2G in Betrieben ???

Forderung des BVMW stößt auf Widerspruch bei den Mitgliedern - Lesen Sie hier die Meinungen

Die in einigen Medien verbreitete Forderung des BVMW, die 2G-Regel auch in Betrieben einzuführen, stößt bei vielen Mitgliedern auf Unverständnis und Ablehnung. Natürlich wäre diese in den Firmen leichter zu kontrollieren, der finanzielle und organisatorische Aufwand geringer. Das hehre Ziel, damit einen totalen Lockdown auch in der Wirtschaft zu vermeiden, ist zwar löblich, aber heiligt hier der Zweck die Mittel?

Es bleiben die Fragen, die jedes Unternehmen betreffen: Was ist den Mitarbeitern, die nicht geimpft sind (aus welchen Gründen auch immer), und nicht ins Homeoffice ausweichen können? Bleiben diese einfach zu Hause? Ohne Bezüge? Oder lassen diese sich krank schreiben? Wenn dieser Teil der Belegschaft fehlt, kann sicher in vielen Firmen die Produktion bzw. der Geschäftsbetrieb nicht mehr gewährleistet werden. Gäbe es in diesem Falle staatliche Unterstützung?

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Dirk Hübel

2G ist aus meiner Sicht moralisch und ethisch nicht vertretbar, da es extrem spaltet (privat wie beruflich) und damit der Gesundheit langfristig schadet. Wenn Arbeitgebern Ihren Mitarbeitern das "Angebot" unterbreiten, sich zeitnah impfen zu lassen oder den Arbeitsplatz zu wechseln, nur weil es so leichter wird, dreht sich mir der Magen um. Vor allem mit dem Hintergrund, dass diese Menschen ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch nehmen. Als Geimpfter plädiere ich für mehr Miteinander und gegenseitige Unterstützung! Ich persönlich glaube, dass es besser wäre, finanzielle Mittel, Engagement und mediale Berichterstattung in folgende Themenfelder zu investieren: - Gesundheitsförderung (privat wie beruflich) - bundesweite, langfristige Kampagnen zur Stärkung des Immunsystems (bio-psycho-spzialer Ansatz) - Entwicklung einer wirksameren Impfung mit weniger Übertragungs- sowie Infektionsrisiko für mehr Akzeptanz und Vertrauen in der Bevölkerung Ich hoffe inständig, dass wir uns alle wieder mehr auf das Miteinander besinnen und von extremen Maßnahmen, Ausgrenzungen oder Beschuldigungen distanzieren.

Jens Scherbel

Denken wir das Ganze doch bitte einmal vom Ende her. Was würde eine rigorose 2G-Regel in der Konsequenz bedeuten? Ja, etwas Aufwand im Personalmanagement weniger. Aber eine andere Konsequenz ist, dass die Mitarbeiter, die sich aus begründeter Skepsis nicht mit den völlig neuartigen Impfstoffen impfen lassen möchten dann entweder beständig im Homeoffice arbeiten müssten und dort wo Homeoffice nicht praktikabel ist, diese Leute dann das Unternehmen verlassen müssen. Dauerhaftes Homeoffice ist aus eigener Erfahrung nie so effizient, wie eine Teamarbeit vor Ort. In Zeiten, wo es schwer ist gute Mitarbeiter zu bekommen, macht es wenig Sinn Mitarbeiter durch so eine 2G-Regel aus dem Unternehmen herauszuekeln. Auch bei unseren Mitarbeitern sind die Nerven schon ziemlich angespannt, insbesondere die, die Kinder haben und unter den ständigen Einschränkungen in Schulen und Kindergärten immer wieder in die Bresche für die Staatsaufgaben springen müssen - neben ihrer Arbeit im Betrieb. Müssen wir dann einen Teil unserer Mitarbeiter dann noch zusätzlich unter Druck setzen für eine Politik, die es weder bei Warntagen noch bei Hochwasser noch in einer pandemisch/epidemischen Lage nicht auf die Reihe bekommt entsprechend rechtzeitig Vorsorge gegen solche Katastrophen zu treffen? Ist denn eine pandemisch/epidemische Lage so etwas neues in der Welt, dass man nicht hätte erwarten können, dass die Legislative und Exekutive hier entsprechend vordenken konnte? Und schauen wir doch mal über die Grenzen: Großbrittannnien hatte z.B. die einschränkenden Maßnahmen im Sommer zurückgenommen, wo die Krankenhäuser üblicherweise nicht überfüllt sind - eine kluge Startegie meine ich. Und wo solche Gedanken in letzter Konsequenz dann hinführen, wenn die Nerven sehr angespannt sind zeigt das jüngste Beispiel aus Königs Wusterhausen: In manchen staatlichen Forschungsinstituten und Universitäten gibt es leider diese 2G-Regel schon. Ein Familienvater fälscht ein Impfzertifikat für seine Frau, damit sie an ihrer Universität weiterhin arbeiten kann, weil sonst die Rate für das Familienhäuschen nicht bezahlt werden kann. Als dies aufflog und dann auch noch große Kreise zog, sah sich die Familie so in die Ecke gedrängt, dass sie den Freitod inklusive ihrer Kinder von 4, 8 und 10 Jahren gewählt haben. Wer möchte neben einer Spaltung der Belegschaft dann noch für solche möglichen Kurzschlußreaktionen eines Mitarbeiters verantwortlich sein?

Rico Menz

Sehr geehrter Herr Winter, mit großer Sorge verfolge ich seit einigen Jahren die Entwicklung in unserem Land. Seit nunmehr fast zwei Jahren leisten unsere Mitarbeiter Außergewöhnliches. Die ständigen Schul- und Kitaschließungen, die Belastungen durch die Maßnahmen, erfordern großen Einsatz und Engagement. Ich bin sehr dankbar das wir hier, als Mannschaft der Fa. Hammer in Königshofen, so gut und stark zusammenarbeiten. Alle Mitarbeiter haben größten Einsatz geleistet. Trotzdem werden ständig die Maßnahmen verschärft und der Druck auf die Ungeimpften wird immer weiter erhöht. Ich spreche hier für uns, für unseren Standort in Königshofen. Es hängen hier ca. 30 Mitarbeiter mit Familien dran, wir werden eine weitere Spaltung nicht zulassen und lehnen eine 2G- Regelung kategorisch ab. Der Sinn erschließt sich uns einfach nicht, es scheint hier das Risiko einer Zerstörung der Wirtschaft, des Zusammenhalts in der Gesellschaft, bewußt in Kauf genommen zu werden, ja sogar bewusst herbeigeführt zu werden. Was mit unseren Kindern gerade geschieht, ist in unseren Augen ein Verbrechen, diese Rechnung werden wir alle bezahlen müssen, die Ergebnisse davon sehen wir jeden Tag all zu deutlich. Ich lade sie, lieber Herr Winter und auch jedes andere Mitglied des BVMW herzlich ein, besuchen sie mich in Königshofen und wir können ausgiebig über dieses Thema reden. Mich interessiert natürlich unbedingt ihre Meinung dazu. mit freundlichen Grüßen aus Königshofen, Rico Menz

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