Freihandelsabkommen EU-Japan

Der 01. Februar 2019 stellt ein bedeutendes Datum für die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Japan dar. Mit diesem Tag ist das Freihandelsabkommen zwischen beiden Parteien in Kraft getreten.

Ziel dieses Abkommens ist die Liberalisierung und Erleichterung des Handels und der Investitionen sowie die Förderung engerer Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vertragsparteien. Dies soll insbesondere durch den Abbau tarifärer Handelshemmnisse in Form von Zöllen und die Harmonisierung von Rechtsvorschriften und bestimmten Zulassungsverfahren erreicht werden.

Aufgrund dessen profitieren insbesondere die Automobil-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie, sowie die Medizintechnik von dem neuen Freihandelsabkommen, indem Unternehmen, Landwirte oder Dienstleister ihre Produkte kostengünstiger auf dem jeweiligen Markt einführen können.

Während einzelne Harmonisierungsschritte erst nach einer Anpassungsphase von ein oder zwei Jahren wirksam werden, entfallen z.B. die bisherigen Zölle in Höhe von derzeit 15 % auf  europäischen Wein oder 30 % auf Käseprodukte mit sofortiger Wirkung. In diesem Zusammenhang ist auch hervorzuheben, dass Japan durch das EPA eine Vielzahl von Lebensmittelzusatzstoffen anerkennt. Für Wein ist die Harmonisierung von Behandlungsverfahren sogar ausdrücklich in den Anlagen des Abkommens aufgenommen worden.

Als äußerst wertvoller Exportmarkt für europäische Landwirte und Lebensmittelproduzenten mit einem jährlichen Exportvolumen von über 5,7 Milliarden Euro, ist Japan bereits der viertgrößte Markt für Agrarexporte der EU. Nach und nach werden rund 85% der EU-Agrarerzeugnisse völlig zollfrei nach Japan importiert werden dürfen. Dies entspricht einem Wert von 87% der aktuellen Exporte von Agrarerzeugnissen.

Durch das Abkommen soll sichergestellt werden, dass die jeweiligen Standards und technischen Vorschriften weitestgehend auf internationalen Normen basieren. In Verbindung mit den Bestimmungen über nichttarifäre Maßnahmen sind dies gute Nachrichten für europäische Exporteure von Elektronik, Pharmazeutika, Textilien und Chemikalien. Zum Beispiel wird der Rückgriff auf internationale Standards hilfreich sein, um eine einfachere und kostengünstigere Einhaltung von japanischen Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel zu ermöglichen.

Neben dem Abbau tarifärer Handelshemmnisse führt der Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse, wie z.B. aufwendiger Zulassungsverfahren für europäische Unternehmen zu einem einfacheren und kostengünstigeren Zugang zum japanischen Markt.

Der japanische Markt wird zukünftig auch für europäische Dienstleister lukrativer werden, indem beispielsweise die Einreise von Unternehmenspersonal vereinfacht wird, was insbesondere dem Telekommunikations- und Finanzdienstleistern zugutekommen wird.

Im Rahmen der Automobilindustrie führt die Harmonisierung von Rechtsvorschriften durch die Anerkennung europäischer Standards zu einem erleichterten Marktzugang. Die einfachere Zertifizierung pharmazeutischer Produkte wird den japanischen Markt für die europäische Pharmaindustrie in positiver Weise öffnen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Repräsentant des BVMW in Japan, Rechtsanwalt Michael A. Müller

 

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