Von Wertigkeit bis Promi-Bonus

Unternehmer, Eventmanager und andere Experten aus der Tourismusbranche warfen beim 60 Minuten Online-Talk einen gemeinsamen Blick auf die aktuelle Lage der Gastronomie und damit verbundene Konsequenzen...

Fakt ist:

 

  • die Mehrwertsteuer-Senkung durch die Bundespolitik wird begrüßt,
  • die Nachhaltigkeit ist durch viel Sicherheitsmaterial und Einweggeschirr gestört,
  • Hygienekonzepte sind individuell "zusammengestrickt",
  • die Planbarkeit schwankt,
  • das Corona-Image der Region hält Gäste zurück, 
  • die allgemeine Wertigkeit für gutes Essen und Service ist zu gering
  • ein Promi-Bonus macht auch angreifbar

 

 

Dass es auch prominente Gastronomen nicht leichter in Zeiten wie dieser haben, berichtete Kati Wilhelm, Biathletin und Betreiberin des "Heimatlon" im 60 Minuten Online-Talk Tourismus und Gastronomie. Auch ihr Lokal ist von den Einschränkungen und Auswirkungen betroffen - bei erhöhten Aufwand und Kosten geringerer Umsatz durch Minimierung der Gäste. Das bedeutet auch für sie, die Preise entsprechend anzupassen. Bei bekannten Personen aus Sport und Gesellschaft, die als Quereinsteiger Restaurants betreiben, kann das aber schnell mal so ausgelegt werden, dass der Promi-Status höhere Preise aufruft als anderswo. Jede Medaille hat zwei Seiten!

Dabei sind gerade in den Corona-Zeiten die Einkaufspreise von Lebensmitteln extrem gestiegen, gibt Selgros-Chef Peter Günther zu bedenken. Hinzu kommen die gestiegenen Preise für Desinfektions- und Sicherheitsprodukte sowie für Einwegmaterial, welches tendenziell viel genutzt wird. Nachhaltigkeit geht damit oft verloren. Begrüßenswert ist jedoch in dieser Situation die Senkung der Mehrwertsteuer durch die Bundespolitik. Ob die zeitliche Begrenzung vom 01.07.2020 bis 30.06.2021 sinnvoll ist, wird sich zeigen. 

Für Qualität und entsprechende Honorierung sprach sich Sascha Horn aus, der selbst mit seinen beiden schwimmenden Ferienhäusern in der Tourismusbranche Fuß gefasst hat. Mit "Treibhouse" gewann er 2019 den Thüringer Tourismuspreis. Aus Sicht des Gastes verweist er auf die fehlende Wertigkeit guter Gastronomie. Es wird Zeit, gute Produkte und Service mehr zu würdigen und die Preise dafür zu akzeptieren. Gastwirte sollten sich nicht unter Wert verkaufen.

Einigkeit besteht darin, dass das Image des Tourismus in unserer Region dringend gestärkt werden muss. Denn gerade die Corona-Negativschlagzeilen in der Region halten aktuell Gäste fern. Dazu kommt das Erliegen der Kultur und Ausfall von Großevents und Messen. Firmen wie die Täubert-Concept UG oder Kat & Du GbR, die sich im Alltag mit Eventorganisationen beschäftigen, leiden aktuell an der Planungsunsicherheit. Auch die Tourist-Information Greiz bestätigt das und bedauert, dass aktuell nicht mal Führungen stattfinden können, da der Mund-Nasen-Schutz dabei sehr hinderlich ist - banal aber das sind die kleinen Herausforderungen, die den touristischen Alltag aktuell bestimmen. 

 

Weitere Informationen erhalten Sie über kathrin.horn@bvmw.de

 

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