Gemeinsam sind die EU und Japan für 30% des globalen BIP verantwortlich und beheimaten gemeinsam knapp 640. Millionen Verbraucher. De facto sieht das Abkommen vor, dass nach unterschiedlichen Übergangsfristen 99% aller Zölle wegfallen sollen. Davon dürfte in der EU vor allem die Lebensmittelindustrie profitieren, die bis jetzt stark verzollt wurde. Insbesondere Käse, Fleisch und Wein profitieren davon, dass die Zölle von bis zu 12% wegfallen werden. Auf der japanischen Seite erhofft man sich, dass gleichermaßen Zölle im Automobil- und Elektronikexporte wegfallen. Es geht jedoch nicht nur um die Abschaffung von Zöllen, sondern auch um die Einführung von gemeinsamen Standards ohne große Einschränkungen bei Sicherheitsstandards vorzunehmen.

Alles in allem erhoffen sich beide Seiten, dass das Freihandelsabkommen den Handel zwischen den beiden Regionen verstärkt, und prognostizieren eine Zunahme der Wirtschaftsleitung knapp 1%.

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Japan – EU Handelsabkommen JEFTA

Rund vier Jahre verhandelten die Europäische Union und Japan über ein gemeinsames Freihandelsabkommen. Nun endlich, passend zum G20 Gipfel in Hamburg einigten sich Cecilia Malmström, die EU Außenkommissarin und der Außenminister Japans, Fumio Kish...

Rund vier Jahre verhandelten die Europäische Union und Japan über ein gemeinsames Freihandelsabkommen. Nun endlich, passend zum G20 Gipfel in Hamburg einigten sich Cecilia Malmström, die EU Außenkommissarin und der Außenminister Japans, Fumio Kishida. In einer gemeinsamen Pressekonferenz tauschten die beiden Partner Daruma Puppen aus, die in Japan für Glück und als Zeichen beidseitigen Gewinns gesehen werden.

Obwohl Japan lange Zeit nur zögerlich Freihandelsabkommen mit anderen Ländern einging, zeigt die Einigung ein starkes Signal gegen den Protektionismus des US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte in seinem Wahlkampf vor allem die wirtschaftliche Abschottung Amerikas vom Rest der Welt propagiert und in seiner ersten Amtsphase wichtige Handelsbündnisse aufgekündigt.

Umso wichtiger ist das vielversprechende Jefta-Abkommen für sowohl die EU als auch Japan. Zwar ist mehr als deutlich, dass Japan nicht die USA als Handelspartner ersetzen kann, dennoch bringt das Abkommen neue Hoffnung. So lobt der Premierminister Japans, Shinzō Abe, das Freihandelsabkommen als „Vorbild einer Weltordnung des 21. Jahrhunderts“ und Jean-Claude Junker deklarierte: "Wir glauben, dass das Abkommen nötig ist. Weil wir an freien, fairen und regelbasierten Handel glauben. Europa will Geschäfte machen - faire Geschäfte."

Gemeinsam sind die EU und Japan für 30% des globalen BIP verantwortlich und beheimaten gemeinsam knapp 640. Millionen Verbraucher. De facto sieht das Abkommen vor, dass nach unterschiedlichen Übergangsfristen 99% aller Zölle wegfallen sollen. Davon dürfte in der EU vor allem die Lebensmittelindustrie profitieren, die bis jetzt stark verzollt wurde. Insbesondere Käse, Fleisch und Wein profitieren davon, dass die Zölle von bis zu 12% wegfallen werden. Auf der japanischen Seite erhofft man sich, dass gleichermaßen Zölle im Automobil- und Elektronikexporte wegfallen. Es geht jedoch nicht nur um die Abschaffung von Zöllen, sondern auch um die Einführung von gemeinsamen Standards ohne große Einschränkungen bei Sicherheitsstandards vorzunehmen.

Alles in allem erhoffen sich beide Seiten, dass das Freihandelsabkommen den Handel zwischen den beiden Regionen verstärkt, und prognostizieren eine Zunahme der Wirtschaftsleitung knapp 1%.