Ein weiterer Industrieofen für den Nachbarn

47. BVMW-Fachgruppentreffen „Präzision aus Jena“ bei SIEGERT SFT, Tridelta Thermprozess und Mathys Orthopädie

Die beiden Geschäftsführer: Thomas Oberbach von der Mathys Orthopädie GmbH (rechts) und Frank Burgstedt von der Tridelta Thermprozess GmbH (helles Hemd)

Aller guten Dinge sind bekanntlich ihrer Drei. So erlebten die 20 Mitglieder und Gäste das 47. Treffen der BVMW-Fachgruppe „Präzision aus Jena“ am 28. September 2021 im thüringischen Hermsdorf als eine Premiere: Der enge Zusammenhalt unter den Akteuren des Hermsdorfer TRIDELTA-CAMPUS ermöglichte eine Veranstaltung an gleich drei Firmenstandorten. Den Auftakt sicherte die SFT Siegert Thinfilm Technology GmbH. Im SFT-Konferenzraum gab es nach der Firmenvorstellung durch Gastgeber Dr. Hartmut Wottawa, Geschäftsführender Gesellschafter der SFT, die obligatorische Vorstellungsrunde sowie die Fachvorträge der beiden späteren Gastgeber der Firmenrundgänge mit den stets tiefen Einblicken in die Fertigungen der Fachgruppen-Partner Tridelta Thermprozess GmbH und Mathys Orthopädie GmbH.

„Wärme bewegt, Wärme formt, Wärme fixiert!“
So überschrieb Frank Burgstedt, seit 2004 Geschäftsführender Gesellschafter der Hermsdorfer Tridelta Thermprozess GmbH, die Einführung in seine bis zu 1.900 Grad Celsius heiße Welt der individuellen Industrieöfen. Dies sind beispielsweise Herdwagenöfen, Drehrohröfen oder auch Schmiedeöfen. Fast die komplette Wertschöpfungskette von Projektierung bis Montage sichert die 40-köpfige Mannschaft selbst. Seine Industrieöfen kämen dabei bis auf die Größe einer LKW-Garage, doch meist sind es „handlichere“ Größen, so, wie beispielsweise das jüngste Projekt, ein „Oxidierender Sinterofen“ für Nachbar Mathys Orthopädie GmbH. Mit diesem Hubherdofen wird die Technologie des oxidierenden Sinterns anstelle des eher traditionellen Wasserstoffsinterns in Mörsdorf Einzug halten. Eine Herausforderung der Zukunft für energieintensive thermische Prozesse nicht nur im Industrieofenbau sieht Frank Burgstedt darin, weiter deren Energieeffizienz zu optimieren.

Keramische Gelenkendoprothesen von Mathys - Neue Mobilität und Lebensqualität
In ihren ersten 25 Jahren am Standort Mörsdorf seit 1992 konnte die Mathys Orthopädie GmbH, den Fertigungsausstoß ihrer Kugelköpfe aus Keramik für Hüft-, Knie- und Schultersysteme verzehnfachen. Sie verantwortet Entwicklung und Fertigung der Gelenk Endoprothesen. Aktuell entstehen nach Aussage von Thomas Oberbach, Geschäftsführer der Mathys Orthopädie GmbH, davon 44.000 Einheiten im Jahr. Mit dem Kurzschaftsystem Schulter beispielsweise erreiche die Mathys Marktanteile von bis zu 50 Prozent. Eine Firmenerweiterung auf den zweiten Standort in Hermsdorf ermögliche aktuell die Fertigung von etwa 141 unterschiedlichen Metallimplantaten sowie von knapp 600 verschiedenen Instrumenten für die Operateure. Insgesamt beschäftigt die Mathys Orthopädie etwa 90 Mitarbeiter an ihren beiden Thüringer Standorten sowie weitere etwa 45 in Bochum.

Nie ohne Rundgang durch die Fertigung
Die Erläuterungen von Steffen Lippold, Standortleiter Mathys Orthopädie Hermsdorf, und Frank Burgstedt während der Betriebsrundgänge jeweils von Wareneingang bis Ausliefertor rundeten auch dieses 47. Treffen wiederum perfekt ab.

Erfolgreicher Netzwerkansatz
„Die Anbahnung und Förderung der Zusammenarbeit der Unternehmen in der Region ist eines der Grundanliegen der Arbeit des BVMW. Unsere regionale BVMW-Fachgruppe "Präzision aus Jena" stellt dafür hier vor Ort die Plattform für technisch-technologische Unternehmen zur Verfügung“, beschreibt Dietmar Winter, Geschäftsführer des BVMW-Kreisverbundes Jena/Saale-Holzland-Kreis, Ansatz und Erfolgsprinzip dieses Netzwerks im Netzwerk.

Ein herzliches Dankeschön an die drei Gastgeber für diesen interessaten und informativen Nachmittag!

Text und Fotos: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION