Nachwuchsprobleme effektiv überwinden

Azubis finden und binden – Bei dieser Herausforderung lohnt es sich, die ÜAG zu fragen

Das Interesse, den Weg zu potenziellen Azubis zu finden, war sehr groß

Die ÜAG in Jena hat mit ihrem Projekt AZUBICARE den Nerv der Mittelständler voll getroffen. Viele mittelständische Unternehmen haben ihre liebe Not, nicht nur die passenden, sondern überhaupt Azubis zu finden. Mit dem systematischen und nachhaltigen Projekt der ÜAG kann das aber erfolgreich gelingen.

Liest man die Empfehlung der jüngsten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dann hat die ÜAG in Jena mit ihrem Projekt AZUBICARE wohl alles richtig gemacht. Das IW empfiehlt, die Potenziale zu heben. Und damit meint das Institut nicht nur die fachlichen Fähigkeiten. „Es komme künftig darauf an, die noch vorhandenen Potenziale bei den Jugendlichen zu heben, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen", heißt es in dem IW-Papier. So seien Berufsberater gefordert, Jugendliche noch stärker auf die Engpassberufe aufmerksam zu machen. Darüber hinaus müssten Bewerber noch stärker unterstützt werden. So könne "eine noch intensivere Förderung der Mobilität, der persönlichen Betreuung auch in der Freizeit, bis hin zu Angeboten des Jugendwohnens helfen".

Genau so kümmert sich die ÜAG bereits jetzt schon um Azubis und unterstützt damit nachhaltig und passgenau mittelständische Unternehmen, die händeringend Nachwuchs suchen. Mit dem Dreiklang „Bindung, Vertrauensaufbau, Persönlichkeitsentwicklung“ wird das individuelle Wachstum sowie die persönliche Entwicklung der Auszubildenden professionell und nachhaltig gefördert.

Davon konnten sich am 2. Juni 2022 interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Personalverantwortliche vor Ort bei der ÜAG im Jenaer Industriegebiet Nord überzeugen. Der BVMW Jena-Saale-Holzland hat diese beiden für den zukünftigen Arbeitsmarkt wichtigen Player zusammengebracht: Auszubi-suchende mittelständische Unternehmen und den professionellen Unterstützer bei der Besetzung der Ausbildungsstellen, die ÜAG. Katrin Horn vom BVMW, Leiterin des Kreisverbandes Saale-Orla und Greiz, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch im Namen von Dietmar Winter vom BVMW Jena-Saale-Holzland. Er konnte selbst nicht anwesend sein, da er mit einer Jenaer Wirtschaftsdelegation in der Partnerstadt Erlangen unterwegs war.

Jeannine Nawotke ist Mitarbeiterin beim Projekt AZUBICARE. Das ist ein strukturiertes und systematisches Programm, um passende Azubis zu finden. Die SCOUTING-Phase umfasst die Suche nach einem Azubi bis zum Abschluss des Ausbildungsvertrages. Danach kann es vom erstem Ausbildungsjahr bis zum Ausbildungsabschluss auf den „HIGHWAY“ gehen. Dieser umfasst unterschiedliche Gruppen- und Einzelangebote, bei denen die Azubis auch sozialpädagogisch während der Ausbildung betreut werden. Zum Beispiel mit dem CAMP. Dort werden die Azubis in einem 1-3-tägigen Workshop auf den Betriebsalltag vorbereitet. „Mit dem Camp-Workshop wollen wir vor allem die Lücken bei den Basis-Skills wie zum Beispiel beim Thema strukturierter Tagesablauf beheben. Dabei soll es aber bewusst locker zugehen, denn wir wollen Ängste abbauen. Es geht um die Weiterentwicklung der Persönlichkeit von den Auszubildenden“, so Kersten Kottnik, Bereichsleiter Bildung der ÜAG. Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu unterstützen, erhalten die Auszubildenden begleitend ein Praxis-Handbuch, das MANUAL. Darin finden die Auszubildenden alle betrieblichen Kernprozesse übersichtlich zum Nachschlagen erklärt.

ÜAG-Geschäftsführer Georg Hädicke macht noch einmal ganz deutlich: „Die Ausbildung braucht heute Kompetenzen, die mehr in Richtung soziale Fähigkeiten und Begeisterungsfähigkeit gehen. Die jungen Leute kommen mit ganz anderen Vorstellungen als früher. Zum Beispiel, was die Work-Life-Balance betrifft. Das hat sich komplett gewandelt. Wir müssen daher die Jugendlichen bewusster an die Arbeitsprozesse heranführen. Dazu kommt das knappe Angebot von jungen Menschen. Da sind die Unternehmen mehr als noch vor ein paar Jahren gefordert, sich auf die Azubis einzustellen. Wir begleiten diesen Prozess professionell.“

Im Anschluss an die „Theorie“ konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Unternehmen die Werkstätten und Ausbildungsräume anschauen. Jens Grunitz, Ausbilder Metall und CNC stellte sich gern den vielen Nachfragen. Die Teilnehmer wollten ganz genau wissen, was und wie ausgebildet wird.

Fotos und Text: Annett Hänel