Mehr Experten in Politik und Verwaltung

"Warum machen nicht Verkehrsplaner Verkehrspolitik und Stadtplaner übernehmen Verantwortung in der Stadtplanung?" Margit Schmitz im Gespräch mit Roberto Campione (Parteilos)

Am 13.  September finden in Köln richtungweisende Kommunalwahlen statt. Wir haben zwei Herausforderer der Oberbürgermeisterin zum Dialog mit dem Mittelstand eingeladen, um ganz konkret zu erfahren, was ihre Pläne für Köln sind und welche Ideen sie für den Mittelstand haben, der gerade bei uns in Köln so facettenreich und integrativ wirkt. Leider ist Henriette Reker unserer Einladung nicht gefolgt.

Wir haben Roberto Campione in seiner Wahlkampf-Lounge in der Kölner Innenstadt zum Gespräch getroffen. Er erzählt begeistert, welche Bedeutung sie für seinen Wahlkampf hat: „Hierher kommen so viele Leute, die ich vorher nicht kannte, hier entstehen so viele Gespräche und echter Austausch.“

Campione ist parteiloser Kandidat und sieht darin auch seine große Stärke: „Ich habe kein Parteibuch, also auch keine parteipolitischen Verpflichtungen.“ Als Architekt, Stadtplaner und Hotellier ist er selbst Mittelständler und erläutert Margit Schmitz sehr konkrete Vorstellungen: Eine Stabsstelle soll es im Falle seiner Wahl für den Mittelstand geben, so dass die Unternehmerinnen und Unternehmer einen direkten Draht zum Oberbürgermeister haben. Er will mehr Expertinnen und Experten für Verwaltung und Politik gewinnen. 

Und beim Thema Stadt- und Verkehrsplanung sprudelt er natürlich vor Ideen, zitiert zahlreiche Beispiele aus anderen Städten, von denen man sich so viel abschauen könnte, wenn man denn in Köln endlich mal beim Umsetzen ankäme. Ihm schwebt ein Amt für Innovation vor, in dem Verkehrsplaner mit Start-ups zusammengebracht werden, um weltweit nach den modernsten Verkehrsmitteln zu suchen. Zudem sollen – ähnlich wie in Amsterdam – Stadtplaner eingestellt werden, „die nichts anderes tun, als den Verkehr und die verschiedenen Verkehrsmittel zu verknüpfen.“ Denn er ist sich sicher, dass es in Köln einen großen Plan auch für die Verkehrsplanung braucht. Flächen lassen sich auch im Bestand erschließen, über ein Baulückenprogramm, durch Aufstockung von Gebäuden, hängende Gärten und begrünte Dächer sorgen für das nötige Grün. 

Sein zweites großes Thema sind Sauberkeit und Attraktivität der Stadt. Hier möchte er viel stärker auf härtere Strafen setzen, folgen muss darauf eine konsequente Verfolgung von Verstößen. Raum für Steuersenkungen sieht auch er nach der Wahl in Zeiten der Pandemie nicht, zunächst plant er aber zu überlegen, wie Gelder umgeschichtet werden können, indem beispielsweise große Bauprojekte wie die Sanierung der Oper zunächst auf Eis gelegt werden.