Wirtschaftsstandort Deutschland - lukratives Ziel für Cyberkriminelle

Wie sich KMU schützen können

Mit ca. 110 Millionen Kunden mit ca. 700 Millionen Nutzern weltweit ist ESET, dessen Hauptsitz sich für Deutschland, Österreich und der Schweiz in Jena befindet, einer der führenden Anbieter von Sicherheitssoftware überhaupt. Da lag es nahe, in den Räumlichkeiten der ESET das Thema IT-Sicherheit aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. 30 Unternehmer, aber auch Anwender und IT-Verantwortliche ließen es sich nicht entgehen, sich diesbezügliche Informationen aus erster Hand zu verschaffen.
Zunächst begrüßte Herr Suhl, Country Manager DACH der ESET Deutschland GmbH, die Gäste und freute sich über das Interesse. Danach führte Herr Uhlemann von ESET durch die Räumlichkeiten des Unternehmens, u.a. die des Telefonsupportes. Stolz machte er auf den Unterschied zu anderen Anbietern aufmerksam, dass hier nur ausgewiesene Fachleute sitzen, die die Fragen nicht stur nach vorgegebenem Schema beantworten, sondern auch bei kniffeligen Problemen helfen können.
Ausgesprochen aufmerksam lauschten die Anwesenden dann den drei Fachvorträgen. Im ersten Vortrag informierte Herr Uhlemann von ESET über die Ziele von Cyberkriminellen, mögliche Gefahren und deren Abwehr bei Angriffen aus dem Internet auf das Firmennetzwerk. Zunächst stellte er fest, dass ca. 80% der Cyberangriffe auf Unternehmen mit 10 bis 100 Beschäftigten erfolgen, die Gründe sind unterschiedlich. Erfahrungsgemäß sind gerade bei Betrieben dieser Größenordnung Sorglosigkeit („Es läuft doch!“) oder zu wenig Investitionen in moderne Hard- und Software der Grund dafür, dass es Kriminelle hier besonders leicht haben. Herr Uhlemann veranschaulichte das mit z.T. erschreckenden Beispielen, gab aber auch Hinweise, wie man schon mit einfachen Mitteln den Schutz signifikant erhöhen kann.
Für alles gibt es Versicherungen, so auch für Schäden, die auf Cyberangriffe zurückzuführen sind. Herr Philipp von der Allianz informierte in seinem Vortrag darüber, welche Möglichkeiten es gibt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Versicherung für solche Schäden aufkommt.
Im dritten Vortrag beleuchtete der Dezernatsleiter Cybercrime beim Thüringer Landeskriminalamt, Herr Manuel Nolte, das Thema aus polizeilicher Sicht. Angriffe aus dem Internet nehmen weltweit zu, wobei auf dem Wirtschaftstandort Deutschland ein besonderer Fokus liegt, da ihn Hacker als besonders lukrativ ansehen. Spionage, Datendiebstahl und Erpressung sind dabei die Hauptziele, es kann aber dadurch auch zu Produktionsausfällen kommen und zu einem Reputationsverlust. Der Täterkreis geht von Einzeltätern bis hin zur organisierten Kriminalität. Nicht zu unterschätzen sind sog. „Innentäter“, d.h. sorglose und nachlässige, aber auch böswillige und ehemalige Mitarbeiter. Herr Nolte gab aber auch Hinweise, wie man solche Angriffe abwehren bzw. gar nicht zulassen kann: misstrauisch sein, den gesunden Menschenverstand einsetzen (z.B. bei verdächtigen eMails), keine schwachen Passwörter verwenden, Schwachstellen im Browser abstellen, keine fremden USB-Sticks anschließen usw. Gegenwärtig sind ca. 800 Millionen Schadprogramme in Umlauf, täglich kommen 390.000 neue dazu. Ein großes Problem ist auch, dass Angriffe aus dem Netz sehr spät oder mitunter gar nicht bemerkt werden. Herr Nolte ermunterte die Zuhörer, bei Verdacht oder schon entstandenen Schäden durch Cyberangriffe die Polizei zu informieren, was noch zu wenig geschieht. Er verwies auf die für Thüringen zentrale Rufnummer für derartige Dinge: 0361-341-4545.
Die Anwesenden nutzten nach den Vorträgen ausgiebig die Möglichkeit, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen um weitere Informationen zu erhalten. Bei kühlen Getränken, leckeren Brötchen und schönem Wetter klang auf der Terrasse ein interessanter und kommunikativer Nachmittag aus.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Bruhns, Herr Reichstädter und das gesamte Team von ESET für die Organisation und die Bewirtung!

Bericht und Bilder: Dietmar Winter