Handicaps kein Handicap

BVMW-Mitglieder überzeugen sich bei ASB Holzlandwerkstätten in Bad Klosterlausnitz

Bei der Montage sind hohe Präzision und Feinmotorik gefragt.

Das Team der ASB Holzlandwerkstätten um Geschäftsführerin Claudia Kirchner in Bad Klosterlausnitz und natürlich die etwa 160 von ihnen betreuten Mitarbeiter liefern seit ihrer Gründung 1991 erfolgreich einen überzeugenden Beweis: Zuverlässigkeit, Fleiß und Geschick finden sich ebenso bei Menschen mit Behinderungen. Darauf setze die Sanitärtechnik Eisenberg GmbH nach dem Erfahrungsbericht von Fertigungsleiter Volker Zenker seit 1991 und propagiere dies auch bewusst gegenüber seinen Auftraggebern. Es sei ein Initialtest gewesen, dessen Erfolg zu heute zehn Kooperationen mit ähnlichen Werkstätten beispielsweise in Greiz, Wolfen, Bitterfeld als Montagepartner und Konfektionierer von Zubehörsets führte. Neben dem sozialen sei es auch der handfeste betriebswirtschaftliche Aspekt der eher ausgeführten Kleinserienfertigung, den die Sortimentsvielfalt der SANIT bedinge.


Und so würden zahlreiche weitere Unternehmen beispielsweise Anbieter elektronischer Sicherheitstechnik ebenso wie Traktorenproduzenten und Hersteller von Hydraulikkomponenten langjährig auf die Holzlandwerkstätten als Partner setzen. Auf dem ehemaligen Militärgelände in Bestandsgebäuden vom Arbeiter-Samariter-Bund, Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e. V. (ASB) eingerichtet, kamen seit 2001 moderne Werkstattgebäude mit insgesamt 175 Arbeitsplätzen hinzu. Bestandsgebäude wurden saniert. Ausgeführt werden Auftragsarbeiten im Metall-, Kunststoff- und Elektrik-/Elektronikbereich, beispielsweise Kunststoffbearbeitung, Baugruppenmontage, Spiegelschweißen, Klebearbeiten, Elektromontage, Kabelkonfektionierung, Lampenmontage, Prüf- und Lötarbeiten, maschinelle Stanz-, Fräs-, Bohr- und Senkarbeiten, stellte Claudia Kirchner den knapp 20 Gästen der Netzwerkveranstaltung des BVMW-Kreisverbundes Jena/Saale-Holzland-Kreis ihre Einrichtung vor. Die Motivation der Gäste zur Teilnahme am 9. August 2022 war unterschiedlich, was die bewährte Vorstellungsrunde einmal mehr bewies. So führte insbesondere der Wunsch nach Erfahrungsaustausch für den Umgang mit eigenen Mitarbeitern mit Handicap oder auch die Neueinstellung von Menschen mit Behinderungen nach Bad Klosterlausnitz auf das Gelände der ehemaligen „MUNA“.


Menschen mit Behinderung werde mit einer angemessenen beruflichen Bildung und einem Arbeitsplatz entsprechend der Neigungen und Fähigkeiten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert oder gar erst ermöglicht. Diese werden in einem dreimonatigen Eingangsverfahren herausgearbeitet. Daran schließen sich zwei Jahre Berufsausbildung, unterteilt in Grundkurs und Aufbaukurs. Praktika in Betrieben auf Außenarbeitsplätzen seien im zweiten Jahr bereits möglich. Hierfür sei das Team kontinuierlich unterwegs, um weitere Partner zu überzeugen und zu begeistern. Auf dem stets zu Netzwerktreffen gehörenden Betriebsrundgang mit vielfältigen Einblicken „hinter die Kulissen“ wurde deutlich, dass es keine Gründe gebe, die einer Zusammenarbeit entgegensprächen oder zumindest Möglichkeiten dafür gemeinsam mit Claudia Kirchner auszuloten.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Kirchner, Frau Hiess und das Team für die aufschlussreichen Führungen und die Bewirtung!

Text und Fotos: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATIOM