#COVID19 im Saale-Holzland-Kreis - Vernunft und Sachlichkeit gefragt

BVMW Jena-SHK lud zum Unternehmerdialog mit Landrat Andreas Heller

Für den Online-Dialog zur CORONA-Lage im Landkreis am 24. Februar 2022 schaltete sich Andreas Heller, Landrat des Saale-Holzland-Kreises (SHK) gemeinsam mit Kathrin Nestler, Leiterin der Abteilung Soziales, Jugend und Gesundheit, in der auch das Gesundheitsamt angesiedelt ist, als Gesprächspartner ein. Nach der Veranstaltung für Jena erfuhren auch hierin Mitglieder und Gäste des BVMW-Kreisverbundes Jena/Saale-Holzland-Kreis Details zur aktuellen Pandemie-Situation vor Ort und diskutierten aus Unternehmersicht Generelles zu Auflagen des Gesundheitsschutzes und zum Infektionsgeschehen.

Fakten und Verordnungen mit Vernunft und Sachlichkeit betrachten
Im SHK per 23.02.2022 betrugen die Inzidenz 1.821, der Hospitalisierungsindex 8,5. Keiner der 11 erfassten Patienten mit einer COVID-Infektion in Krankenhäusern läge auf der Intensivstation, erfuhren die knapp 15 Gäste der ONLINE-Konferenz via MS TEAMS. Für belastbarere Zahlen müsse doch erfasst werden, so eine Anregung, ob die Patienten wegen der COVID19-Infektion eingeliefert wurden oder ob bei Einlieferung zur Behandlung die Infektion erkannt worden ist. Allerdings, so ein Einwurf, sei dies für den Schutz vor Überlastung des Gesundheitswesens, auf die sämtliche Maßnahmen ja ausgerichtet werden, nicht relevant. Impfen und Test blieben notwendig, so Landrat Andreas Heller. Zahlen blieben alarmierend, jedoch sollten sie heute auf Basis der Erfahrungen, „mit Vernunft und Sachlichkeit“ bewertet und betrachtet werden.

Gesetzliche Impfpflicht für Gesundheitswesen und Pflege ab 15. März 2022
Das Gesetz tritt in Kraft. Für den Freistaat werde hierzu, nach Aussage Kathrin Nestler, ein Erlass mit Vorgaben für alle Gebietskörperschaften erarbeitet. Es seien Ermessensspielräume unter dem Hauptaugenmerk vorgesehen, die Versorgungssicherheit in Gesundheitswesen und Pflege zu erhalten. Verbindliche Maßnahmen, ergänzte Andreas Heller zumindest etwas beruhigend, würden demnach jedoch erst nach entsprechender Prüfung und Einzelfallentscheidung verordnet. Als Politiker versicherte er allen in Gesundheitswesen und Pflege seine Hochachtung und Wertschätzung für das so aufopferungsvoll Geleistete.

Einflussnahme auf Landesverordnungen
Es gebe, so Andreas Heller, regelmäßige Treffen der Ostthüringer Landräte. Hier entstandene Vorschläge zur Gestaltung der Verordnungen würden gegenüber dem Land vertreten. Einen Einfluss gegenüber dem Bund, speziell dem Gesundheitsministerium, hätte dann der Landkreistag.

Wie dem Arbeitsrecht genügen
Ständig neue Gesetzlichkeiten erschweren dessen Durchsetzung zusätzlich. Kann einem symptomfreien Mitarbeiter aber mit positiven Testbefund Zugang zum Arbeitsplatz gewährt werden? Eine Arbeitsquarantäne könne nicht ausgesprochen werden, so Christoph Nicklitzsch, MittelDeutsche Legal GmbH. Dies und weitere arbeitsrechtliche Aspekte erläuterte der Rechtsanwalt aus Jena.

Best practise
Unternehmer, so die Diskussion, stehen mehr vor der Frage, wie die Arbeitsfähigkeit der aller Mitarbeiter, unabhängig von Impfstatus und Testbereitschaft, erhalten, um Aufträge weiter erfüllen zu können und die Unternehmensexistenz zu sichern. Dies habe man, so ein Diskutant aus der Unternehmerschaft, „in konstruktiven Mitarbeitergesprächen über individuelle Wege und Verabredungen geschafft“.

Unternehmerinnen und Unternehmern müssten mit der Politik im Dialog bleiben, ist sich BVMW-Kreisgeschäftsführer Dietmar Winter sicher. Doch würden die „Vorschlagsrunden“ nur das eigene Handeln im Interesse von Unternehmen und Mitarbeitern ergänzen und unterstützen, jedoch nie ersetzen können.

Text: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION

Herzlichen Dank an Frau Nestler und Landrat Andreas Heller für die fachkundigen und sachlichen Auskünfte