Dr. Oliver Jedynak, CDU

Dr. Oliver Jedynak ist Spitzenkandidat der CDU Bad Homburg. Seine Antworten (s.u.) hat er uns am 21.1.2021 zur Verfügung gestellt. Wir danken für seinen Input und seinen Dialog mit dem Mittelstand. Weitere Infos auf der Website CDU Bad Homburg.

 

Frage 1: „Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Bad Homburg dauerhaft zu sichern?“

 

Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt hat für uns als CDU Bad Homburg eine sehr hohe Priorität. Bad Homburg ist nachwievor ein starker Wirtschaftsstandort. Die Lage unserer Stadt in in der Rhein-Main-Region ist für viele Unternehmen optimal. Hierbei spielt der Anschluss an die A5 und somit auch der Anschluss zum Frankfurter Flughafen eine entscheidende Rolle. Dass Bad Homburg eine derart gutes Potential hat, ist aber kein Selbstläufer. Damit sich Bad Homburg auch in Zukunft gut entwickeln kann und eine hohe Lebensqualität bietet, muss unsere Stadt handlungs- und leistungsfähig bleiben. Unbedingte Voraussetzungen dafür sind eine starke heimische Wirtschaft, eine leistungsfähige Infrastruktur und eine solide städtische Haushaltsführung. Die Stadt muss auch zukünftig kostenbewusst haushalten, ihre regelmäßigen Ausgaben immer wieder auf den Prüfstand stellen und die verfügbaren Finanzmittel zielgerichtet einsetzen. Da diese zum großen Teil aus der Gewerbesteuer stammen, leisten die Unternehmen einen zentralen Beitrag für die hohe Finanzkraft unserer Stadt. Wir möchten, dass Bad Homburg durch eine aktive Wirtschaftsförderung für unsere ansässigen Unternehmen langfristig attraktiv bleibt und darüber hinaus neue Unternehmen zu uns holen. Es gilt zum einen, unseren ansässigen Unternehmen räumliche Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten, um ihnen langfristige Entwicklungsperspektiven zu geben. Zum anderen müssen wir potenzielle Interessenten aktiv ansprechen und ihnen neue Flächen zur Ansiedlung anbieten. Dazu müssen wir ein nachhaltiges Flächenmanagement betreiben und neue Gewerbeflächen schaffen. Wir fördern aber auch Start-Ups und Unternehmensneugründungen in Bad Homburg, zum Beispiel mit dem Beitritt der Stadt zum Gründernetzwerk Groundr, mit dem wir die Zusammenarbeit intensivieren wollen. Beim Thema der Infrastruktur wird der bereits beschlossene Ausbau der U2 von der Haltestelle Gonzenheim bis zu unserem Bahnhof zusammen mit der Regionaltangente West eine elementar wichtige Rolle spielen. All diese Punkte werden zu einer noch besseren Erreichbarkeit der Firmen im Stadtgebiet für Mitarbeiter und Kunden führen.

 

 

Frage 2: „Was ist ein wesentliches Anliegen des Mittelstands, dem Sie sich als Spitzenkandidat widmen wollen?“

 

Bad Homburg ist seit Jahrzehnten ein so erfolgreicher Gewerbestandort ist, bringt Folgeprobleme für den Mittelstand mit sich. Die Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe werden immer knapper. Unser Ziel ist es neben Wohnraum auch neue Gewerbeflächen auszuweisen. Hierbei stützen wir uns auch auf das zusammen mit Wirtschaft, Bürgern und Politik erarbeiteten Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2030). Trotz neuer Entwicklungen dürfen selbstverständlich die bereits angesiedelten Unternehmen nicht vergessen werden. Daher wollen wir auch in Zukunft unseren Bestandsunternehmen optimale Bedingungen zur Verfügung stellen. Aber wir wollen auch neue Unternehmen mit guten Entwicklungsmöglichkeiten in die Stadt locken. Dazu gehört auch das Thema bezahlbarer Wohnraum. Derzeit entstehen an mehreren Stellen im Stadtgebiet Wohnflächen mit unterschiedlichen Bebauungen. Für Unternehmen ist es ein ganz wesentlicher Standortvorteil, wenn ihre Mitarbeiter ohne große Pendelei untergebracht werden können. 


Bei dieser Frage darf die Corona-Pandemie nicht außer Acht gelassen werden. Die Pandemie hat uns gezeigt, wo der Schuh besonders drückt: bei der Digitalisierung. Der wichtigste harte Standortfaktor bleibt – neben stabilen Steuerhebesätzen und Gebühren – die gute Infrastruktur. Hier haben wir vor allem im digitalen Bereich dringenden Handlungsbedarf. Unser Ziel ist schnelles Internet mit flächendeckendem Glasfaseranschluss im gesamten Stadtgebiet. Unter dem Stichwort „Smart City“ haben wir einen Prozess zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Bad Homburgs durch digitale Technologien, moderne Kommunikation und Vernetzung in der Stadt gestartet. Dazu gehört auch die Digitalisierung der Stadtverwaltung.

 

 

Frage 3: „Bei welcher Herzensangelegenheit wünschen Sie sich die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft vor Ort?“

 

Bad Homburg gehört bereits in vielerlei Hinsicht zu den ersten Adressen in der Rhein-Main-Region. Das ist aber kein Naturgesetz sondern Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik in der Vergangenheit. Wir müssen hier weiterhin kontinuierlich an der aktiven Vermarktung unseres attraktiven Standorts arbeiten. Denn eine Marke muss ständig gepflegt und weiterentwickelt werden. Hierzu wollen wir die Organisation unseres Stadtmarketings deutlich stärken und ein Stadtmarketingkonzept mit definierten Zielen erarbeiten, unter anderem im Hinblick auf Shopping, Kongress und Tourismus. Bei dieser Aufgabe sind wir auf fachlichen Input aus der Wirtschaft angewiesen. Wir können uns glücklich schätzen, dass es bei uns die gesamte Spannbreite zwischen Start-Ups bis hin zu großen Dax-Konzernen gibt. Damit unser Wirtschaftsstandort weiterhin so attraktiv bleibt, muss daher weiterhin ein reger Austausch zwischen der lokalen Wirtschaft und der Kommunalpolitik bestehen. Nur so kann die Politik zeitnah auf mögliche Probleme reagieren und ihr Verständnis für die Wirtschaft schärfen. Doch nicht nur die interne Kommunikation muss fortgeführt werden, auch die Kommunikation über die Stadtgrenzen hinaus sollte priorisiert werden: Unsere Unternehmen sind Botschafter unserer Stadt, teilweise in die Welt hinaus. Es wäre super, wenn die überregionale bzw. internationale Vermarktung der Unternehmen Hand in Hand mit der Vermarktung der Marke "Bad Homburg" gehen würde.