Rückblick: Forum Führung 2018 mit Philip Keil



Was Unternehmer von Berufspiloten lernen können 
BVMW-Forum Führung 2018 bei der SRH in Neckargemünd

Philip Keil tritt auf besondere Weise unspektakulär auf: ruhig, klar, auf den Punkt kommend. Das beeindruckt und macht ihn glaubwürdig. Der aktive Berufspilot, Speaker und Autor war im November Gastreferent beim diesjährigen "Forum Führung" des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) Nordbaden-Rhein-Neckar im SRH Berufsbildungswerk in Neckargemünd. Sein Thema: "Crash oder Punktlandung. Maximaler Schub für Ihren Erfolg". Der international gefragte "TOP 100"-Redner überträgt dabei Inhalte der Pilotenausbildung und deren Anwendung im Akutfall auf die Erfordernisse von Unternehmern und Führungskräfte. Problemlösung, effektives Teamwork und Führungsverantwortung - das sind Management-Skills, die auch in der Wirtschaft benötigt werden. Im Training von Piloten machen diese 90% aus - nur zu 10% besteht das Training aus Fliegen. Zentrale Fragen dabei: Wie führe ich mich und mein Team, wenn es turbulent wird? Was macht eine perfekt eingespielte Crew aus? Keil: "Im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung müssen Teams heute jenseits starrer Hierarchien schnell und koordiniert auf Veränderungen reagieren. Dazu bedarf es mehr Vertrauen und Entscheidungsfreude. Das kann man lernen und üben".

Gertrud W. Hilser und Josef Stumpf, Leitung BVMW Wirtschaftsregion, begrüßten zur ausgebuchten Veranstaltung, die einmal im Jahr stattfindet, über 160 Unternehmer und Führungskräfte aus der Metropolregion Rhein-Neckar und der TechnologieRegion Karlsruhe. Gastgeber Joachim Trabold sprach einleitend über die Herausforderung des Fachkräftebedarfs im Mittelstand. Das SRH Berufsbildungswerk vermittelt u.a. in über 40 Berufen Auszubildende und Absolventen für Praktika in Unternehmen und arbeitet dabei eng mit dem BVMW zusammen. Partner der Veranstaltung waren die lohn-ag.de Aktiengesellschaft, die WSB Wolf Beckerbauer Hummel  Partner Steuerberatungsgesellschaft mbH, die Ebert Automobile GmbH und die Volksbank Neckartal sowie Econo Rhein-Neckar als Medienpartner.

Referent Philip Keil war mit 22 Jahren einer der jüngsten Berufspiloten in Deutschland und blickt inzwischen auf über 8.000 Flugstunden und tausende Starts und Landungen auf vier Kontinenten zurück.  Ausgangspunkt für ihn, sich stärker mit Ursachen und Gründe von Flugzeugunfällen zu beschäftigen, war das eigene Erlebnis eines Beinahe-Absturzes im Jahr 2009. An konkreten Beispielen zeigt er eindrucksvoll auf, warum es in Gefahrensituationen zum "Crash" kommt oder eben zur "Punktlandung". In 80% aller Abstürze saß der Kapitän selbst am Steuer, stellt er nach Recherche von Untersuchungsakten fest. Der Co-Pilot hat das Problem meist frühzeitig erkannt, aber nicht eingegriffen. Machtdistanz verhindert Teamwork. Insbesondere fünf Grundhaltung ("Crash-Attitudes") treten dabei als Ursache immer wieder auf: Sorglosigkeit, Selbstüberschätzung, Tunnelblick, Indirektheit, Übertriebene Toleranz. Dabei zieht Keil Parallelen zum Unternehmeralltag. Er betont: "Flugzeuge stürzen nicht ab und Unternehmen scheitern nicht, weil der Einzelne Fehler macht, sondern weil niemand im Team den Fehler sieht - oder sehen will." Deshalb wurde die starre Kapitän / Co-Pilot-Struktur aufgegeben und sog. "Pilot Flying" / "Pilot Monitoring" eingeführt, also eine hierarchie-unabhängige Rollen- bzw. Aufgabenaufteilung im Cockpit.

Welche Verhaltensempfehlungen gibt der Pilot Keil Unternehmern in brenzligen Situationen? Erst einmal Ruhe bewahren. Nichts tun und in sich hineinhören. Die Frage beantworten "Was ist jetzt gerade wirklich wichtig?" („Fokusierung"). Im Team entsprechend die Rollen verteilen. Und dabei klar - und ggf. mutig - das formulieren, was man für richtig hält ("Stellung beziehen") und konkret in die Tat umsetzen ("Eigenverantwortung"). Keil: "Erfolgreich entscheiden setzt innere Stärke voraus." Als praktikables Instrument stellt Keil dabei die FORDEC Entscheidungscheckliste der NASA vor (Facts, Options, Risks an Benefits, Decisions, Execution, Check). Mutig bedeutet dabei - Mut zur Kontroverse, zur Fehlerkultur und auch zum Kulturwandel. So sieht Keil "Arbeiten 4.0" mehr als soziale Herausforderung, bei der sich Teams immer wieder neu erfinden und Führungskräfte umdenken müssen. Keil erläutert an Beispielen, dass Führungskräfte unter Druck eher an Altbewährtem festhalten und scheitern, statt fortschrittlich und in Alternativen zu denken. Veränderung gelingt jedoch nicht aus Angst - nur aus positivem inneren Antrieb. 

Nachbericht für das diesjährige "Forum Führung" im Wirtschaftsmagazin econo Rhein-Neckar - unter diesem Link.

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