Künstliche Intelligenz – Möglichkeiten und Grenzen

59. BVMW-Businessclub bei der Sanitärtechnik Eisenberg GmbH

Knapp 30 Unternehmer und leitende Angestellte folgten der Einladung zum BVMW-Businessclub am 7. November 2022. Gastgeber war die Sanitärtechnik Eisenberg GmbH. Das Unternehmen, kurz auch als SANIT bezeichnet, ist sicherlich vielen bekannt, denn der Schriftzug und die großen Produktionshallen sind von der Autobahn A9 an der Anschlussstelle Eisenberg gut sichtbar.
Nach der Begrüßung und der obligatorischen Vorstellungsrunde stellte Herrn Hasenohr, der Betriebsleiter, sein Unternehmen vor. 1947 als Handwerksbetrieb gegründet entwickelte sich das Unternehmen zu einem Industriebetrieb mit heute 385 Mitarbeitern, die im Drei-Schicht-System ca. 8.000 verschiedene Artikel für den Sanitärbereich fertigen, vor allem für die Vorwandinstallation. Der Maschinenpark umfasst 120 Spritzgussmaschinen.
In einem kurzen Vortrag erläuterte Frau Konstanze Olschewski, Geschäftsführerin der Alpha Analytics UG aus Jena, was unter Künstlicher Intelligenz verstanden wird. Es ist kein klar abgegrenzter Begriff, Grundlage ist die ergebnisorientierte Datenanalyse. An zwei Beispielen erklärte sie, welchen praktischen Nutzen damit erreicht werden kann. Im ersten konnte durch KI die Laufzeiten von elektrischen Antrieben von 75% auf 93% erhöht werden. Durch genaue Datenanalyse wurden Fehlermuster erkannt, deren Reduzierung zu diesem Ergebnis führte. Im zweiten Beispiel wurde die Schwankung von Qualitätsparametern bei der chemischen Produktion reduziert. Das gelang durch eine systemübergreifende Datenanalyse, denn in den Einzelparametern waren keine Fehler erkennbar. Allerdings wies Frau Olschewski auch darauf hin, dass vorher immer geprüft werden sollte, ob der Einsatz von KI ökonomisch sinnvoll ist, denn nicht nur die Datenauswertung ist aufwändig, auch die Ermittlung der Daten selbst kann kostspielig sein. KI ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen sowie (in Grenzen) künftige Entwicklungen abschätzen zu können.
In zwei Gruppen aufgeteilt führten danach Herr Hasenohr und Herr Müller die Teilnehmer durch die Produktionshallen und die Ausstellung, wo man einen Überblick über die Produktpalette von SANIT erhielt. Das Unternehmen, das seit kurzem zur ROCA Group gehört, stellt nicht nur Plasteteile her, sondern montiert auch Baugruppen, die nach Kundenwunsch gefertigt werden. Überhaupt hat sich SANIT darauf spezialisiert, spezielle Wünsche der Kunden zu realisieren und weniger auf Massenproduktion zu setzen.
Zum Schluss tauschten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss aus und knüpften neue Kontakte. Es wurden auch konkrete Möglichkeiten einer Zusammenarbeit angebahnt.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Olschewski für den interessanten Vortrag und Herrn Hasenohr und sein Team für die interessanten Informationen und die beeindruckenden Betriebsrundgänge sowie die Bewirtung!

Text: Dietmar Winter
Fotos: Dietmar winter und Christoph Wieduwilt