Mittelstandsmotor Innovation: Die Bühne für das Produkt

In der Veranstaltungsreihe „Mittelstandsmotor Innovation“ stellen sich mittelständische Unternehmer_Innen der Frage: Wie steht es um Ihre Innovationskraft? Nächster Termin: 20.06.2018, Thema „3D-Druck“, bei Kegelmann Technik GmbH in Rodgau.

Thomas Pfaff & Cornelia Gärtner

Gastgeber war Ende April die Seufert Gesellschaft für transparente Verpackungen mbH in Rodgau. Der Kunststoffverarbeitungsspezialist Seufert stellt Klarsichtfaltschachteln, Tiefziehteile, Werbeartikel, Displays, Schilder und weitere Kunststoffprodukte in vielen Farben und Veredelungen nach kundenindividuellen Wünschen her. 

In einem besonders lebendigen und leidenschaftlichen Vortrag präsentierte Thomas Pfaff, Geschäftsführer der Seufert Gesellschaft für transparente Verpackungen mbH, anhand der Seufert-Historie beginnend mit den Vorgängerunternehmen Theodor Seufert und Seufert Verpackungen vor fast 100 Jahren, dass Innovationskraft untrennbar mit dem Namen "Seufert" verbunden ist und auch zur DNA des heutigen Unternehmens gehört. 

In den 1960ern entwickelte Seufert, der Juniorchef des Vorgängerunternehmens, welches damals auf Kartonverpackungen spezialisiert war, im Alleingang die Klarfaltbox, welches zu einem Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens über viele Jahre führte.  Verstärkt wurde dieser USP 1974 mit der Entwicklung der weichen Biegekante durch Herrn Gerhard Seufert, womit der Name "Seufert" global als Kunststoffverpackungsspezialist bekannt wurde. Diese Hochfrequenztechnologie, machte fortan das Aufrichten und Konfektionieren der Klarfaltbox zum Kinderspiel und war somit sowohl für die manuelle als auch für die maschinelle Befüllung optimal geeignet.  Diese patentierte disruptive Innovation wurde in viele Länder in Europa und Fernost, in die USA und Australien als Lizenz vergeben. 

Die auch das heutige Unternehmen maßgeblich prägende Innovationskraft zeigt sich in aktuellen Entwicklungen wie der Roadmap zu nachhaltigen und klimaneutralen Verpackungslösungen. Neben dem Streben nach mehr Effizienz gilt es auch, den Kundennutzen in nachgelagerten Prozessen schon bei der Verpackungsentwicklung im Fokus zu halten. 

 "Ein Kunde, der seine Klarsichtverpackung nicht nur einer stichprobenweisen, sondern einer 100%-Qualitätskontrolle unterzieht, hat kaum eine bessere Wahl, als auf die Kunststoffverarbeitungskompetenz von Seufert zu setzen", postuliert Thomas Pfaff. Die großen Chancen für den deutschen Mittelstand im globalen Wettbewerb sieht er bei maximaler Kundenzufriedenheit durch Produkt- und Prozessqualität und partnerschaftliche Umsetzung innovativer Ideen. 

Bio-PET unter Verwendung von Zuckerrohr reduziert beispielsweise im Vergleich zu Standard-PET die CO2-Emissionen auf der Rohstoffebene um über 15%. Hauptzweck einer Klarsichtverpackung ist natürlich primär, das Produkt zu inszenieren und die verkaufsfördernde Bühne zu bereiten. Häufig ist aber auch schon bei der Entwicklung die nachgelagerte Verpackungsautomatisierung oder eine Funktionsintegration zu berücksichtigen, wie z. B. ein manuelles Nachfüllen.

"Bewundernswert ist, wie sich ein mittelständisches Unternehmen in einem Hochlohnland wie Deutschland nicht nur gegen die Konkurrenz aus Niedriglohnländern wie Polen oder Slowakei behaupten kann, sondern sogar aufgrund höherer Qualität und größerer Innovationskraft in diese Länder exportiert", ergänzte Cornelia Gärtner, Leiterin des Kreisverbandes FrankfurtRheinMain des BVMW – Bundesverband Mittelständische Wirtschaft e.V. und Veranstalterin des "Mittelstandsmotor Innovation".

Inspiration beyond packaging

Der Claim "Inspiration beyond packaging" formuliert den Anspruch an das eigene Unternehmen und die Mitarbeiter, Antworten auf die immer stärker steigenden Kundenerwartungen an Neuheiten und Innovationen zu geben und über die reine Funktion einer Sekundärverpackung hinaus zu denken.

"Es gibt vier Arten der Innovation. Drei davon, bis auf die Grundlagenforschung, haben wir heute gesehen: den Durchbruch eines Tüftlers im stillen Kämmerlein, die disruptive Innovation und die nachhaltige schrittweise Innovation. Inspiration beyond packaging wird hier wirklich gelebt", so Klaus Rössler, Digital Business Evangelist der Roessler ProResult Agentur und Beratung für Kommunikation und Digitales Business in Frankfurt.

Abschließend betonte Thomas Pfaff die Notwendigkeit zur ganzheitlichen Perspektive mitunter auch beim Kunden, damit sich Innovationen im B2B-Bereich schneller durchsetzen können. Viele Einkäufer und Produktverantwortliche wollen Innovationsvorschläge nur dann aufgreifen, wenn bestehende Prozesse, Routinen und Instrumente in ihrem Unternehmen nicht dagegen sprechen. Vorschläge zur ökologieorientierten Verpackungsentwicklung können manchmal nicht sinnvoll umgesetzt werden, wenn bestehende Zielvereinbarungen auf Ebene der einzelnen Mitarbeiter in eine andere Richtung weisen.

 

Die nächste Veranstaltung der Unternehmerreihe "Mittelstandsmotor Innovation" findet am 20.6.18 bei Kegelmann Technik in Rodgau-Jügesheim statt. Kai Kegelmann wird einem exklusiven Kreis von Unternehmern und Führungskräften die Innovationskraft seines Unternehmens vorstellen. Er inspiriert uns mit seinem Impulsvortrag "Mit 3D-Druck Produkte, Produktion und Geschäft permanent neu erfinden". Anmeldungen über innovator.bvmw-ffm.de

 

Mittelstandsmotor Innovation

Innovation scheint gefühlt nur noch bei Startups oder großen amerikanischen oder chinesischen Digitalunternehmen stattzufinden. Innovationen im Mittelstand sind aber da, viele sogar, sowohl disruptive große Sprünge als auch nachhaltige kleine Schritte. Darüber wird zuwenig geredet. Und oft hören Partner und Kunden aufgrund steigender Komplexität auch nicht mehr richtig zu, weil der Innovationsvorschlag gerade im B2B-Bereich Mehrarbeit oder Mehrkosten verursachen könnte. Die eigene Effizienz wird zu häufig höher bewertet als der Nutzen der eigenen Kunden. Und damit die Chance, partnerschaftlich neue Wege zu gehen. 

Die Veranstaltungsreihe "Mittelstandsmotor Innovation" stellt jedes Quartal einem Unternehmen die Frage: "Wie steht es um Ihre Innovationskraft? ". Jedesmal handelt es sich um Unternehmen mit Unternehmern, die Zukunft machen wollen, dabei quer denken und doch geradeaus lenken. Teilnehmer sind ausschließlich Inhaber und Führungskräfte anderer mittelständischer Unternehmen, nicht notwendigerweise aus der gleichen Branche.

Initiatoren der Veranstaltungsreihe sind Cornelia Gärtner, Leiterin des Kreisverbandes FrankfurtRheinMain des BVMW – Bundesverband Mittelständische Wirtschaft e.V., sowie Klaus Rössler, Digital Business Evangelist der Roessler ProResult Agentur und Beratung für Kommunikation und Digitales Business.

Redner: Thomas Pfaff, Geschäftsführer, Seufert - Gesellschaft für transparente Verpackungen mbH / Im Vordergrund: Klaus Rössler, Digital Business Evangelist, ROESSLER ProResult

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