Starken Frauen im Mittelstand: Erleben Sie die spannenden Geschichten weiblicher Talente aus dem Netzwerk des BVMW.
Julia Werner
Die Geschäftsführende Gesellschafterin der Werner companies GmbH & Co. KG im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.
Wie sind Sie dazu gekommen, Führungskraft zu werden?
Ich bin in einem Familienunternehmen aufgewachsen und habe WERNER companies von klein auf aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Verantwortung zu übernehmen war für mich deshalb kein einzelner Schritt, sondern ein Prozess. Die Übernahme der Geschäftsführung im Jahr 2020 war die konsequente Fortsetzung dieses Weges.
Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen.
Ja, jederzeit. Unternehmertum bedeutet für mich, Zukunft aktiv mitzugestalten, Menschen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Natürlich gab es herausfordernde Phasen aber genau daran wächst man.
Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?
Die Übernahme der Geschäftsführung mitten in der Coronapandemie. Gleichzeitig haben wir unser Unternehmen strukturell und kulturell weiterentwickelt. Diese Zeit hat mir gezeigt, dass Veränderung nicht durch Abwarten entsteht, sondern durch klare Entscheidungen und den Mut, neue Wege zu gehen.
Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?
Ein stark wachsendes Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass es seine Kultur bewahrt und gleichzeitig professioneller wird. Deshalb haben wir Strukturen, Verantwortlichkeiten und Prozesse konsequent weiterentwickelt, ohne dabei den Menschen aus dem Mittelpunkt zu verlieren.
Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?
Mit KI, Robotik, ESG, Digitalisierung und modernen Organisationsmodellen. Mein Ziel ist es, wirtschaftliche Stärke, technologische Innovation und Verantwortung miteinander zu verbinden. Mein Ziel ist es, Innovation nicht um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern dort, wo sie für unsere Kunden und Mitarbeitenden einen echten Mehrwert schafft.
Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?
Wenn ich sehe, dass Menschen Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und stolz auf das sind, was sie gemeinsam erreicht haben. Für mich ist das die schönste Form von Wertschätzung.
Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen/Führungskräften mitgeben?
Warten Sie nicht auf perfekte Rahmenbedingungen. Treffen Sie Entscheidungen, übernehmen Sie Verantwortung und bleiben Sie neugierig. Perfektion entsteht selten am Anfang sondern auf dem Weg.
Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?
Für mich beginnt Chancengleichheit dort, wo Menschen nach ihrem Potenzial beurteilt werden, nicht nach ihrem Geschlecht. Deshalb schaffen wir transparente Entwicklungsmöglichkeiten, investieren in Weiterbildung und übertragen Verantwortung. Wer Leistung zeigt und sich weiterentwickeln möchte, soll bei uns die gleichen Chancen haben. Gleichzeitig schaffen wir Rahmenbedingungen, die Beruf und Familie gut vereinbar machen.
Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen...
Ich wünsche mir mehr Planungssicherheit, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen. Wer Innovation, Digitalisierung und Fachkräftegewinnung fordert, muss den Unternehmen auch den notwendigen Handlungsspielraum geben.
Was macht Sie zu einer guten Chefin?
Ich versuche, Erwartungen klar zu formulieren, Verantwortung zu übertragen und Menschen die Möglichkeit zu geben, daran zu wachsen.
Warum ist ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen/Führungskräfte besonders wichtig?
Weil kein Unternehmen alle Antworten allein hat. Gute Ideen entstehen dort, wo unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen.
Am meisten begeistert mich an meinem Beruf…
…, dass kein Tag dem anderen gleicht. Ich darf mit Menschen arbeiten, Entscheidungen treffen und unser Unternehmen gemeinsam mit unserem Team kontinuierlich weiterentwickeln. Genau diese Kombination aus Verantwortung, Innovation und Gestaltung macht Unternehmertum für mich so spannend.
Was haben Sie von Ihrem Team gelernt?
Dass Vertrauen, Respekt und unterschiedliche Perspektiven die Grundlage guter Entscheidungen sind und dies auch wertgeschätzt wird.
Womit schaffen Sie in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?
Den wichtigsten Ausgleich finde ich in der Zeit mit meiner Familie, meinen Kindern und Freunden. Außerdem hilft mir Sport dabei, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken. Auch Reisen geben mir neue Perspektiven und oft entstehen gerade mit etwas Abstand die besten Ideen.
Julia Werner
Werner companies GmbH & Co. KG
https://www.werner-companies.de/