Fürsorge. Soziale Verantwortung. Ja, bin ich denn im Kindergarten?

Immer wieder klagen Führungskräfte, dass sie neben ihrem Tagesgeschäft nicht auch noch für jeden und alles Verantwortung übernehmen können. Ich höre sie oft sagen: „Das fühlt sich an, wie im Kindergarten.“

Ja. Das kann tatsächlich sein. Denn auch Erwachsene können sich ab und an wie Kinder verhalten. Zum Glück! Jeder von uns hat einen Kind-Anteil in sich. Er lässt uns lebendig fühlen. Wir nutzen ihn, wenn wir tanzen, singen, ausgelassen feiern oder kreativ und innovativ sind. All dies würde unserer erwachsenen Ratio weniger leicht fallen. Ergo - jeder Erwachsene sollte sein Kind in sich bewahren und es sogar zelebrieren.

Doch leider kann es unter besonderen Umständen auch vorkommen, dass sich der Kind-Anteil in uns, wie ein hilfloses Kind präsentiert. Nach außen hin sichtbar und auch im Inneren spürbar. Meist gehen negative Gedanken einher: „Ich kann oder schaffe das nicht. Ich bin zu blöd. Ich weiß nicht weiter. Was werden die anderen sagen? Das wird sich bestimmt nachteilig auf meinen Job auswirken, wenn ich jetzt nicht weiß, wie es geht?“ In diesem Modus werden Schuldgefühle, Scham und Selbstvorwürfe zur Stressfalle. Und Schwups ist man auf einen kleinen Teil seines Gehirns reduziert, die Amygdala. Sie befindet sich in Mitten unseres Gehirns. Das ist für gewöhnlich der Bereich, der für Notfälle zuständig ist. Kampf oder Flucht. Adrenalin wird ausgeschüttet, ein Autopilot aktiv und viel Energie in Muskelkraft gesteckt. Wer auf diesen kleinen Bereich im Gehirn reduziert ist, hat wenig Zugriff auf vorhandenes Wissen und Fähigkeiten. Diese Hilflosigkeit lähmt. Da kann ein sonst so fähiger Mitarbeitender urplötzlich wie ein kleines Kind erscheinen und sich auch so verhalten. Und die Führungskraft staunt: „Was ist denn nun los, bin ich denn im Kindergarten gelandet?“ Nein. Es ist leider eine logische Konsequenz von Stress. Stress reduziert das rationale Denken.

Jetzt wird die Führungskraft gebraucht. Gerade in diesen veränderungsintensiven Zeiten, stehen viele immens unter Stress. Da braucht es soziale Verantwortung in Form von Fürsorge. Sie ist ein zentraler Punkt der Führungsaufgabe. In diesem Fall hilft es, das in Not geratene Gehirn wieder zu aktivieren. Es ist keine Absicht des in Not Geratenen, nichts zu wissen oder zu können. Daher ist es sinnvoll, eventuell aufkommenden Groll über Bord zu werfen, und auf die wertschöpfende, positive Beziehungsgestaltung zu bauen. Sie unterstützt, Stress zu reduzieren und das Denken wieder zu ermöglichen.

 

  • Unterlassen Sie Vorwürfe
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit
  • Suchen Sie gemeinsam einen ruhigen Ort auf
  • Vermeiden Sie mithörendes Kollegium
  • Hören Sie aufmerksam zu
  • Stellen Sie Verständnisfragen und welche, die Ressourcen aktivieren
  • Signalisieren Sie Zuversicht

 

Dieses Zutun aktiviert den Präfrontalen Cortex. Das ist der Teil im Gehirn, in dem neuronale Verbindungen zur Verfügung stehen, die Probleme bewältigen. Hierin ist alles abgespeichert, was je erlernt und angewendet wurde. Ebenso Strategien für Lösungen. Diese Vorgehensweise hat auch einen Trainingseffekt. Ein Vorteil von sozialer Verantwortung. Sie ist damit auch Empowerment fürs Unternehmen.

 


Manuela Schmid
What about coaching
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