Michael Planer ist der FDP-Bürgermeisterkandidat für Oberursel

Seine Antwort hat er uns am 19.10.2020 im Folgenden zur Verfügung gestellt.
Wir danken für seinen Input und seinen Dialog mit dem Mittelstand.
Weitere Infos auf der Website
Michael Planer und FDP Oberursel.

 

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Oberursel dauerhaft zu sichern?“

 

Oberursel ist bereits heute ein hoch attraktiver Wirtschaftsstandort im Rhein-Main-Gebiet. Neben der hervorragenden verkehrlichen Anbindung über Auto-, S- und U-Bahn und dem Vorteil als großer Schulstandort u. a. mit der Frankfurt International School kann Oberursel mit einer ausgezeichneten Lebensqualität und erfolgsversprechenden Arbeitsbedingungen Punkten. Auch Oberursel wird, wie das gesamte Rhein-Main-Gebiet, laut Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes weiter deutlich wachsen. Eine große Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen stellt weiterhin der Fachkräftemangel dar. Um den Standort Oberursel zu sichern, möchte ich den Gewerbestandort Oberursel gezielt ausbauen und den Zuzug von Fachkräften ermöglichen. Oberursel verfügt derzeit über viele freie Gewerbeflächen, die über Wegzug, Insolvenz oder auch Neubau entstanden sind. Hier möchte ich die Schlagkraft unserer Wirtschaftsförderung erhöhen und die Ansiedlung neuer Unternehmen ermöglichen. Auch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen ist mein Ziel. Ob südliche Riedwiese oder die Umgriffsflächen am Bahnhof oder eine Entwicklung am Sportplatz Weißkirchen sind für mich naheliegende Optionen. Parallel dazu möchte ich die Baugenehmigungsverfahren auf Effizienz prüfen. Um mit der Ressource Fläche möglichst schonend umzugehen, sollten in den Neubauflächen sowie bei Bestandsentwicklungen höhere Dichten ermöglicht werden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sehe ich neben der Schaffung neuen Wohnraums in Oberursel auch die bessere ÖPNV-Anbindung der Gemeinden im Hintertaunus oder durch die Verwirklichung der Westtagente mit der direkten Anbindung an den Flughafen als große Chancen an. Auch die Hauptverkehrsachsen in Oberursel sind für mich Teil der wirtschaftlichen Adern der Region. Daher werde ich die Hauptverkehrsstraßen wieder vom Tempo 30 befreien und Tempo 50 ermöglichen.

 

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Bürgermeister widmen wollen?“

 

Nach einer häufig verwendeten Klassifizierung (Unternehmensgrößenstruktur vgl. Gabler) gelten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mio. Euro bzw. weniger als 50 Mio. Euro oder mit zehn bis 499 Beschäftigte als mittelständisch. Laut Hessischem Statistischen Bundesamt fallen in Oberursel um die 220 Unternehmen in diese Kategorie. In den wirtschaftspolitischen Positionen der IHK für den Hochtaunuskreis „Kommunalwahl 2021 in Hessen“ werden zahlreiche Forderungen an die Verantwortlichen in der Kommune nach der Wahl in den Kategorien Standort- und Flächenentwicklung, Verkehr, Handel- und Tourismus, Digitalisierung, Bildung, Fachkräfteansiedlung sowie Steuern und Gebühren formuliert. Mit Abstand werden durch die Unternehmen Forderungen zur Reduktion der hohen Standortkosten benannt. Und tatsächlich war die Entwicklung des Gewerbesteuersatzes bereits vor Corona in Oberursel alle andere als positiv. Mein Hauptaugenmerk liegt daher darin, durch die Ansiedlung neuen Gewerbes und der Reduktion des Gewerbeleerstandes Optionen zur Senkung dieser und anderer Abgaben wie auch der Grundsteuer B zu erarbeiten. Die Bautätigkeit in Oberursel hatte sich in den vergangenen Jahren nur auf den Wohnungsbau konzentriert. Hier möchte ich mehr Gewicht auf den Ausbau des Gewerbestandortes legen. Dies ermöglicht mittel- und langfristig Einnahmen für die Stadt, die sich dann auf mehr Unternehmen verteilen und Senkungen der entsprechende Hebesätze zulassen. Und dies wiederum erhöht unsere Standortattraktivität wesentlich.

 

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

 

Davon ausgehend, dass gute Standortbedingungen für Unternehmen, die Voraussetzung für die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen bestimmen, können wir für bestehende Betriebe und Neuansiedlungen nur attraktiv sein, wenn wir diesbezüglich unsere Hausaufgaben machen. Daher gilt es eine stetige Attraktivitätssteigerung in Oberursel zu forcieren. Von den bisher ansässigen Unternehmen wünsche ich dafür die nötige Unterstützung bei der Entwicklung weiteren nachhaltigen Gewerbes und das gemeinsame Bewerben Oberursels als attraktiven Gewerbestandort. Hilfreich hierbei können eigene Netzwerke und der Austausch mit den Entscheidungsträgern interessierter Unternehmen sein. Generell wünsche ich mir, dass sich die Unternehmen in Oberursel weiterhin am kulturellen Leben der Stadt beteiligen. Bereits heute gibt es da zahlreiche Beispiele angefangen von Theater im Park, über Jazz-Meets-Mühle, dem Brunnenfest oder die weiteren zahlreichen Veranstaltungen, die über das gesamte Jahr in Oberursel und den Ortsteilen angeboten werden. Vorstellbar wäre auch, durch das zur Verfügung stellen von Freiflächen oder eine tatkräftige Unterstützung bei der Durchführung von Veranstaltungen, zu unterstützen. Eine intakte kulturelle und soziale Infrastruktur sind der Kitt einer tragenden Stadtgesellschaft. Mittelfristig wünsche ich mir für den Bewegungsraum Oberursel, der nach dem Vorbild der Alla-Hopp-Anlagen im Rhein-Neckar-Raum entstehen soll (siehe auch alla-hopp.de), neben den Patenschaften von Vereinen auch Patenschaften durch Oberurseler Firmen.