Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2020 in Kronberg im Taunus

In der Stadt Kronberg im Taunus ist dieses Jahr Bürgermeisterwahl.

Wir haben die drei Kandidaten (Andreas Becker CDU, Kristina Fröhlich FDP, Christoph König als unabhängiger Kandidat) gebeten drei Fragen zum Mittelstand zu beantworten:

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Kronberg dauerhaft zu sichern?“

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeisterin widmen wollen?“

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

 

 


Andreas Becker (CDU)

Andreas Becker (CDU) hat am 17.2.2020 seine folgenden Antworten eingereicht.

 

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Kronberg dauerhaft zu sichern?“

Die wirtschaftliche Entwicklung Kronbergs steht und fällt mit dem Erfolg der Kronberger Unternehmen und Unternehmer. Ortsansässige Unternehmen bieten mehr als 10.000 Menschen eine Arbeit. Dazu gehören Handwerker und Einzelhändler, Gastronomen, Dienstleister und Freiberufler genauso wie Mittelständler und große, internationale Unternehmen. Die Unternehmen bieten jungen Menschen Ausbildungsplätze an, insbesondere auch für zahlreiche Kronberger Jugendliche. Nicht zuletzt erbringen die Unternehmen durch die Gewerbesteuer den prozentual größten Anteil an den Einnahmen der Stadt.

Die Stadt Kronberg und ihre politischen Vertreter setzen für Unternehmen wichtige Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Höhe der Gewerbesteuer oder die Ausweisung von Gewerbeflächen. Hier ist es mir besonders wichtig, die Kronberger Unternehmen durch geeignete und verlässliche Rahmenbedingungen am Standort zu halten und weitere Unternehmensansiedlungen zu unterstützen.

Eine maßvolle Gewerbesteuerpolitik ist für mich die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden und Stadt Kronberg.

Für mich hat auch die Ausweisung dringend benötigter Gewerbeflächen für Kronberger Handwerker und Gewerbetreibender Priorität. Die CDU Fraktion hatte hierzu bereits im Sommer 2018 einen Prüfantrag eingereicht. Die Beantwortung durch die Verwaltung steht leider noch aus. Als Anlage unser Antrag „Handwerkerdorf“ zur Kenntnis.

Weiterhin werde ich ortsansässige Unternehmen durch proaktive Information über öffentliche Ausschreibungen und Nutzung von Gestaltungsmöglichkeiten bei einer transparenten und regelkonformen öffentlichen Auftragsvergabe besser fördern.

Ich werde einen regelmäßigen Dialog mit den Kronberger Unternehmen durch Unternehmensbesuche und die Einrichtung von Plattformen zur direkten Kommunikation zwischen Stadt und Unternehmen schaffen.

 

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeister widmen wollen?“

Ich nehme leider immer wieder wahr, dass öffentliche Aufträge nur selten an den lokalen Mittelstand gehen. Und dies, obwohl unsere Kronberger Unternehmen sehr leistungsfähig sind und qualitativ exzellente Arbeit leisten.  Als Bürgermeister wird es mir ein wesentliches Anliegen sein,   ortsansässige Unternehmen durch proaktive Information über öffentliche Ausschreibungen und Nutzung von Gestaltungsmöglichkeiten bei einer transparenten und regelkonformen öffentlichen Auftragsvergabe besser zu fördern.

Ich werde weiterhin einen regelmäßigen Dialog mit den Kronberger Unternehmen durch Unternehmensbesuche und die Einrichtung von Plattformen zur direkten Kommunikation zwischen Stadt und Unternehmen schaffen.

 

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

Die Kronberger Unternehmer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten wertvolle Beiträge für das Gelingen unserer Stadtgesellschaft, etwa in der freiwilligen Feuerwehr, anderen Hilfsorganisationen, bei der Unterstützung der Vereine oder im Rahmen von Veranstaltungen. Hier ist mein Wunsch, dass diese „Zusammenarbeit“ zwischen Gewerbetreibenden und Stadt weiterhin so gut funktioniert. Weiterhin ist es mir als langjähriger Vorsitzender des Stadtjugendring Kronberg eine Herzensangelegenheit, dass Kronberger Unternehmen weiterhin Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbieten. Grundsätzlich stehe ich für einen offenen und ehrlichen Dialog zwischen Gewerbetreibenden und Stadt Kronberg.

 

Weiterführende Dokumente: Antrag Handwerkerdorf und Originalantwort

Weitere Infos sind auf der Website von Andreas Becker zu finden.

 

 


Kristina Fröhlich (FDP)

Kristina Fröhlich (FDP) hat am 19.2.2020 ihre folgenden Antworten eingereicht.

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Kronberg dauerhaft zu sichern?“

Grundsätzlich sehen wir die Stadt Kronberg vor allem in der Rolle, für Unternehmen und deren Mitarbeiter attraktive Rahmenbedingung zu schaffen. Hierzu zählen für uns vor allem folgende Aspekte:

1. Kommunikation. Nichts ist so wichtig wie zuzuhören und zu verstehen, wie es den Parteien vor Ort geht. Ein regelmäßiger monatlicher Austausch von Verwaltung und den Mittelstandsvertretern am „runden Tisch“ kann eventuelle Probleme schon im Vorfeld beseitigen.

In Hamburg wurde vor Jahren ein "Bündnis für den Mittelstand" gegründet – eine gemeinsame Plattform zur Förderung und Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Leistungskraft des Mittelstands und damit zur Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Ziel ist es, Kronbergs Position in Deutschland als attraktiven Standort für Selbstständige und mittelständische Unternehmen zu festigen und auszubauen. So eine Initiative würde ich gerne für Kronberg ins Leben rufen.

2.   Gewerbeflächen. Es darf nicht sein, dass Kronberger Unternahmen abwandern, weil sie ihren Bedarf zur Expansion in Kronberg nicht umsetzen können. Bereits 2015 wurde die Arbeit am Stadtentwicklungskonzept begonnen und potentielle zusätzliche Gewerbeflächen identifiziert. Hier müssen nun aber auch die Ergebnisse dieser konzeptionellen Arbeit umgesetzt werden.

3.  Mehr Serviceorientierung und Digitalisierung der Verwaltung. Wir müssen unkomplizierter und schneller Informationen und Unterstützung leisten können.

4.   Verbesserung der Digitalen Infrastruktur Kronbergs. Ein verlässliches und starkes Glasfasernetz im gesamten Stadtgebiert ist eine wichtige Grundvoraussetzung für modernes Arbeiten. Weiterhin bedarf es auch zum Teil einer Verstärkung der Mobilfunknetze.

5. Unterstützung von Unternehmensgründung sowie Neuansiedlung von bestehenden Unternehmen

•    Schaffung eines zentralen Ansprechpartners für Unternehmensgründer und Unternehmensneuansiedlungen, der mit den besonderen Herausforderungen von Unternehmensgründungen und Neuansiedlungen vertraut ist und ein erster Ansprechpartner für Unterstützung bei allen Arten von Fragen der Verwaltung sein kann.

•    Stärkere Zusammenarbeit der Stadt Kronberg mit dem Bund der Selbständigen, der IHK Frankfurt und anderen Unternehmensverbänden und -vereinigung, um wertvolle Anregungen für Verbesserungen aufzunehmen und dann umzusetzen

•    Beibehaltung eines attraktiven Gewerbesteuerhebesatz in Kronberg 357% im Vergleich zu Frankfurt am Main 460%      

6.   Stärkeres proaktives Risikomanagement von künftig zu erwartenden Extremwetterereignissen, die ggf. zu Betriebsunterbrechungen führen könnten

 

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeisterin widmen wollen?“

Ich plane, mit allen Mitteln vor Ort dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken:

•    Schaffung von zusätzlichem Wohnraum für Ihre Mitarbeiter. Die Initiative der Kronberger FDP, eine Wohnbaugesellschaft zu gründen, ermöglicht es der Stadt Kronberg, eigenständig die Belegungskriterien festzulegen und ggf. anzupassen.

•    Mobilität. Wir haben bereits eine sehr gute Verkehrsanbindung an die Stadt Frankfurt und den Flughafen. Das Pendeln mit dem Auto jedoch ist ein belastender Faktor. Daher unterstützen wir auf der einen Seite eine erhöhte Taktzahl der S-Bahn, die Umsetzung der geplanten West-Tagente zum Flughafen, eine Optimierung der Ampelschaltungen wie auch eine kommunale Zusammenarbeit mit umliegenden Kommunen, um eine Entlastung am Sodener Stock zu ermöglichen. Aktiv setze ich mich auch für die Förderung von Co-Sharing Spaces im Stadtgebiet ein. 

 

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

Mir wäre es wichtig, mit der mittelständischen Wirtschaft eine direkte Kommunikation zu haben, um Ihre Situation und Ihre Herausforderungen jederzeit richtig zu verstehen und daraus dann auch Handlungen abzuleiten.

 

Weiterführende Dokumente: Originalantwort

Weitere Infos sind auf der Website von Kristina Fröhlich zu finden.

 

 


Christoph König (unabhängiger Kandidat)

Christoph König (unabhängger Kandidat) hat am 20.2.2020 seine folgenden Antworten eingereicht.

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Kronberg dauerhaft zu sichern?“

Eine funktionierende, prosperierende Wirtschaft ist für eine Stadt von existenzieller Bedeutung. Es ist die Aufgabe der Stadt, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und zu verbessern, dass die ansässigen Unternehmen erfolgreich arbeiten können.

Ich möchte mich vor allem in folgenden Handlungsfeldern besonders für die Belange der Wirtschaft einsetzen:

1. – Kronberg hat in den letzten Jahren einige Unternehmen verloren, weil sie expandieren wollten, in Kronberg aber keine passenden Flächen zu finden waren. Dies schwächt die Wirtschaft vor Ort, lässt Arbeitsplätze abwandern und schädigt die Stadt auch finanziell. Deshalb ist es erfor­derlich, neue Gewerbeflächen zu schaffen. Das Stadtentwicklungskonzept hat hierfür einige Potentialflächen, auch durch Innenentwicklung der bestehenden Gewerbegebiete, aufgezeigt.

2. – Eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur ist für Unternehmen aller Branchen lebens­notwendig. Vor allem der Ausbau leistungsstarker Datenverbindungen muss vorangebracht werden. Aber auch ein familienfreundliches Wohnumfeld, das Angebot an Kinderbetreuung und Schulen und das kulturelle Angebot sind für die Ansiedlung von Unternehmen und ihrer Mitarbeiter von großer Bedeutung.

3. – Eine stabile Gewerbesteuer schafft Planungssicherheit für Unternehmen und Stadt. Ich spreche mich deshalb dafür aus, den aktuellen Steuersatz von 357 Punkten beizubehalten. Voraussetzung hierfür ist eine vorausschauende Finanzpolitik.

 

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeister widmen wollen?“

Der Fachkräftemangel ist ein Problem, das von der mittelständischen Wirtschaft oft thematisiert wird. Gerade im Bereich des Handwerks führt der Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu immer größeren Problemen bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter; gerade Auszubildende und jüngere Mitarbeiter finden in Kronberg oft genug keine Wohnung.

Dem möchte ich entgegenwirken, indem der auf eine Initiative von SPD, Grünen, FDP und UBG zurückgehende Beschluss, einen städtischen Wohnbaubetrieb zu gründen und auf den städtischen Flächen am Bahnhof und auf dem bisherigen Sportplatz in Oberhöchstadt städtische Wohnungen zu bauen, schnell in die Tat umgesetzt wird. Durch das Schaffen zusätzlichen Wohnraums, dessen Preis seitens der Stadt kontrolliert wird, kann im unteren Preissegment des Wohnungsmarktes spürbare Entlastung geschaffen werden.

Darüber hinaus ist es mir wichtig, mit den Unternehmen vor Ort im Gespräch zu bleiben, um ihre Wünsche und Anliegen zu erfahren.

 

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

Ich habe gleich zwei solcher Anliegen:

1. – Kronberg leidet, ebenso wie andere Städte seiner Größe, am fortschreitenden Strukturwandel im Einzelhandel; der dreifache Konkurrenzdruck durch Online-Handel, nahes Einkaufszentrum und eine Großstadt vor der Haustür macht den Gewerbetreibenden das Leben schwer. Ich bin davon überzeugt, dass Einzelhandel und Handwerk, Gastronomie und Hotellerie ebenso wie die Kultur­schaffenden in der Stadt von einem integrierten Stadtmarketing, das alle diese Bereiche miteinander verbindet und viele Stärken zu einem großen Ganzen bündelt, profitieren würden. Das Konzept hierfür wird gerade erarbeitet. Es kann aber nur dann ein Erfolg werden, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Dafür will ich mich einsetzen, und damit es ein Erfolg wird, brauchen wir vor allem die Unterstützung engagierter Unternehmer vor Ort.

2. – Kronberg hat zwei leistungsstarke Freiwillige Feuerwehren; diese können aber nur erfolgreich sein, weil die Unternehmen vor Ort als Arbeitgeber der ehrenamtlichen Feuerwehrleute diese für Ein­sätze freistellen – auch wenn dann die Arbeit liegenbleibt. Dies funktioniert in Kronberg vorbildlich, und damit beweisen die Unternehmen ein hohes Maß an Verantwortung für unser Gemeinwesen. Als langjährigem Feuerwehr­mann ist es mir ein Herzensanliegen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

 

Weiterführende Dokumente: Originalantwort 

Weitere Infos sind auf der Website von Christoph König zu finden.