Von der Diabetikernadel bis zum Zahnrad für den Schwermaschinenbau

49. Treffen der BVMW-Fachgruppe "Präzision aus Jena" bei der Härterei Reese in Weimar

Einen Blick hinter die Mauern einer Härterei ist nicht alltäglich. Diese Möglichkeit bot die BVMW-Fachgruppe „Präzision aus Jena“ am 11. Oktober 2022 seinen Mitgliedern und Interessierten, diese Mal wieder außerhalb des Kerngebietes Jena/Saale-Holzland-Kreis. Geschäftsführer Herr Altenburger informierte nach der obligatorischen Vorstellungsrunde der Teilnehmer über das Unternehmen. Die Härterei Reese Weimar GmbH & Co. KG ist Teil der Reese-Gruppe, in deren 4 Standorten 240 Mitarbeiter beschäftigt sind. In Weimar selbst arbeiten gegenwärtig 35 Beschäftigte und ein Azubi. Aus technologischen Gründen wird in drei Schichten gearbeitet. Der Betrieb wurde am 1.1.1992 gegründet und ging aus einem Teilbetrieb des damaligen Weimar-Werkes hervor. Pro Jahr werden hier 5.000 Tonnen Stahl gehärtet, von der Diabetikernadel bis zum Zahnrad für den Schwermaschinenbau. 2021 wurde ein Umsatz von 4,5 Mio. Euro erzielt. Der Betrieb ist ein reiner Dienstleister, der verschiedene Härteverfahren anbietet. Pro Jahr werden hier 8 GWh an Gas und 2,5 GWh an Strom verbraucht. Herr Altenburger legt großen Wert auf Nachhaltigkeit, vor allem bei der Wärmerückgewinnung und der Photovoltaik. Entsprechende Investitionen in der jüngeren Vergangenheit machten sich bereits bezahlt.

In seinem kleinen Fachvortrag erläuterte Herr Altenburger anschaulich und auch für Laien verständlich, wie zu härtende Bauteile gestaltet werden sollten, um Schäden beim Härtevorgang zu vermeiden, z.B. Risse oder zu große Spannungen. Beim Betriebsrundgang konnten die Teilnehmer die verschiedenen Öfen und Reinigungsanlagen aus der Nähe und in Betrieb betrachten, viele Fragen wurden an Ort und Stelle beantwortet.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Altenburger und seinem Team für diesen außergewöhnlichen und interessanten Nachmittag.

Text: Dietmar Winter
Fotos: Marcus Krumm, mkmediagesign