Was im Google-Algorithmus entscheidet

Corona hat es deutlich sichtbar gemacht: Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Im Grunde muss man bereits von Digitalität sprechen. Die GAFA – das sind die Internet-Riesen Google, Apple, Facebook (& Co.) sowie Amazon – bestimmen die Schlagzahl und haben die Digitalisierung zur alltäglichen Realität gemacht. Google hat nun einen Pflock eingeschlagen, an dem nicht mehr vorbeizukommen ist. Seit dem 31. März 2021 gilt der sogenannte Mobile First Index. Im Klartext bedeutet das für Firmenwebseiten, die nicht nach diesem Index aufgestellt sind, dass sie im Grunde von Google bei der Suche zukünftig ignoriert werden. Das hat in Zeiten von Distanz, Homeoffice und Schließungen gravierende Auswirkungen auf Geschäftskontakte und -anbahnungen.

Für den BVMW Jena/SHK war es eine Pflichtveranstaltung, seine Mitglieder über derartig wichtige Veränderungen im Online-Geschäft im Rahmen des 53. BVMW-Businessclubs am 5. Mai 2021 zu informieren. Annett Hänel von der Digital Marketing Agentur CommUnikate stellte viel anwendungsbereites Wissen für die Teilnehmer des Online-Webinars zur Verfügung und musste in der anschließenden Diskussionsrunde viele drängende Fragen beantworten.

Google hatte das große Mobile First Update lange angekündigt. Seit zwei Jahren spricht der Konzern davon, Webseiten daraufhin zu indexieren, ob sie für den Besucher auf Online-Geräten die gewünschte Nutzerfreundlichkeit aufweisen. Hintergrund ist, dass Google seit längerer Zeit feststellte, dass die bevorzugte Online-Suche über mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops vonstattengeht. Chrome dominiert mit 67 Prozent1) den Browsermarkt und Android beherrscht mit 74 Prozent2) den deutschen Smartphone-Markt. 82 Prozent nutzen Suchmaschinen3). Damit steht fest: Google ist der wichtigste Kanal und das Smartphone ist das wichtigste Gerät in der Online-Welt. Zudem stieg pandemiebedingt die durchschnittliche Online-Zeit pro Woche in nur einem Jahr von 56 auf 65 Stunden4). Mit diesen Prämissen ist klar, dass viele Geschäftsprozesse auf die mobile Internet-Welt ausgerichtet sein müssen. Es geht um die Sichtbarkeit der Webseite, die der 24/7-Vertriebskanal ist.

Die Teilnehmer erfuhren im Webinar, aus welchen Kriterien sich der Google-Suchalgorithmus zusammensetzt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese firmenseitig positiv zu beeinflussen. Aber auch ganz konkret wurden von der Agentur Tipps und Kniffe an die Hand gegeben, um bei der Neugestaltung oder Optimierung der Homepage bestens für die Suchmaschinenoptimierung aufgestellt zu sein. Die wichtige Botschaft lautet: Mache Deine Webseite so nutzerfreundlich wie möglich. Denn da ist einfach zu beachten, dass Webseiten-Besucher bei der mobilen Bedienung ein anderes Nutzungsverhalten aufweisen.

Abgerundet wurde das Webinar mit einem Blick auf die sogenannte Kundenreise. Denn im Internet können Unternehmen unabhängig von Ort und Zeit auf Interessenten und Nachfrager treffen. An allen möglichen Online-Kontaktpunkten sollten Unternehmen für ihre Sichtbarkeit und Auffindbarkeit sorgen. Und da ist die Webseite als Kommandobrücke immer entscheidend. Denn auf der Homepage oder einer dezitierten Landingpage findet im besten falle der Kauf und somit Umsatzgenerierung statt. Auf dem Weg dahin sollten Unternehmen für Aufmerksamkeit mit Online-Werbung, für Informationen in den Sozialen Netzwerken, für Kontaktmöglichkeiten durch Listing ihrer Firmendaten in Onlineverzeichnissen und ganz neu in Sprachassistenten sorgen. Aber auch der beste Marketing-Kanal, die „Mund-zu-Mund-Propaganda“ findet bereits online mit den bekannten Sternchen-Bewertungen statt. Übrigens auch ein wichtiger Faktor im Google-Algorithmus.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig eine digitale Strategie für mittelständische Betriebe ist. Eine technisch moderne Website trägt auch zum kompetenten und fortschrittlichen äußeren Erscheinungsbild bei – für Kunden und potenzielle Mitarbeiter gleichermaßen.

  1. Quelle: StatCounter | Statista
  2. Quelle: Kantar | Statista
  3. Ipsos Socialogue Studie
  4. Quelle: Postbank – eine Niederlassung der Deutschen Bank AG

www.jena.bvmw.de
Text: Annett Hänel