Roy Banisch

Roy Banisch

Themen

Unternehmertum
24.09.2026

Roy Banisch

Der Inhaber und Geschäftsführer von Sonic Sys - Gebäudetechnik im Interview für die Initiative „Der Junge Mittelstand“.

Autor: BVMW Bundeszentrale

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmer zu werden?

Schon als Angestellter hatte ich viele eigene Ideen und wollte Dinge selbstständig gestalten und voranbringen. Deshalb war für mich nach meiner Ausbildung früh klar, dass ich irgendwann mein eigenes Unternehmen führen möchte. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich den Bereich gefunden hatte, in dem ich echtes Potenzial und einen langfristigen Markt gesehen habe. Schließlich ergab sich die Möglichkeit, den Betrieb zu übernehmen, in dem ich bereits gearbeitet hatte. Diese Chance habe ich genutzt und das Unternehmen seitdem Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen?

Ich würde denselben Weg jederzeit wieder gehen. Rückblickend würde ich jedoch manche Entscheidungen früher treffen und den Schritt in die Selbstständigkeit nicht so lange hinauszögern. Viele Erfahrungen musste ich erst sammeln, aber genau diese haben mich auch geprägt. Heute weiß ich, dass man Chancen manchmal schneller erkennen und mutiger nutzen sollte.

Haben Sie im Gründungs- oder Übernahmeprozess in irgendeiner Form Unterstützung erhalten? Falls ja, welche Form der Unterstützung war besonders zentral?

Ja, Unterstützung war für mich sehr wichtig – allein wäre dieser Prozess kaum zu stemmen gewesen. Gemeinsam mit unserem damaligen Steuerbüro ,,RNP“ haben wir den Businessplan erstellt, Anträge bei der Investitionsbank vorbereitet und Banktermine begleitet. Gerade bei der Übernahme eines Unternehmens mit rund 20 Mitarbeitenden und Millionenumsatz braucht es deutlich mehr als nur kaufmännisches Grundwissen. Es war eine nervenaufreibende Zeit mit vielen Verhandlungen, am Ende aber mit fairen Verträgen und einem sehr guten Ergebnis.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Als junger Unternehmer trifft man ständig Entscheidungen, die wegweisend sein können. Manche erweisen sich als richtig, andere als Fehler – aber aus beiden nimmt man etwas mit. Für mich ist deshalb nicht entscheidend, niemals Fehler zu machen, sondern daraus zu lernen und sie konsequent zu korrigieren. 

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?

Die größte Herausforderung war, den Respekt und die Anerkennung der Mitarbeitenden in meiner neuen Rolle als Inhaber zu gewinnen. Zuvor war ich selbst Teil des Teams, heute trage ich die Verantwortung und treffe die Entscheidungen. Dieser Rollenwechsel war für mich eine der prägendsten Erfahrungen.

Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Beruf, Familie und Freizeit? Welche Unterstützung wünschen Sie sich für eine bessere Vereinbarkeit?

Ein stabiles Fundament ist entscheidend – im Unternehmen genauso wie im Privatleben. Für mich gehören Beruf, Familie und Freizeit deshalb gleichermaßen dazu. Ich versuche, meine Arbeit möglichst in einen normalen Arbeitstag von Montag bis Freitag zu legen. So bleiben die Abende und Wochenenden bewusst für die Familie und auch für die eigene Erholung.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich für eine bessere Vereinbarkeit?

Wer den Weg in die Selbstständigkeit geht, sollte wissen, dass es auch stürmische Zeiten geben kann. Umso wichtiger ist ein familiärer Rückhalt, besonders wenn Arbeitstage länger werden oder der Stress einmal mit nach Hause kommt. Verständnis und gegenseitige Unterstützung sind für mich deshalb die wichtigste Grundlage für eine gute Vereinbarkeit.

Wie stehen Sie zum Thema Jobsharing oder Tandem als Lösung für eine bessere Vereinbarkeit?

Jobsharing oder Tandemmodelle können gut funktionieren – das hängt stark von der Position und den beteiligten Personen ab. Wichtig sind klare Zuständigkeiten, gute Kommunikation und gemeinsame Ansprüche. Denn am Ende gilt auch: Zu viele Köche können den Brei verderben.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Aktuell beschäftige ich mich intensiv damit, unser Unternehmen regional (Mitte, Ost) stärker aufzustellen. Wir sind derzeit noch bundesweit im Einsatz – von Nord bis Süd und von Ost bis West. Mein Ziel ist es, mehr Kunden nahgelegen zu gewinnen und gleichzeitig ein zuverlässiges Netzwerk aus Partnerfirmen aufzubauen, um weiter weg gelegene Baustellen flexibel und professionell abdecken zu können.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Wertschätzung zeigt sich für mich auf ganz unterschiedliche Weise: durch wirtschaftlichen Erfolg, positive Rückmeldungen unserer Kunden und engagierte Mitarbeitende. Besonders schön sind auch persönliche Nachrichten oder E-Mails von Mitarbeitenden, die sich für ihre Zeit im Unternehmen bedanken. Solche Rückmeldungen zeigen mir, dass wir nicht nur fachlich, sondern auch menschlich vieles richtig machen.

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern mitgeben?

Immer nach vorne schauen, ein klares Ziel vor Augen haben und den Anspruch, sich ständig weiterzuentwickeln. Fehler gehören dazu – wichtig ist, daraus zu lernen, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Mein früherer Chef sagte immer: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Dieser Satz ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt junges Unternehmertum oder geben Young Professionals Rückenwind?

Ich tausche mich gern mit jungen und neuen Unternehmerinnen und Unternehmern aus, zum Beispiel bei BVMW-Veranstaltungen oder Unternehmerfrühstücken. Dabei gebe ich meine Erfahrungen weiter und unterstütze, wo es sinnvoll ist – sei es bei organisatorischen Fragen oder ganz praktisch durch gemeinsame Auftrags- und Baustellenunterstützung. Gerade am Anfang kann ein starkes Netzwerk entscheidend sein.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von jungen Unternehmerinnen, Unternehmern und Young Professionals im Allgemeinen…

… weniger Bürokratie, günstigere Energie- und Kraftstoffpreise sowie einfachere öffentliche Ausschreibungen. Unternehmensnachfolgen sollten stärker gefördert und die Digitalisierung konsequent vorangetrieben werden. Bei Mindestlohn und Tariffragen sollte die Politik den Unternehmen mehr Spielraum lassen.

Wer hat sie am meisten inspiriert und warum?

Steve Jobs hat mich besonders inspiriert. Er hat aus einer Idee und sehr kleinen Anfängen eines der wertvollsten Unternehmen der Welt aufgebaut. Besonders beeindruckt mich, wie er Mitarbeiter, Partner und Kunden für seine Vision begeistern konnte. Er war Perfektionist, dachte groß und hatte eine enorme Leidenschaft für das, was er tat.

Engagieren Sie sich in einem Ehrenamt?

Ein klassisches Ehrenamt übe ich derzeit nicht aus, aber soziales Engagement ist mir sehr wichtig. Wir unterstützen regelmäßig Vereine und Projekte für Kinder, spenden Sachmittel und stellen unsere Dienstleistungen teilweise kostenfrei zur Verfügung. Außerdem unterstütze ich Kitas und schlüpfe jedes Jahr selbst in die Rolle des Weihnachtsmanns. Für mich gehört es dazu, als Unternehmer auch etwas zurückzugeben.

Nutzen Sie KI in Ihrem Unternehmen? Wenn ja, in welcher Form?

Ja, auf jeden Fall. Wer KI heute sinnvoll einsetzt, kann enorm viel Zeit und damit auch Kosten sparen. Wir nutzen sie unter anderem für Präsentationen, Kalkulationen, E-Mails, Recherchen und zur schnellen Aufbereitung von Informationen. Auch bei rechtlichen Fragestellungen kann KI eine erste Orientierung geben – ersetzt bei wichtigen Entscheidungen aber natürlich nicht den Fachanwalt.

Was macht Sie zu einem guten Chef?

Ich führe mein Unternehmen persönlich, familiär und mit kurzen Entscheidungswegen. Anliegen meiner Mitarbeitenden versuche ich innerhalb von 24 Stunden zu klären, und gute Ideen aus dem Team sind ausdrücklich erwünscht. Mit einer 4-Tage-Woche, freien Wochenenden, attraktiven Benefits und zusätzlichen Leistungsboni möchten wir gute Arbeit auch entsprechend honorieren. Besonders wichtig ist mir, dass sich nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch ihre Familien als Teil unseres Unternehmens fühlen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Einen ganz klassischen Berufswunsch hatte ich als Kind nicht. Ich konnte aber schon immer gut mit Menschen umgehen, sie für Ideen begeistern und von etwas überzeugen. Deshalb lag für mich früh etwas im kaufmännischen Bereich nahe – Verkauf, Vertrieb und der direkte Kontakt mit Menschen haben mich schon immer interessiert.

Infos zur Person

Roy Banisch

Infos zum Unternehmen

Sonic Sys - Gebäudetechnik
https://www.sonicsys-halle.com/

  • Gründungsjahr: 2001
  • Branche: Elektrotechnik/Handwerk
  • Firmensitz: Halle (Saale)
  • Mitarbeitende: 20 Mitarbeiter

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