freuen uns, mit der Kremann und Esser GmbH & Co. KG einen erfahrenen Werkzeug- und Formenbauspezialisten im BVMW Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie begrüßen zu dürfen.

Das Unternehmen zeigt beispielhaft, wie wichtig die Kompetenzen des industriellen Mittelstands für den Aufbau resilienter, skalierbarer und leistungsfähiger Defence-Wertschöpfungsketten sind.

Kremann & Esser GmbH & Co. KG

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58566 Kierspe

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