Eventreihe "Geschäftsführer unter sich"
Rückblick zum Unternehmertreffen in Schmalkalden
Wie werden mittelständische Unternehmen wirtschaftlich robuster, wenn Energiepreise, CO₂-Kosten und regulatorische Anforderungen zunehmen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines des 2. Unternehmerabends in Schmalkalden, der am 31. August 2026 bei der Pro Energie AG stattfand. Dabei waren bekannte und auch neue Gesichter aus der Region, um sich zu einem, wenn nicht sogar DEM relevantesten Thema aktuell zu unterhalten: Energiekosten.
Es ging dabei bewusst nicht um die eine Technologie und nicht um die Frage, wer am schnellsten „grün“ wird. Im Zentrum standen praktische unternehmerische Fragen: Wo entstehen künftig Kosten? Welche Investitionen sind sinnvoll? Welche Rolle spielen ESG, Batteriespeicher und flexible Lasten? Und welche Fördermöglichkeiten können Unternehmen nutzen?
ESG betrifft den Mittelstand früher, als viele denken
Daniel Strobel von der Strobel Unternehmensberatung, CSR-Manager (IHK), zeigte, warum Nachhaltigkeitsinformationen auch für Unternehmen relevant werden, die selbst nicht berichtspflichtig sind. Kunden, Lieferketten, Banken und Versicherungen fragen zunehmend nach belastbaren Informationen zu Risiken, Ressourcen und Prozessen.
Für mittelständische Unternehmen heißt das nicht, sofort einen großen Nachhaltigkeitsbericht aufzusetzen. Der erste Schritt ist oft viel einfacher: vorhandene Gebäude, Materialströme, Energieverbräuche und Prozesse genauer ansehen. Gerade dort liegen häufig wirtschaftliche Potenziale, die im Alltag übersehen werden.
Energie wird zur Frage von Planungssicherheit
Christian Endter von der Pro Energie AG richtete den Blick auf die Energieversorgung der kommenden Jahre. Fossile Energieträger bleiben ein Kostenfaktor, der sich durch CO₂-Bepreisung, Regulierung und volatile Märkte nur schwer kalkulieren lässt.
Damit werden die Energiekosten und die Energieeffizienz für Unternehmen zu mehr als einer Klimafrage. Sie betrifft Kostenstabilität, Lieferfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Photovoltaik kann dabei ein sinnvoller Baustein sein. Sie ist aber nicht die einzige Antwort. Unternehmen sollten ihre gesamte Energiesituation betrachten: Verbrauchsprofile, Lastspitzen, Speicher, Gebäude, Produktionsabläufe und Möglichkeiten der Steuerung. Auch beim eingekauften Ökostrom lohnt der genaue Blick auf das konkrete Produkt. Orientierung können beispielsweise Gütesiegel wie ok-power geben.
Flexible Lasten sind das Gold der Energiewende
Christian Endter, Pro-Energie AG
Flexible Lasten und Batteriespeicher schaffen Spielräume
„Flexible Lasten sind das Gold der Energiewende“, sagte Christian Endter. Gemeint ist damit: Unternehmen gewinnen Handlungsspielräume, wenn sie beeinflussen können, wann und wie viel Energie sie verbrauchen.
Das kann in der Praxis bedeuten, Lastspitzen zu glätten, energieintensive Prozesse anders zu takten oder Batteriespeicher gezielt einzusetzen. Speicher dienen nicht nur dazu, selbst erzeugten Solarstrom später zu nutzen. Abhängig vom Verbrauchsprofil können sie auch helfen, Eigenverbrauch zu erhöhen, Netzentgelte zu reduzieren und vorhandene Flexibilität wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Fördermittel zuerst prüfen, dann investieren
Für Investitionen in Energie- und Ressourceneffizienz stehen Unternehmen verschiedene Förderangebote zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise (noch) das Programm GreenInvest Ress Thüringen der Thüringer Aufbaubank sowie Programme der KfW für Energie- und Ressourceneffizienz oder erneuerbare Energien.
Wichtig ist die Reihenfolge: Förderfähigkeit und Antragstellung müssen vor Beginn eines Vorhabens geklärt werden. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße, Technologie und Investition erheblich.
Nicht in Einzellösungen denken
Der wichtigste Gedanke des Abends war vielleicht der einfachste: Unternehmen sollten nicht nur einzelne Technologien betrachten.
Energieeinkauf, Gebäude, Produktion, Lastprofile, Speicher, Ressourcenverbrauch, Finanzierung und Kundenanforderungen hängen zusammen. Wer diese Themen gemeinsam denkt, kann Risiken früher erkennen und wirtschaftliche Spielräume besser nutzen.
Genau dafür sind Gespräche zwischen unterschiedlichen Branchen wertvoll. Lösungen entstehen nicht nur im Fachvortrag. Sie entstehen auch dann, wenn Unternehmen voneinander erfahren, wie andere mit ähnlichen Herausforderungen umgehen.
Sie wollen auch einmal bei einem Event in Südthüringen dabei sein? Dann melden Sie sich gerne bei mir!
Viele Grüße
Ihre
Dr. Jana Beez
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