Carsten Trumpp, CDU (Video Interview)

Carsten Trumpp stand uns am 28.12.2020 für ein Video Interview zur Verfügung.

Wir danken für seine Zeit und seinen Dialog mit dem Mittelstand.

Weitere Infos auf der Website Carsten Trumpp und CDU Oberursel.

 

Hier ist der LINK zum Video. 

 

Seine schriftlichen Antworten zu unseren Fragen sind zusätzlich hier zu finden:

 

1.    Warum sind Sie in die Politik gegangen? Warum kandidieren Sie?


Meine Eltern waren beide schon politisch tätig und dies hat mich schon mein Leben lang interessiert. Jedoch habe ich mich als Bediensteter in der Kommune, in der ich beschäftigt bin mit einer eigenen politischen Tätigkeit zurückgehalten.


Als Mitarbeiter der Verwaltung und aktiver Präsident des größten Sportvereins war ich über die 30 Jahre mit der Politik in Kontakt. Ich habe gute Zeiten und weniger gute Zeiten miterlebt.


Wir sind derzeit in schwierigen Zeiten, da die Kommunen immer weniger freie Geldmittel zur Verfügung haben und wir jemanden brauchen, der weiß wie die Verwaltung funktioniert und somit die richtigen Weichenstellungen vornehmen kann. Ich benötige keine 100 Tage um die Verwaltung kennen zu lernen. Ich kann am ersten Tag mit der Umstellung beginnen und neu justieren.


Ich kandidiere also, weil ich mich zum Einen für einen notwendigen Fachmann sehe und zum Anderen aber auch die Gesellschaft und ihre Belange im Blick habe. Dies habe ich unter anderem auch mit dem gesamtgesellschaftlichen Verhalten als TSGO gezeigt, in dem wir ohne großes Aufhebens zur Finanzierung des neuen Hallenbades unseren Anspruch auf den Sportplatz an der Altkönigstraße hergegeben haben.


Sie sehen also, dass der Blick von mir schon immer ein Gesamtgesellschaftlicher war. Und das ist doch eine Kernaufgabe eines Bürgermeisters. Er muss das große Ganze sehen.

 

2.    Was haben Sie vorher gemacht? Was machen Sie bisher beruflich?


Wie sich schon ausgeführt habe bin ich bei der Stadtverwaltung seit 1988 als Beamter tätig. Zuerst im mittleren Dienst und dann habe ich 2003 ein duales Studium zum Diplom Verwaltungswirt abgeschlossen. Seit 2004 bin ich als Abteilungsleiter und seit 2013 als Stellvertretender Geschäftsbereichsleiter im Bereich Einwohnerservice, Ordnung und Sicherheit tätig.

 

3.    Welche 3 Punkte sind Ihnen mit Ihrer Kandidatur besonders wichtig?


Meine Hauptthemen sind
Verkehr,
Bauboom bremsen mit dem Erhalt von Grünflächen und
Stärkung der örtlichen Betriebe, also des Mittelstandes.

 

4.    Worin unterscheiden Sie sich von Ihren politischen Alternativen?
(Es können Punkte aus #3 genannt werden oder auch nicht)


Beim Verkehr stehe ich ganz klar für eine ausgewogene Verkehrspolitik. Das heißt, dass ich keine Idealismuspolitik gegen das Auto führe. Dies ist aber derzeit spürbar. Ich stehe dafür das alle Verkehrsteilnehmer sicher und gut zum Ziel kommen.


Das Thema Bauboom bremsen und Erhalt der Grünflächen steht bei mir schon deshalb im Fokus, da ich zum einen sehe wie die Verdichtung den Charakter ganzer Viertel verändert. Dies ist keine gute Entwicklung und führt nicht wirklich zu einer Entlastung der Oberurseler Wohnungssuchenden. Als Anwohner mitten in der Stadt möchte ich auch der Überhitzung der Stadt entgegenstehen. Zum Anderen bin ich als Spaziergänger im Wald von den Waldschäden tief betroffen. Wir müssen dem Wald die Chance geben, dass dieser Nachhaltig wieder wächst und uns als Naherholungsgebiet zur Verfügung steht. Aber genauso müssen wir die Grünflächen in der Stadt genau anschauen, durch diese kann eine Stadt mit seinen Bürgern noch frei atmen und erleiden keinen Kollaps.


Die Stärkung der mittelständischen Betriebe ist mir aber auch wichtig. Wir müssen den örtlichen Betrieben die Chance der Entwicklung geben. Das fängt bei kleineren Unternehmen an, die keine großen Flächenerweiterung suchen um Lagerstätten oder kleinere Erweiterungen benötigen, um sich gesund entwickeln zu können. Aber sie sind auch die örtlichen Arbeitgeber mit einem hohen Identitätsfaktor. Sie unterstützen die Vereine und das öffentliche Leben nicht nur finanziell, sondern auch mit viel Ehrgeiz und Engagement. Das ist ein wertvoller Schatz, den wir besser nutzen möchten.

 

5.    Was wird es mit Ihnen nicht geben?


Ich werde mich als Bürgermeister klar gegen eine Bebauung nördlich der A5 einsetzen. Wir brauchen eine klare Grenze zu Frankfurt und Erhalt des Felder als landwirtschaftliche Nahversorgungfläche und als Naherholungsgebiet. Frankfurt muss nicht weiter wachsen. Sie müssen intelligent die vorhandenen Innerstädtischen Flächen bespielen und Lösungen suchen. Ein Flächenfrass ist nicht die richtige Lösung.


Ich möchte auch nicht alle Straßen in der Stadt mit Tempo 30 sehen. Die Hauptverkehrsstraßen müssen fließen und den Verkehr durch Oberursel tragen. Das funktioniert nicht gut mit Tempo 30.

 

6.    Woran werden die Menschen nach Ihrer Amtszeit spüren, dass Sie mit Ihnen die richtige Wahl getroffen haben?


Sie werden feststellen, dass das gesellschaftliche Leben weiterhin so unterstütz wird, dass Vereine und Organisationen die notwendige Unterstützung haben, um Ihre ehrenamtliche Arbeit weiterhin für die Gesellschaft anbieten können. Und das, obwohl die finanzielle Lage dies aktuell nicht wirklich glauben lässt, bin ich mir sicher die Finanzen der Stadt so zu stabilisieren, dass wir weiterhin handlungsfähig sind. Denn nur eine Stadt, die auch weiterhin handlungsfähig ist, kann in der Zukunft in das soziale Leben investieren. Wir leisten uns aktuell im Jahr 20 Mio. EURO für den Bereich der Kinderbetreuung. Dier darf auch in Zukunft zu keinen weiteren Einsparungen an anderen Stellen führen.

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7.    Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Oberursel dauerhaft zu sichern?


Wie ich bereits ausgeführt habe, müssen wir unseren Betrieben in Oberursel Entwicklungsmöglichkeiten geben. Dies kann durch die Unterstützung bei der Suche von Flächen, aber auch bei der Schaffung von Flächen liegen. Ich möchte mein Augenmerk bei der Flächenentwicklung auf die Bedürfnisse der Oberurseler Unternehmen legen.

 

8.    Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeister widmen wollen?


Ich stehe den Betrieben in Oberursel als direkter Ansprechpartner zur Verfügung!


Ich möchte aber auch mittelfristig, aber lieber kurzfristig die Vorstadt attraktiver gestalten. Die Vermietungssituation kann ich nicht ändern, die Entscheidung treffen die Vermieter. Ich kann aber sensibilisieren und den öffentlichen Raum attraktiver gestalten. Dies bedeutet ganz konkret, dass wir ein einheitliches Pflaster in der ganzen Fußgängerzone erreichen. Aber genauso bedeutet dies, dass der Wochenmarkt am Samstag wieder auf den Marktplatz kommt. Die Geschäfte in der Altstadt merken die coronabedingte Verlegung zusätzlich zu den Regelungen der Schließungen von Geschäften. In der Altstadt würden wir dann die noch vorhandenen inhabergeführten Geschäfte verlieren. Das darf nicht passieren.

 

9.    Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?


Ich wünsche mir weiterhin eine große Identifikation mit der Stadt und dass sich jeder nach seinen Möglichkeiten einbringt.


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10.    Nehmen wir mal an, dass Sie gewählt werden, dann lassen Sie uns mal einen Blick in Ihren zukünftigen Alltag nehmen: Was werden Sie in den ersten 100 Tagen machen?


Ich werde die Verwaltung neu strukturieren, damit sie effektiver arbeiten kann und unnötige Reibungsverluste minimiert werden.


Auch die Umstellung auf eine effektive Verwaltung werde ich vorantreiben. Hier haben wir noch viel Potenzial.


Ich werde aber genauso eine Prüfung veranlassen, den BSO wieder in die Verwaltung zu integrieren. Die Ziele der Ausgliederung sind nicht erfüllt worden und wir stecken zu viel Aufwand in die interne Leistungsverrechnung.


Ich bin mir sicher, dass die politisch Verantwortlichen in der Stadtverordnetensitzung diese Wege mitgehen, da ich hier auch für eine größere Transparenz für die notwendigen Entscheidungen sorgen möchte.

 

11.    Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrem zukünftigen Amt?


Auf die vielen Kontakte mit den Einwohnern dieser großartigen und liebenswürdigen Stadt in all seinen Facetten, aber auch genauso die Zukunft Oberursel entscheidend mitgestalten zu können.