Constanze Weigel

Constanze Weigel Photography

Themen

Unternehmertum
14.09.2026

Constanze Weigel

Die Inhaberin von Constanze Weigel Photography im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.

Autor: BVMW Bundeszentrale

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin/Führungskraft zu werden?

Wenn ich zurückblicke, war der Weg in die Selbstständigkeit für mich eigentlich eine Entwicklung in mehreren Etappen – und weniger eine bewusste Entscheidung von heute auf morgen.

Ich komme ursprünglich aus dem Marketing und der Kommunikation. Nach meinem Studium habe ich viele Jahre in unterschiedlichen Marketingfunktionen gearbeitet – vom Online-Marketing über strategische Marken- und Unternehmenskommunikation bis hin zur Beratung. Dabei habe ich sehr früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Projekte voranzutreiben und vor allem: nicht nur Aufgaben abzuarbeiten, sondern unternehmerisch zu denken.

Parallel dazu habe ich meine Leidenschaft für die Fotografie immer weiter ausgebaut. 2015 habe ich begonnen, mich professionell mit Businessfotografie zu beschäftigen, später kam die Baby- und schließlich die Hochzeitsfotografie dazu. Irgendwann wurde mir klar, dass ich hier zwei Dinge miteinander verbinden kann, die mich besonders ausmachen: meine strategische Stärke aus dem Marketing und meine Kreativität und mein Gespür für Menschen aus der Fotografie.

Der Schritt in die volle Selbstständigkeit war deshalb für mich der Schritt, Verantwortung für meine eigene Idee zu übernehmen. Seitdem entscheide ich selbst, welche Kunden und Projekte zu mir passen, entwickle meine Angebote weiter, positioniere meine Unternehmen, kümmere mich um Vertrieb und Marketing und trage natürlich auch die wirtschaftliche Verantwortung.

Unternehmerin zu sein bedeutet für mich deshalb vor allem Freiheit – aber genauso Verantwortung. Ich muss Entscheidungen treffen, auch wenn nicht immer alle Informationen vorhanden sind. Ich muss mich immer wieder neu hinterfragen, Chancen erkennen und manchmal auch den Mut haben, Dinge zu verändern.

Und genau darin sehe ich auch meine Entwicklung als Führungspersönlichkeit. Führung beginnt für mich nicht erst damit, Mitarbeiter zu führen. Sie beginnt mit Selbstführung: Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, Orientierung zu geben und auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Heute verbinde ich diese Erfahrungen in meiner Arbeit: Ich unterstütze Menschen und Unternehmen dabei, sichtbar zu werden und ihre Persönlichkeit und ihre Marke authentisch nach außen zu tragen. Auf meiner Businessfotografie-Seite steht deshalb auch der Gedanke: „Menschen machen Marken sichtbar.“

Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, ist das für mich die eigentliche Stärke: Ich habe mich immer wieder weiterentwickelt, Neues ausprobiert und aus unterschiedlichen Erfahrungen etwas Eigenes aufgebaut. Ich glaube, genau dieser Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, haben mich zu der Unternehmerin gemacht, die ich heute bin.

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen.

Ja – ich würde denselben Weg noch einmal gehen. Nicht, weil ich heute alles genauso machen würde, sondern weil jede Station auf meinem Weg wichtig war und mich zu der Unternehmerin gemacht hat, die ich heute bin. Auch die Umwege, Herausforderungen und Entscheidungen, die im Nachhinein vielleicht nicht immer einfach waren, haben mir etwas mitgegeben.

Wenn ich etwas verändern könnte, dann würde ich früher zu mir selbst und zu meinen eigenen Werten stehen. Ich glaube, gerade als Frau lernt man im Laufe des Berufslebens manchmal, sich anzupassen, Erwartungen zu erfüllen und es möglichst vielen recht zu machen. Ich habe irgendwann gemerkt: Meine größte Stärke entsteht genau dann, wenn ich nicht versuche, jemand anderes zu sein, sondern wenn ich meinen eigenen Weg gehe.

Heute weiß ich viel klarer, wofür ich stehe, welche Menschen und Projekte zu mir passen und auch, wo meine Grenzen liegen. Ich treffe Entscheidungen heute stärker aus meiner eigenen Überzeugung heraus – und nicht danach, was vielleicht von mir erwartet wird.

Deshalb würde ich meinen Weg nicht ändern. Ich würde ihn nur mit dem Wissen von heute vielleicht etwas mutiger, etwas früher und mit noch mehr Vertrauen in mich selbst gehen. Denn genau das bedeutet für mich persönliche Stärke: nicht perfekt zu sein, sondern sich selbst immer besser kennenzulernen und den Mut zu haben, danach zu handeln.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Die wegweisendste Entscheidung war für mich eigentlich keine einzelne Entscheidung, sondern eine Haltung, die mich bis heute begleitet: nie aufzuhören, mich weiterzuentwickeln und mir meine Neugier zu bewahren.

Ich habe in meinem Berufsleben sehr unterschiedliche Stationen erlebt – vom Marketing und der strategischen Kommunikation über Beratung und Coaching bis hin zur Fotografie und meiner eigenen unternehmerischen Tätigkeit. Auf den ersten Blick sind das vielleicht unterschiedliche Welten. Für mich verbindet sie aber genau diese eine Sache: Ich wollte immer verstehen, Neues lernen und mich nicht auf dem ausruhen, was ich bereits kann.

Ich glaube, eine der größten Gefahren im Berufsleben ist, irgendwann zu sagen: „Jetzt weiß ich genug.“ Gerade als Unternehmerin funktioniert das für mich nicht. Märkte verändern sich, Menschen verändern sich, Technologien verändern sich – und man selbst entwickelt sich ebenfalls weiter.

Aus dieser Haltung habe ich gelernt, Veränderungen nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als Möglichkeit. Wenn ich heute etwas nicht kann oder noch nicht weiß, sehe ich das nicht als Schwäche, sondern als Einladung, mich damit auseinanderzusetzen. Und ich glaube, genau diese Leidenschaft, immer wieder Neues zu entdecken und dabei das eigene Interesse und die Begeisterung nicht zu verlieren, ist eine meiner größten Stärken. Denn für mich bedeutet Weiterentwicklung nicht, ständig jemand anderes werden zu wollen. Es bedeutet, immer mehr herauszufinden, wer man selbst ist, was man kann und wofür man wirklich steht – und daraus den nächsten Schritt zu machen.

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?

Eine der größten Herausforderungen war für mich sicherlich der Schritt von der Festanstellung in die Selbstständigkeit. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt eine sichere Position, ein regelmäßiges Einkommen und mit meiner Rolle als Head of Marketing eigentlich die höchste berufliche Stufe erreicht, die ich mir innerhalb dieser Unternehmensstruktur vorstellen konnte. Es hätte durchaus der Weg sein können, den ich bis zur Rente weitergehe. Aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl: Wenn ich jetzt bleibe, bin ich zwar sicher, aber ich entwickle mich nicht mehr so weiter, wie ich es eigentlich möchte.

Den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen, bedeutete deshalb für mich, Sicherheit gegen Freiheit und Entwicklung einzutauschen. Und das war natürlich mit sehr viel Ungewissheit verbunden. Plötzlich war ich selbst für alles verantwortlich: für meine Kunden, meine Umsätze, meine Entscheidungen und meine Zukunft.

Eine zweite, ganz andere Herausforderung kam später: Ich habe einen meiner größten Auftraggeber völlig unerwartet von heute auf morgen verloren. Ich hatte mit diesem Auftrag nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell bereits für einen großen Teil des Jahres geplant. Das war ein Moment, in dem ich gemerkt habe, was Unternehmertum wirklich bedeutet. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Ein Auftrag kann wegfallen, ein Markt kann sich verändern oder eine Planung kann plötzlich nicht mehr funktionieren.

Aber genau aus dieser Situation habe ich sehr viel gelernt. Vor allem, dass unternehmerische Sicherheit nicht darin besteht, dass immer alles planbar ist. Sicherheit entsteht vielmehr daraus, dass man darauf vertraut, auch mit Unplanbarem umgehen zu können. Ich habe gelernt, schneller zu reagieren, neue Möglichkeiten zu sehen, meine Angebote breiter aufzustellen und mich nicht von einem einzelnen Kunden oder einer einzelnen Einnahmequelle abhängig zu machen.

Rückblickend waren deshalb beide Situationen unglaublich wertvoll für mich. Die erste Herausforderung hat mir den Mut gegeben, meine eigene Sicherheit zu verlassen. Die zweite hat mir gezeigt, dass ich auch dann handlungsfähig bleibe, wenn diese selbst geschaffene Sicherheit plötzlich ins Wanken gerät.

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Eigenschaften, die ich als Unternehmerin entwickelt habe: Ich brauche heute nicht mehr die Sicherheit, dass alles nach Plan läuft. Ich vertraue darauf, dass ich einen neuen Plan entwickeln kann, wenn es nötig ist.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Aktuell beschäftige ich mich besonders intensiv mit der Frage, wie ich mein Unternehmen und damit auch meine eigene Zukunft weiterentwickeln möchte.

Ich merke, dass es für mich heute nicht mehr darum geht, einfach nur mehr zu machen. Es geht vielmehr darum, bewusster zu entscheiden: Was möchte ich wirklich anbieten? Mit welchen Menschen möchte ich arbeiten? Wofür möchte ich als Unternehmerin stehen – und was entspricht meinen persönlichen Werten?

Ein wichtiger Punkt dabei ist für mich das Thema Freiheit und langfristige Sicherheit. Als ich damals aus der Festanstellung in die Selbstständigkeit gegangen bin, habe ich Sicherheit gegen Freiheit und Entwicklung eingetauscht. Heute möchte ich beides miteinander verbinden: Ich möchte mir als Unternehmerin eine sichere Zukunft aufbauen, die mir gleichzeitig noch mehr Freiheit ermöglicht – finanziell, zeitlich und auch in meinen Entscheidungen. Das bedeutet für mich, mein Unternehmen so aufzustellen, dass ich nicht nur von meiner eigenen Arbeitszeit abhängig bin und nicht von einzelnen Kunden. Ich beschäftige mich deshalb intensiv damit, meine Positionierung zu schärfen, Strukturen weiterzuentwickeln und mein Unternehmen langfristig noch stabiler und unabhängiger aufzustellen.

Gleichzeitig beschäftigt mich das Thema Sichtbarkeit sehr. Durch meine Arbeit als Fotografin erlebe ich jeden Tag, wie viel Wirkung es hat, wenn Menschen sich authentisch zeigen. Gerade im Business geht es für mich nicht nur um ein schönes Foto, sondern darum, Persönlichkeit, Kompetenz und eine Marke sichtbar zu machen. Ich möchte meine langjährige Erfahrung aus Marketing und Führung noch stärker mit meiner heutigen Arbeit verbinden und daraus etwas entwickeln, das wirklich zu mir passt. Und dabei möchte ich mir eines unbedingt bewahren: meine Neugier. Ich möchte weiter lernen, neue Dinge ausprobieren und offen für Veränderungen bleiben.

Denn mein Ziel ist heute nicht einfach, ein möglichst großes Unternehmen aufzubauen. Ich möchte ein Unternehmen aufbauen, das zu meinem Leben passt, das mir Sicherheit gibt, ohne meine Freiheit einzuschränken.

Das ist für mich persönlich eine sehr spannende Form von Unternehmertum: nicht nur erfolgreich zu sein, sondern sich mit dem eigenen Unternehmen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Besondere Wertschätzung erfahre ich vor allem durch die Reaktion meiner Kunden, wenn sie ihre Bilder zum ersten Mal sehen.

Ich liebe diesen Moment, wenn jemand überrascht ist und sagt: „Wow, so sehe ich aus?“ Oder wenn ein Kunde merkt, wie gut die Bilder tatsächlich zu seiner Persönlichkeit, zu seinem Unternehmen und zu seiner Marke passen. Gerade bei Business-Shootings ist das für mich etwas ganz Besonderes. Viele Menschen kommen mit einer gewissen Unsicherheit vor die Kamera. Sie glauben vielleicht, dass sie nicht fotogen sind oder wissen nicht genau, wie sie sich vor der Kamera präsentieren sollen. Wenn sie dann ihre Bilder sehen und plötzlich merken: „Das bin wirklich ich – und ich sehe kompetent, authentisch und richtig gut aus“, dann weiß ich, warum ich diese Arbeit so gerne mache.

Wertschätzung bedeutet für mich aber auch, wenn Kunden mir zurückmelden, dass sie sich während des Shootings wohlgefühlt und sogar Spaß dabei hatten. Denn genau das ist mein Anspruch: Es soll nicht nur ein gutes Ergebnis entstehen – auch der Weg dorthin darf leicht sein und Freude machen.

Und besonders schön ist es, wenn Kunden mir später erzählen, dass die Bilder tatsächlich etwas verändert haben, dass sie sich damit selbstbewusster zeigen, neue Kunden gewinnen oder sich mit ihrer eigenen Marke plötzlich viel wohler fühlen. Dann merke ich, dass meine Arbeit weit über Fotografie hinausgeht.

Ich möchte Menschen nicht einfach schöner darstellen, als sie sind. Ich möchte ihnen zeigen, wie stark sie wirken können, wenn sie sich selbst authentisch zeigen. Diese Momente sind für mich die größte Form von Wertschätzung – weil ich dann spüre, dass ich mit meiner Arbeit wirklich etwas bewirke.

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen/Führungskräften mitgeben?

Meine wichtigste Botschaft wäre: Seid mutig und glaubt an euch selbst. Gerade am Anfang gibt es unglaublich viele Stimmen von außen. Menschen, die einem sagen, warum etwas vielleicht nicht funktionieren kann, warum das Risiko zu groß ist oder warum man lieber bei dem bleiben sollte, was sicher ist. Und manchmal kommen diese Stimmen sogar von den Menschen, die uns am nächsten stehen. Das macht es besonders schwierig. Dabei glaube ich, dass wir unterscheiden müssen: Oft wollen diese Menschen uns gar nicht kleinhalten. Sie wollen uns schützen. Sie haben Angst, dass wir scheitern oder enttäuscht werden. Und aus Liebe versuchen sie vielleicht, uns von Risiken abzuhalten. Aber ihre Angst muss nicht unsere Grenze sein.

Deshalb würde ich jeder Frau, die gründet oder eine Führungsposition übernimmt, sagen: Hört euch die Bedenken an, aber entscheidet selbst, was ihr daraus macht. Fragt euch: Was will ich wirklich? Woran glaube ich? Und was würde ich ausprobieren, wenn ich keine Angst vor dem Scheitern hätte?

Natürlich darf man Respekt vor einem Schritt haben. Mut bedeutet für mich nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst loszugehen. Und wenn ich eines aus meinem eigenen Weg gelernt habe, dann ist es: Man muss nicht schon am Anfang wissen, wie alles funktionieren wird. Man muss nur bereit sein, den ersten Schritt zu machen, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Glaubt an euch, steht zu euren Werten und lasst euch nicht kleiner machen, als ihr seid. Denn manchmal braucht es nicht mehr Mut von außen, sondern einfach das Vertrauen in sich selbst, dass man es schaffen kann.

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?

Da ich selbst Einzelunternehmerin bin, habe ich keine klassischen Mitarbeiterinnen, für die ich ein formelles Female-Empowerment-Programm aufgesetzt habe. Aber ich glaube, dass Empowerment nicht erst dort beginnt, wo es eine offizielle Maßnahme oder ein großes Unternehmen gibt. Es beginnt mit der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen.

Ich habe viele Frauen in meinem Umfeld, selbstständig oder angestellt, die ich immer wieder bestärke, an sich selbst zu glauben und ihren eigenen Weg zu gehen. Bei manchen bin ich tatsächlich ein richtiger Cheerleader. Ich freue mich ehrlich über ihre Erfolge, ermutige sie, wenn sie selbst gerade zweifeln, stelle Kontakte her, empfehle sie weiter oder sage ihnen einfach: „Schau einmal, was du alles schon geschafft hast.“

Vielleicht ist mir das auch deshalb so wichtig, weil ich selbst sehr früh erfahren habe, wie es sich anfühlt, wenn andere Menschen einem weniger zutrauen oder man aufgrund einer Behinderung nicht selbstverständlich dazugehört. Ich lebe mit dem Moebius-Syndrom und musste dadurch in meinem Leben immer wieder zusätzliche Hürden überwinden und auch Erfahrungen von Ausschluss machen. Ich weiß also sehr gut, wie es sich anfühlt, wenn andere Menschen zuerst eine vermeintliche Einschränkung sehen und nicht das, was tatsächlich in einem steckt.

Gerade deshalb habe ich für mich irgendwann entschieden: Ich möchte mich nicht darüber definieren lassen, was andere Menschen mir aufgrund meiner Behinderung vielleicht nicht zutrauen. Und diese Erfahrung prägt auch meine Haltung gegenüber anderen Frauen. Ich möchte ihnen Rückenwind geben, gerade dann, wenn sie selbst anfangen, an sich zu zweifeln. Denn ich glaube, wir Frauen schauen viel zu häufig auf das, was noch nicht funktioniert, was wir noch nicht erreicht haben oder was bei anderen scheinbar besser läuft. Dabei vergessen wir völlig, was wir selbst schon geleistet und welche Hürden wir vielleicht längst überwunden haben. Deshalb sollten wir uns viel mehr gegenseitig unterstützen und vor allem auch gegenseitig feiern.

Für mich bedeutet Female Empowerment nicht, einer anderen Frau vorzuschreiben, wie sie ihren Weg gehen soll. Es bedeutet, ihr zuzutrauen, dass sie ihren eigenen Weg gehen kann. Und wenn ich einer Frau durch ein Gespräch, eine Empfehlung, einen Kontakt oder einfach durch ein ehrliches „Ich glaube an dich“ ein bisschen Rückenwind geben kann, dann mache ich das sehr gerne. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung: Manchmal verändert sich nicht die Situation, sondern die eigene Haltung dazu, wenn plötzlich jemand an einen glaubt. Und genau diese Person möchte ich für andere Frauen gerne sein.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen…

… dass sie Barrieren abbaut und faire Chancen für alle schafft – unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder Herkunft – damit jeder sein Potenzial entfalten und Verantwortung übernehmen kann.

Womit schaffen Sie in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?

Mein Ausgleich zum Arbeitsalltag ist vor allem Bewegung und ehrenamtliches Engagement.

Ich engagiere mich zum einen für mehr Sichtbarkeit und Toleranz für Menschen mit dem Moebius-Syndrom. Mir ist es wichtig, Berührungsängste abzubauen, aufzuklären und zu zeigen, dass Menschen nicht auf eine Behinderung reduziert werden sollten.

Zum anderen bin ich als Trainerin in der Leichtathletik für Kinder und Erwachsene aktiv und selbst ambitionierte Läuferin. Der Sport gibt mir einen wunderbaren Ausgleich zu meinem Arbeitsalltag. Gleichzeitig liebe ich es, andere Menschen für Bewegung zu begeistern und ihre Entwicklung mitzuerleben.

Gerade die Kombination aus Sport und Ehrenamt gibt mir sehr viel zurück. Im Beruf geht es oft um Ziele, Projekte und Ergebnisse – im Ehrenamt und im Sport stehen für mich viel mehr die Menschen, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt.

Und genau das erdet mich und gibt mir neue Energie für meine Arbeit.

Ein guter Tag beginnt für mich mit…

… mit einem Lauf, guter Energie und dem Gefühl: Heute kann ich etwas bewegen.

Wie stehen Sie zum Thema Gendern?

Für mich ist entscheidend, dass Sprache Menschen verbindet und niemanden ausschließt. Ich persönlich möchte inklusiv und wertschätzend kommunizieren, ohne daraus eine ideologische Frage zu machen. Für mich ist entscheidend, dass wir nicht über einzelne Sprachformen diskutieren, sondern darüber, wie wir tatsächlich mehr Offenheit, Respekt und Chancengleichheit schaffen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Meeresbiologin – ich wollte Wale und Schildkröten erforschen. Ich fand die Unterwasserwelt schon als Kind faszinierend und wollte unbedingt verstehen, was sich dort unter der Oberfläche verbirgt. Ganz so weit ist es beruflich dann nicht gekommen – aber die Neugier und die Begeisterung, Neues zu entdecken, sind mir bis heute geblieben.

Am meisten begeistert mich an meinem Beruf…

… Menschen zu stärken und ihnen zu zeigen, wie viel Potenzial in ihnen steckt – und diesen Moment mitzuerleben, in dem sie plötzlich selbst sehen, was ich in ihnen gesehen habe.

Infos zur Person

Constanze Weigel

Infos zum Unternehmen

Constanze Weigel Photography
https://www.constanze-weigel-photography.de/ und https://constanze-weigel-weddings.de/

  • Gründungsjahr: 2015
  • Branche: Handwerk
  • Firmensitz: Lutherstadt Wittenberg / Sachsen-Anhalt
  • Mitarbeitende: Einzelunternehmerin

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