Aus Alt mach‘ Neu: die Betriebsrente

Die Betriebsrente als fester Baustein der Altersvorsorge. So will es der Gesetzgeber. Die Umsetzung liegt bei den Unternehmen. Gar nicht mal so leicht.

Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft hatte am Donnerstag, 24. Januar, zum Business Frühstück ins Restaurant Heerwiese geladen. Rund 15 Vertreter aus Unternehmen der Region verbanden das Angenehme mit dem Nützlichen und informierten sich aus erster Hand über die Auswirkungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes für ihre Betriebe.

Mittelstandsberater Christian Bause aus Soest nahm sich viel Zeit, um die zahlreichen Fragezeichen auf den Gesichtern zu beseitigen: Eins sei sicher, so der Vorsorge-Experte, die Umsetzung einer attraktiven betrieblichen Altersvorsorge stelle insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen kein einfaches Unterfangen dar. Denn da gebe es einiges zu überlegen: Welches Vorsorgeprodukt ist das richtige für meine Mitarbeiter? Direktversicherung, Pensionsfonds oder Unterstützungskasse? Oder gar ein Mix aus verschiedenen Produkten?

„Nahles-Rente“: für neu und für alt

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz – bereits 2017 kurz vor der Bundestagswahl noch schnell verabschiedet – gilt ab 2019 für Neuverträge und wirkt sich ab 2022 auch auf Altverträge aus. Gut für die Betriebe: Das im Gesetz (übrigens bereits seit Januar 2018 in Kraft) implizierte Sozialpartnermodell, die sog. „Nahles-Rente“, bedingt eine reine Beitragszusage seitens der Arbeitgeber und befreit sie vom Haftungsrisiko (Subsidiärhaftung) etwa für den Fall, dass der Direktversicherer die Rentenleistung nicht erbringen kann. Ein Kostenfaktor für Unternehmen: der verbindlich vorgeschriebene Arbeitgeber-Zuschuss von 15 %, wenn sich der Arbeitnehmer für eine Entgeltumwandlung entscheidet.

„Nutzen Sie die betriebliche Altersvorsorge als Attraktivitätsmerkmal Ihres Unternehmens, um Mitarbeiter zu finden und zu binden“, ergänzte BVMW-Repräsentant Peter Schrade (ifm GmbH, Kierspe) die Ausführungen von Christian Bause. „Noch ist die Durchdringungsquote bei der betrieblichen Altersvorsorge in kleinen und mittelständischen Betrieben gering“, appellierte auch Bause an die Teilnehmer, „das ist ein Vorteil, der sich Ihnen jetzt bietet. 2022 haben ihn dann alle.“