Wenn der Airbag auslöst

Kompetenz bei Panne, Unfall und Rettung

Das Verlassen eines auf dem ach liegenden Fahrzeuges wird geübt

André Zaenker versprüht Fröhlichkeit und Optimismus. Er ist sich seiner Sache – der Rettungskompetenz am Arbeitsplatz Auto – sicher. Und das strahlt er mit jeder Regung aus. 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bislang das Fahrsicherheitstraining bei ihm durchlaufen.
Der BVMW Jena/Saale-Holzland-Kreis lud nach Eisenberg zur Firma mobilianz ein. Der Sitz des Unternehmens befindet sich im Technologiezentrum der COLANAR GmbH. Die mobilianz bietet Fahrsicherheitstrainings für Unternehmen und Behörden, aber auch für Privatpersonen an. Die Philosophie, die Andre Zaenker seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermitteln möchte ist, dass das Risiko in kritischen Situationen durch Wissen und Training minimiert wird. Aus einer Panne darf kein Unfall werden!
Damit das alles nicht nur graue Theorie ist, sondern anwendbare Praxis, hat Andre Zaenker professionelle Trainingsmittel entwickelt. Das Fahrer-Sitz-Modell dient dem Üben der Selbst- und Fremdrettung aus dem Fahrzeug. Am Fahrer-Sitz-Modell demonstriert Zaenker als erstes, dass zum Beispiel eine Panne nicht zum Unfall werden darf. Wenn man sich selbst oder eine andere Person aus dem Fahrzeug befreien muss, kann das Einschlagen einer Seitenscheibe zum Problem werden. Dafür hat Zaenker eine kleine Wunderwaffe. Er nennt sie liebevoll den "Wolf im Schafspelz". Es sieht aus, wie ein kleines Werkzeug aus Plastik. Man setzt es direkt auf die Scheibe auf und drückt dann damit auf die Scheibe. Es löst sich aus dem Werkzeug eine Art spitzer Körner und die Sicherheitsscheibe zerspringt ohne große Anstrengung in die vielen tausend Teile.
Ist die Barriere überwunden und man hat Zugang ins Auto, muss die Person vom Gurt befreit werden. Hier kommt wieder der „Wolf im Schafspelz“ zum Einsatz. Das kleine Werkzeug hat ein verdecktes Messer integriert, mit dem mühelos der Gurt zerschnitten werden kann, ohne die Person zu verletzen. Nun kann es an das Bergen der eingeklemmten oder verletzten Person gehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen den Rautekgriff, bei dem ein rechtwinklig vor der Brust der zu rettenden Person abgewinkelte Arm mit dem Affengriff gefasst wird und die Person somit aus dem Auto gezogen werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt des Trainings ist, sich selbst aus einem überschlagenen Auto, das auf dem Dach liegt, zu befreien. Auch hierfür gibt es eine Vorrichtung, die sich Zaenker ausgedacht und umgesetzt hat. Ein Kleinwagen an einer großen Kurbel. Die Testperson steigt in das Auto und Zaenker lässt es überschlagen. Wenn man sich aus einem überschlagenen Wagen befreien möchte, sind kleine Tricks zu berücksichtigen. Man verspannt den eigenen Körper zwischen Rückenlehne und Cockpit. Mit dem linken Arm stützt man sich am Dach ab. Der rechte Arm fährt entlang des Gurtes zum Gurtschloss und löst es.
Zum Programm gehört noch die Vorführung der Wirkungsweise eines Airbags. Auch das ist hilfreich, einmal erlebt, gehört und gerochen zu haben. Es gibt einen sehr lauten Knall und es gut zu wissen, dass der typische ausströmende Geruch zum Airbag gehört und man nicht fälschlicherweise denkt, das Auto brennt und man in Panik gerät.
Innovativ bei der Firma mobilianz ist ebenfalls das Trainings-Catering. Andre Zaenker ist die Kooperation mit einem Eisenacher Caterer eingegangen, der verschiedenste Gerichte in Weckgläsern anbietet, die in einem Einkocher erhitzt werden und dann draußen angeboten werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der BVMW-Veranstaltung konnten zum Abschluss eine Geschmacksprobe nehmen.
Ob Eigen- oder Fremdrettung, es gibt Gefahren, die zu Folgeschäden führen können. Ziel der Trainings von mobilianz ist, den Arbeitsplatz Auto für sich und andere sicherer zu machen.

Herzlichen Dank an Herrn Zaenker und sein Team für die wertvollen Hinweise und die Gastfreundschaft!

Text und Fotos: Annett Hänel
Fotos: Dietmar Winter

weitere Informationen: www.mobilianz.de, www.jena.bvmw.de