Forschen praxisnah und fertigungstauglich für Prototyp und Kleinserie

40. Fachgruppentreffen von „Präzision aus Jena“ gewährt tiefe Einblicke in Angebotsbreite des ifw Jena

Arbeitsproben.

Am 28. Februar 2017 kehrte die BVMW-Fachgruppe "Präzision aus Jena" an den Ort zurück, an dem sie 1998 als Firmennetzwerk gegründet wurde. Fast 40 Spezialisten nutzten die ideale Gelegenheit, detailreiche Einblicke in das heutige ifw Jena - Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH zu bekommen. Es konnten dennoch nicht alle der etwa 5.500 Quadratmeter belegenden Labore und Büros des Institutes, das im Jahresverlauf 2017 mit einer breiten Veranstaltungspalette sein 25. Gründungsjahr begeht, besichtigt werden. Und so führte das Team um Institutsleiter und Geschäftsführer Dr.-Ing. Simon Jahn in und durch die Schwerpunktbereiche Additive Fertigung (Laserstrahlschmelzen mit 1000° C Vorwärmung), Laserkurzpuls-Bearbeitung (ns-CO2-Laser, fs-Laseranlagen), Werkstoffprüfung mit einem „Live“-Röntgen sowie Diffusionsschweißen und Wärmebehandeln im Vakuum.

Zuvor weckte bereits der Einführungsvortrag des Geschäftsführers die Neugier der fachkundigen Gäste, allesamt Vertreter produzierender Unternehmen beziehungsweise von Anbietern fertigungsnaher Dienstleistungen.
Im Wesentlichen den verschiedenen Fügetechnologien hat sich das ifw-Forscher- und Technikerteam verschrieben: Löten/Schweißen, Diffusionsschweißen, Selektives Laser-Schmelzen (SLM) als ein Verfahren der Additiven Fertigung (AM, gebräuchlich auch 3D-Druck), Ultra-Kurzpuls-Laser-Bearbeitung (UKP) von Glas, Keramik, Metall und weiteren Materialien sowie dem Kleben. Immer wieder aufs Neue geht es darum, für Praxispartner und auch mit ihnen gemeinsam nach neuen und fertigungstauglichen Lösungen für Teile und Komponenten zu suchen. Beispielhaft für das Feld Diffusionsschweißen führte Dr. Simon Jahn eine neuartige, in die Wicklungen eines Hochleistungsmotors integrierte Kühlkörperlösung an. Dank dieser Konstruktion konnte die Größe des Motors auf ein Viertel reduziert sowie das Fahren unter Höchstlast optimiert werden. Im Schwerpunktbereich Additive Fertigung SLM (Selektives Laser-Schmelzen) entstanden Konstruktion und Fertigungslösung für eine Gasdüse für Hochleistungsschweißbrenner.
Im modernen Anlagenpark der außeruniversitären Forschungseinrichtung (Institut der Ernst-Abbe-Hochschule Jena) entstehen Prototypen und werden als Fertigungsdienstleistung Kleinserien gefahren. Zudem erfolgt auf ihnen die Nagelprobe für die Ergebnisse der öffentlich geförderten Forschung, der anwenderorientierten Auftragsforschung sowie zum Teil auch für die erstellten Anlagenkonzepte und Pilotlösungen. Bildung und Materialprüfung im DAkkS-zertifizierten Prüflabor komplettieren die breit gefächerte Palette der Leistungen. Angehende Fachkräfte erhalten in Jena Ausbildungen zum Schweißer und für weitere Fügetechnologien.

Mit großem Engagement vorbereitete und präsentierte Einsatzbeispiele der Anlagen und Ausrüstungen mündeten bereits während der Führungen in erste Fachfragen für eigene Anwendungen und ließen die drei Stunden des Fachgruppentreffens fast unbemerkt vergehen. Eine würdige Veranstaltung im Rahmen des 25. Jubiläumsjahres fand in Einzelgesprächen ihren Ausklang. Spätestens anlässlich der Jenaer Langen Nacht der Wissenschaften 2017, mit der das Jubiläumsjahr seinen abschließenden Veranstaltungshöhepunkt erleben soll, werde es erneute Besuche geben, waren sich die Gäste einig.

Ein herzliches Dankeschön an Dr. Jahn, Herrn Klähn und das gesamte an der Vorbereitung und Durchführung beteiligte Team des ifw Jena sowie die Bewirtung!

www.praezision-aus-jena.de 
www.ifw-jena.de 

Text und Fotos: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION