#COVID19 in Jena - nun doch ein Ende?

BVMW Jena lud zum Unternehmerdialog mit Jenas Amtsärztin Dr. Enikö Bán

Im Online-Dialog zu COVID19 mit Jenas Amtsärztin und Fachdienstleiterin Dr. Enikö Bán fragten und diskutierten Mitglieder und Gäste des BVMW-Kreisverbundes Jena/Saale-Holzland-Kreis am 15. Februar 2022 aus Unternehmersicht die aktuelle Pandemie-Situation vor Ort und Generelles zu Auflagen des Gesundheitsschutzes und zum Infektionsgeschehen.

Datenaustausch „wie im Mittelalter“
Jena hatte aktuell die 1000-er-Inzidenz überschritten, erfuhren die knapp 20 Gäste des Webmeetings von Dr. Enikö Bán und weiter, dass sich aktuell keine CORONA-Patienten auf der Intensivstation des Jenaer Uniklinikums befänden. Auf Unverständnis stieß das Procedere der Erfassung und Weitergabe der Daten zu Impfstatus und verabreichtem Impfstoff. Dieser müsse vom Gesundheitsamt meist persönlich nachgefragt und weiter händisch nachgepflegt werden. Und dies bei der herrschenden Personalsituation und dem sehr hohen Aufwand zur Kontaktnachverfolgung wegen der weiter steigenden Inzidenz. Dies relativiere natürlich Aktualität und Belastbarkeit der täglich veröffentlichten statistischen Inzidenz- und Fallzahlen, auf Basis dessen von der Politik Maßnahmen festgesetzt werden.

Impfen, Masken und AHA bleiben die Mittel
Dr. Enikö Bán bestätigte noch einmal, dass durch Impfungen kein Infektionsschutz erlangt werde. Jedoch betrage die Impfeffektivität für „Geboosterte“ in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre 88 Prozent, also müssten nur aus dieser Gruppe 12 von 100 Personen nach erneuter Infektion im Krankenhaus stationär aufgenommen und behandelt werden. Ihrer Empfehlung nach böten in Innenbereichen FFP2-Masken und außen die AHA-Regel effektiven Schutz vor Infektionen.

Umgang mit Mitarbeitern - Arbeitsrecht
Ständig neue Gesetzlichkeiten erschweren die Durchsetzung zusätzlich. Und dann natürlich die Frage zum Umgang mit Nicht-Geimpften und Testverweigerern. Ein hinreichender Grund für eine außerordentliche Kündigung sei das nach Aussage von Christoph Nicklitzsch, MittelDeutsche Legal GmbH, nicht. Dies und weitere arbeitsrechtliche Aspekte erläuterte der Rechtsanwalt aus Jena. So müsse die HomeOffice-Pflicht geprüft und angewandt werden. Zudem bestünde das Mittel der unbezahlten Freistellung.

Erfahrungsaustausch
Für Unternehmer, so die Diskussion, bedeuteten Arbeits- und Unfallschutz seit Pandemiebeginn sowie die Nachweispflicht und Kontrollen von Impf-, Test- sowie Genesenstatus einen schwer zu bewältigenden Bürokratieaufwand dar. Hierzu tauschten die Gäste pragmatische Tipps aus. Es bliebe fast nur „die gute EXCEL-Liste“, die als Arbeitsgrundlage und zur Terminverfolgung von jedem selbst erstellt und gepflegt werden müsse. Weitere effektvolle Praxiserfahrungen wurden geteilt. So setzte die ORISA Software GmbH seit Ausbruch der Pandemie stärker auf das BGM (Betriebliche Gesundheitsmanagement), was sehr gut und bewusst von den Mitarbeitern angenommen und gelebt wurde. Ansteckungen im Unternehmen konnten dadurch bisher vermieden werden.

Was klar sein müsse, so die Gesundheitsmedizinerin, die offensichtlichen und auch hier wieder diskutierten Schäden für Psyche des Einzelnen. Die Nachteile für die Wirtschaft entstünden durch die weltweit herrschende Pandemie und nicht durch die Maßnahmen zu deren Eindämmung.
Und unter den Unternehmerinnen und Unternehmern festigte sich wieder einmal die Gewissheit, dass weder Hoffen noch Warten auf die Politik, sondern einzig das eigene Handeln im Interesse von Unternehmen und Mitarbeitern die Existenz sichere.

Text: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION

Skepsis gegenüber den offizielle Zahlen und vor allen den daraus resultierenden politischen Entscheidungen