Digitale Transformation menschgemacht, menschverantwortet und real

36. BVMW-Technoclub zu Digital Factory, Industrie 4.0 und Digitalisierung bei VACOM, Großlöbichau

Das neue Produktionsgebäude GL3

Beim 36. BVMW-Technoclub ging es um Praxiserfahrungen auf dem Weg zur Smart Factory. Gastgeberin Dr. Ute Bergner, Gründerin und Geschäftsführerin der VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH, berichtete am 7. Oktober 2019 den über 50 Mitgliedern und Gästen, wie bei der Konzipierung der dritten VACOM-Fertigungshalle den Anforderungen der digitalisierten Produktion Rechnung getragen wurde. Der Rundgang durch die jüngst eingeweihte Fertigungshalle GL3 illustrierte ihre Darstellungen, was berücksichtigt wurde, worauf besonderer Wert gelegt wurde und welche Ideen umgesetzt worden sind und Empfehlungen.
Athene, die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes und Achilles der Kämpfer, versinnbildlichen als Namenspaten aus der griechischen Mythologie das VACOM-Projekt „Smart Factory“. Doch in der Umsetzung bleibe nach der Darstellung Ute Bergners der Mensch der Erfolgsfaktor bei der Zielerreichung. Und so sollten in Großlöbichau laut Projektziel zukunftsfähig die modernste und effizienteste Fertigung sowie eine Reinigungsfabrik mit weltweit-einzigartigem Technologie-Mix entstehen. Nach eigener Aussage Bergners habe die VACOM mit der „transparenten Fabrik“ die erste der vier Stufen umgesetzt. Alle Kennzahlen und Daten liegen digitalisiert vor. Die Folgestufe soll Ende 2019 erreicht sein, bei der in der „reaktionsfähigen Fabrik“ die Feinplanung der Echtzeitinformationen abgeschlossen sein wird. Die weitere Zeitschiene für „Athene“ und das ergänzende Logistik-Projekt „Achilles“ zeigt den Zeitraum 2020 bis 2027 für die nächsten beiden Stufen über die „selbstregelnde Fabrik“ bis zur „funktional vernetzten, also selbstlernenden Fabrik".
In der Prozessbetrachtung und bei der Neuordnung der Prozesse sei es nach den Empfehlungen der Unternehmerin erfolgsbestimmend, netzwerkorientiert statt wie bisher hierarchisch vorzugehen. Datenmanagement in der Industrie 4.0 bedeute, einmalige Datenerfassung und Bereitstellung für den internen und externen Zugriff. Datenschnittstellen sind nötig, bisherige Management-Software zur Produktions-, Waren-, Logistik und Betriebssteuerung zu verknüpfen. Softwarehersteller würden hierfür bereits „an einem Strang ziehen“ und VACOM diene dabei als „Alpha-Tester“. Dann müssten auch Partner, also Lieferanten, Dienstleister und Auftraggeber ebenso dieses Datenbank- und Managementsystem einsetzen, zumindest jedoch dazu über Schnittstellen voll kompatible Systeme.
Verpflichtend aber auch beruhigend: Das Zepter des verantwortlichen Handelns bei der Umsetzung der digitalen Transformation und die Erfolgsgarantie bleiben wie bisher auch zukünftig beim Menschen.
Das Familienunternehmen VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH gehört seit über 25 Jahren mit jetzt etwa 300 Mitarbeitern zu den führenden europäischen Anbietern für Vakuumtechnik. Hohe Ansprüche an die Arbeit, insbesondere an die Qualität der Prozesse, sind Garanten des Erfolges. VACOM-Strategie ist die kontinuierliche Entwicklung des Produktportfolios im oberen Qualitätslevel zu bezahlbaren Preisen. Die Expertise konzentriert sich auf Vakuummechanik, Elektrische Durchführungen, Vakuummesstechnik, Vakuumoptik, Ionengetterpumpen sowie Technologien, um Komponenten dieser Bereiche ausgasarm und partikelarm herzustellen, zu reinigen und diese Spezifikationen.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Dr. Bergner, Frau Dr. Fiedler, Frau Schmidt und alle weiteren, die zu diesem interessanten, informativen und angenehmen Nachmittag beigetragen haben sowie für die Bewirtung!

Text: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION
Fotos: Karsten Sifert, FAKT KOMMUNIKATION und VACOM