Fahrverbote in Stuttgart: viele Berufsverbote

Ersticken Fahrverbote große Teile des regen Kulturlebens? BVMW, Landesmusikrat und Tonkünstlerverband fordern Ausnahmen von Fahrverboten. Seit 1. Januar kommt es zu vielen Konfliktsituationen.

Der Tonkünstlerverband spricht bundesweit für 9000 Künstler, der BVMW für über 680.000 Unternehmen und der Landesmusikrat für 80 Mitgliedsverbände mit 1,5 Millionen Mitgliedern allein in Baden-Württemberg. Musiker, Schauspieler und andere Kulturschaffende wie z.B. Kindertheatergruppen sind häufig ebenso Freiberufler oder Mitarbeiter kleinster Unternehmen wie Steuerberater, Handwerker oder KMUs. Das Sinfonieorchester des SWR und das Renitenztheater sind Mitglied im BVMW. Jetzt erreichten uns erste Stellungnahmen von Betroffenen.

Zitate Stand 23. Januar:

.....vielen Dank für die Email betreffend Sondergenehmigungen für die Halter der Dieselfahrzeuge. Ich bin leider auch betroffen und würde mich sehr freuen über eine Sondergenehmigung, die ich z. B. am 13./14. Februar brauche - habe am 14.2. ein Konzert im Mozartsaal der Liederhalle und muss die Marimba hinbringen.

.....Mich betrifft das tatsächlich und ich ärgere mich sehr darüber, die ganzen politischen und wirtschaftlichen Verfehlungen auszubaden. Habe einen Euro 4 Diesel und transportiere häufig Posaunen, Euphonien, Sousaphon, Tuba sowie Equipment wie Elektronik, Anlage, Pulte etc. 

 

.....Wir sind allerdings auch auf Autosuche auf dem Neuwagenmarkt, aber von Bestellung bis Lieferung vergehen 3-6 Monate, je nach Auto.  Ich musste erst mal überlegen, wie ich nun das Geld auftreibe und beende einen Rentensparvertrag. Anders geht es nicht.

Der Gebrauchtwagen Markt ist leer gefegt und lohnt sich bei den angebotenen Prämien dann auch nicht. 2000-3000€ drauf und man hat einen neuen. Es ist schwierig .

 

.....Ich fahre einen Corolla  Euro 4 - und bin als freischaffende Konzertpianistin darauf angewiesen, auch in unsere Landeshauptstadt zu fahren. Da zu den entsprechenden Zeiten keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr zu meinem Wohnort Spaichingen fahren, bin ich auf mein Auto angewiesen. Ein anderes Auto kann ich mir nicht leisten, mein Corolla muss noch ein paar Jahre halten.

 

.....Ich bin praktizierende Sängerin, Percussionistin und Seminarleiterin. Um in Stuttgart diesen Beruf ausüben zu können und Proben-Termine, Auftritte und Weiterbildungsengagements etc. annehmen zu können, ist es für mich zwingend notwendig, mit meinem PKW ... Equipment transportieren zu können.  Diese Dinge sind unmöglich mit dem ÖPNV zu transportieren.  Ich fahre mit dem Diesel-PKW Ford C-MAX, der auf meinen Mann zugelassen ist und den wir beide nutzen, hauptsächlich jedoch ich, vor allem auch beruflich. 

 

.....Leider bin auch ich betroffen , habe aber momentan nicht die finanziellen Möglichkeiten, mir ein neues Fahrzeug zu kaufen. Ich spiele des öfteren in Stuttgart Live-Musik, und muss auch zu Proben und Vor-Ort-Terminen, bei denen ich nicht auf das Auto verzichten kann weil ich meistens Musikinstrumente (E-Piano, Ständer, Zubehör, aber auch Bühnenkleidung etc.) transportieren muss.

.....Ich bin Halter eines Dieselfahrzeuges und wohne in Stuttgart. Um mein Equipment für Auftritte zum Auftrittsort zu transportieren, bin ich zwingend auf den Wagen angewiesen. Das Auto ist noch gut in Schuss und der Kauf eines ähnlichen Fahrzeugs wäre nur mit hohem Verlust zu bewerkstelligen. Das lässt meine derzeitige finanzielle Situation nicht zu. Mein Ford Focus Kombi ist für gewöhnlich komplett vollgeladen. Die Konzerte und Proben finden vorwiegend im Großraum Stuttgart und Baden-Württemberg statt.

Meine professionelle Tätigkeit als Berufsmusiker lässt sich mit dem ÖPNV nicht bewerkstelligen.

 

.....Ich bin Halter eines Mercedes c 220 cdi, EURO Klasse 5 und ab September mit Fahrverbot belegt, als Berufsschlagzeuger muss ich mein Instrument mit dem Auto transportieren, im Jahr spiele mindestens 10 Auftritte in Stuttgart z.B. beim Sommerfest im Landtag beim Restaurant Plenum, in den Wagenhallen und in Tonstudios z.B. in der Dobelstrasse 16 in Stuttgart.

 

.....Ich bin Harfenistin und stehe am Ende meines Masterstudiums in Stuttgart. Ich besitze einen EURO4 Diesel, der sicherlich noch einige Jahre gute Dienste leisten wird. Mit der Harfe lässt es sich mit viel Engagement und unter besten Wetter- und Standortbedingungen durchaus mit dem ÖPNV fahren, aber spätestens wenn ich für Konzerte und Muggen auch meinen speziellen Hocker, Notenständer, Ersatzsaiten und sonstiges Zubehör mitnehmen muss, wird dies unmöglich. Auch wenn ich privat immer den ÖPNV nutze, für freiberufliche Tätigkeiten bin ich auf mein Auto angewiesen.

Zur Zeit studiere ich ein Semester im Ausland und mache mir Gedanken, ob es sich für mich lohnt, in Stuttgart zu bleiben. Innerhalb eines Jahres habe ich mir dort einiges aufgebaut, was nun hinfällig für mich scheint, wenn ich mein Instrument nicht transportieren darf.

 

.....Ich fahre einen VW- Bus. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten und der Transport der Unterrichtsmaterialien / Instrumente macht es z.T. unmöglich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach oder durch Stuttgart zu fahren. Dazu wohnen wir im ländlichen Raum und haben eine längere Anfahrt.  Eine Sondergenehmigung wäre somit eine große Erleichterung.

 

.....Ich bin Rentnerin (69 J.) und verdiene mir zur Rente dazu. Beruf: Violinpädagogin, 31 Jahre Fachbereichsleiterin an der Stuttgarter Musikschule. Ich benötige dringend das Auto, um einmal pro Woche (32x im Jahr) in die Hochschule für Musik zu fahren, wo ich Methodik-Seminare und Literaturkunde unterrichte. Einmal pro Woche (36 Schulwochen) muss ich nach Hedelfingen in das dortige Gemeindehaus fahren, wo ich einen Unterrichtsraum gemietet habe. Mein Gepäck besteht aus: 1 Geige 4,1 kg, 1 Metallnotenständer 1,3 kg, diverse Noten für Studenten/ Schüler von ca.8,4 bis 14,4 kg. Da ich in beiden Knien schwere Arthrose habe, ist es mir nicht möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ich bitte dringend um eine Ausnahmegenehmigung.

 

.....Ich fahre einen 9 Jahre alten Citroen Berlingo, EURO 4. Regelmäßig habe ich Auftritte in Stuttgart und Umgebung (im Dez. und Januar z.B. LABORATORIUM, HAUS DER WIRTSCHAFT, SI-CENTRUM, CAFE MELVA...), eine alternative Lösung zur Anfahrt mit Equipment bietet sich leider ganz und gar nicht, da öffentliche Verkehrsmittel nicht

in Frage kommen. der Transport der Technik ist schlichtweg unmöglich. Da ich in Schorndorf wohne, bin ich regelmäßig gezwungen, weite Umwege in Kauf zu nehmen, wenn ich beruflich westlich von Stuttgart zu tun habe.

 

.....Für mich als Schlagzeuger ist dieses Fahrverbot ein großes Problem. Ich fahre einen VW T4 mit grüner Plakette, den ich extra zum Equipmenttransport auch mit Diesel-Partikelfilter gekauft habe. Nun darf ich auch damit nicht mehr fahren, was zur Folge hat, dass wir mit der Band mindestens drei normale Autos benötigen, um alles transportieren zu können. Na gut, in Clubs wir der "Kiste" oder dem "Bix" kann man auf Equipment vor Ort zurückgreifen, doch auch das funktioniert nicht immer - und wie Sie ja wissen, sind Instrumente auch etwas sehr Persönliches für einen Musiker.

Die Jobs, bei denen man Veranstaltungen begleitet, erfordern natürlich immer, dass man alles Equipment selbst mitbringt. Das Fahrverbot drückt also enorm die Konkurrenzfähigkeit, weil mehr Autos natürlich mehr Fahrtkosten verursachen. Vorausgesetzt natürlich, es sind überhaupt in der Band oder dem Umfeld der Band Autos zu finden, die nach Stuttgart fahren dürfen, denn Musiker sind es ja gewohnt, viel zu fahren und haben daher auch eher Dieselfahrzeuge. Und besser für die Luft ist es sicher auch nicht, wenn eine Band vorher mit einem großen Transporter fahren konnte und jetzt mindestens drei kleine Autos benötigt.

 

.....Ich bin Halter eines betroffenen Dieselfahrzeugs. Ich wohne in Stuttgart und kann einige Fahrten auch mit S- und U-Bahn organisieren. Immer wieder muss ich aber auch mit mehreren Instrumenten (Alt- und Baritonsax, Klarinette und Bassklarinette) und dem entsprechenden Zubehör zu Proben und Auftritten fahren. Bei Auftritten kommt es auch mal vor, dass ich eine kleine Gesangsanlage oder ein Schlagzeug transportieren muss.

In diesen Fällen geht es nur noch mit PKW. Dafür wäre es eine große Erleichterung,

wenn nicht sogar existenziell, eine Ausnahmegenehmigung zu haben.

 

.....als Fahrer eines Diesels mit Euro5-Norm bin ich zwar aktuell nur bei Feinstaubalarm von Fahrverboten betroffen, aber eine Ausnahmegenehmigung wäre für mich existentiell notwendig. Gebe auch im Raum Stuttgart Konzerte als Bassist. Meinen Bassverstärker (11kg), meine Bassbox (19,5kg), einen E-Bass und manchmal auch noch zusätzlich meinen Kontrabass kann ich verständlicherweise unmöglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Auftrittsort bringen.

 

.....Da ich meinen Proberaum in Stuttgart Wangen habe und auch in der Stadt auftrete, habe ich mir im Mai einen gebrauchten Transporter mit grüner Plakette zugelegt. Natürlich muss ich als Tubist/Sousaphonist und besonders als elektronischer Musiker meist mehr Equipment transportieren als mit Händen zu tragen ist. Die Alternative Leihautos in der passenden Größe sind zum einen teuer, zum anderen ist der Zeitaufwand nicht praktikabel, wenn es darum geht, außerhalb Stuttgarts zu spielen. Eine Ausnahmeregelung macht also vollkommen Sinn, alles andere macht mir das Leben als Musiker noch schwerer.

 

.....Ich fahre ein Dieselfahrzeug und bin als Sängerin mit eigener PA (Gesangsanlage bestehend aus Verstärker, Mischpult, Lautsprechern, Mikros, Stativen, Notenständer, Mikroständer, Auftrittskleidung etc.) unterwegs - regelmäßig auch in Stuttgart. 

 

.....Als hauptberuflicher Jazz-Gitarrist wohne ich in Karlsruhe, da ich aber in Stuttgart an der Musikhochschule  studiert habe und meine Kontakte dort am besten sind, fahre ich im Schnitt zweimal pro Woche zum Konzert oder zu einer Probe nach Stuttgart. Ich habe einen VW T4 Diesel, Baujahr 92. Da er eine gelbe Plakette hat, fahre ich also schon seit Jahren illegal in der Stuttgarter Innenstadt herum. Und dadurch kann ich auch allen,

die große Bedenken haben, Entwarnung geben, denn das interessiert wirklich niemanden.

Trotzdem parke ich oft im Parkhaus, da dort keine Kontrollen stattfinden. Von einer Sondergenehmigung würde ich sicher profitieren, da ich dann wieder guten Gewissens 

draußen parken könnte.

 

.....Auch ich bin mit einem Volvo- Diesel von 2003 vom Fahrverbot betroffen. Zum wöchentlichen Unterricht gelange ich gut mit dem Zug, aber zum Instrumententransport bin ich auf einen PKW angewiesen. Oft kommt es vor, daß ich in meinem Volvo 3 Kontrabässe transportiere, sei es zum Geigenbauer, sei es zu auswärtigen Konzerten mit meiner Kontrabass-Klasse (wie z.B. damals in Esslingen).

 

.....Ich bin betroffen vom Fahrverbot. Ich wohne in Freudenstadt im Schwarzwald. Einmal pro Woche unterrichte ich als selbstständiger Gesangslehrer in Stuttgart/Danneckerstraße. Anschließend muss ich noch nach Denkendorf zum Unterricht. Von dort fahre ich dann nach Hause. Das Ganze mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, steht in keiner Relation. Die Fahrtzeit würde gegebenenfalls die Unterrichtszeit übersteigen. 

 

.....Als Musikerin muß ich in der Lage sein, mein Equipment zu transportieren. Als Saxofonistin benötige ich meistens mehrere Instrumente, als Komponistin transportiere ich oft viel elektronisches Equipment. Der Umfang des Transportbedarfs übersteigt bei weitem eine Größenordnung, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportierbar wäre. Für meine Berufsausübung ist eine flexibel handhabbare Transportmöglichkeit absolut unabdingbar. Daher habe ich ein für meine Verhältnisse relativ großes Fahrzeug, was ich 2014 aufgrund eines vorangegangenen Unfalls ungeplant kaufen musste. Die finanziellen Mittel, diese Anschaffung jetzt ganz einfach zu wiederholen, besitze ich leider nicht.

 

.....Ich bin vom Dieselfahrverbot betroffen. Vor Jahren kauften wir (beides Musiker, Violine und Viola, beide betroffen) einen Passat Diesel, da er in diesen Jahren der umweltfreundlichste war und mit Euro 4 ganz aktuell.

Wir fahren beide sehr viel nach Stuttgart, da wir Mitglieder sind der Hofkapelle Stuttgart, der Gaechinger Cantorey, der Klassischen Philharmonie und auch sonst oft beruflich dort zu spielen haben bei verschiedenen Kantoren. Das Dieselfahrverbot stellt uns nun vor große Schwierigkeiten, da die Konzerte und auch oft die Proben erst so spät zu Ende sind, daß man nur sehr schwer noch einen Zug zurück bekommt.

Früher fuhren die Züge auch nach 22.00 Uhr, nun gibt es nur noch eine sehr späte Verbindung, die nach Mitternacht hier ankommt - für uns Musiker sehr anstrengend und fast nicht zumutbar bei unseren Anforderungen. Ich kann auch nicht ganz einsehen, dass es umweltfreundlicher sein soll, unser gutes Fahrzeug frühzeitig zu verschrotten als bis zum Ende weiterzufahren. Oder sollen wir es nach Osteuropa verkaufen und dort wird es dann weitergefahren? Kann ich mir auch nicht umweltfreundlicher vorstellen.

Vielleicht hätte man ja an Feuerwerkskörpern dieses Jahr sparen können, das wäre schon ein großer Effekt gewesen.

 

.....Ich bin davon betroffen, wohne jedoch nicht in Stuttgart, bin aber regelmäßig in Stuttgart.

 

.....Ich bin Berufsmusiker und veranstalte u.a. Musicals. Ich benötige zum Transport von Musikinstrumenten und Übertragungsanlagen meinen Ford Transit Kastenwagen, der mit Diesel fährt.

 

.....Ich bin Halter eines Euro 4 Diesels und habe oft Instrumente zu transportieren, da ich Percussionist und Schlagzeuger bin. Für mich bedeutet das Fahrverbot einen massiven Eingriff in mein Handeln als Musiker, und würde es sehr begrüßen, wenn es eine Sonderregelung gibt.

 

.....Ja!!!! War am Samstag schon betroffen davon!!!

 

.....Ich bin leider Besitzerin eines Diesel 4 und tatsächlich in der Bredouille, weil ich auf mein Fahrzeug für Fahrten zu Konzerten, Unterrichtsorten, Unterrichtsortwechseln und Instrumenten- und Equipmenttransport angewiesen bin. Ich unterrichte an den Musikschulen Schönaich und "Unteres Remstal" an mehreren Unterrichtsorten und habe dort auch innerhalb eines Arbeitstages Ortswechsel vorzunehmen, die nur mit Hilfe eines Autos möglich sind. Auch brauche ich dort für meine Arbeit mehrere Instrumentenkoffer sowie eine Kiste mit Noten, welche von Unterrichtsraum zu Unterrichtsraum mit mir mitwandern müssen. Des Weiteren konzertiere ich regelmäßig in und um Stuttgart, und um dort alles Equipment, Instrumente und Co. hin zu transportieren, bin ich ebenfalls auf das Auto angewiesen, abgesehen davon, dass oft für die Heimfahrt keine öffentlichen Verkehrsmittel - aufgrund der späte der Stunde - mehr zu Verfügung stehen.

 

.....Ich bin Konzertsänger, viel zu beruflichen und ehrenamtlichen Auftritten mit meinem Diesel-PKW (Euro 4) unterwegs als Sänger, Sprecher, Gesangscoach, Gastredner oder Moderator in Stuttgart und im Umland. Konzertkleidung und Noten müssen transportiert werden, zudem ist eine Rückreise nachts nach 22:30 Uhr in eine Stuttgarter Nachbarstadt auf Grund erheblicher Reduzierungen des Zeittakts im öffentlichen Nahverkehr (60 - 80 Minuten Fahrzeit statt 20 Minuten für 15 Kilometer mit dem PKW) unzumutbar. Den Kauf eines alternativen PKW kann ich nicht finanzieren.

 

Vor wenigen Wochen freute sich Stuttgarts OB Fritz Kuhn über eine  besondere Auszeichnung der Neckarmetropole.Starke Positionen in der Kultur-Produktion und -Nachfrage von Kultur bescheren Stuttgart zum vierten Mal in Folge den Spitzenplatz als beste deutsche Kulturmetropole.Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts und der Privatbank Berenberg zeigt zudem: In Stuttgart sind auch der Anteil der Beschäftigten sowie die Umsätze der Kulturwirtschaft pro Einwohner deutschlandweit am höchsten. Ab 2019 sollen aber in Stuttgart Fahrverbote gelten, betroffen sein werden u.a. auch Bezirke von Berlin, München, Essen, Gelsenkirchen,  Görlitz, Hagen, Reutlingen, Frankfurt, Mainz und Ludwigsburg.

Cornelius Hauptmann (Tonkünstlerverband), Prof. Dr. Hermann Wilske (Landesmusikrat)  und Dr. Ulrich Köppen (BVMW) fordern entsprechende Ausnahmegenehmigungen von den drohenden Fahrverboten.  Köppen: „Allein die Region Stuttgart zählt 2,2 Millionen Einwohner und über 100.000 Unternehmen. Rund 90 Prozent haben weniger als 20 Mitarbeiter/innen, die mobil sein müssen.“ Fahrverbote kommen Berufsverboten gleich.

Cornelius Hauptmann, in seiner aktiven Zeit einer der renommiertesten Bassisten auf Opern- und Konzertbühne, weist darauf hin, dass viele Musiker der Region aus Gründen der Sparsamkeit Dieselfahrzeuge fahren, nicht selten Kombis oder Kleintransporter. Kontra-Bassisten, Cellisten, Schlagzeuger und Harfenisten brauchen meistens etwas größere Fahrzeuge. Gleiches gilt für Schlagzeuger oder für Rock- und Pop-Musiker, die Equipment transportieren müssen. Sollte es ab 2019 zu Fahrverboten in Stuttgart kommen, werden diese Musikerinnen und Musiker Probleme haben, ihre Instrumente zu den Konzertorten zu transportieren."

Wilske: „Hier würde es zu erheblichen Störungen im Kulturbetrieb aller betroffenen Städte kommen, in Einzelfällen auch die Berufsausübung unmöglich werden.“ Hauptmann: „ Proben und Aufführungen von mehr als 50 Orchestern und Musikensembles und Musikvereinen und mehr als 150 (!) Chören im Großraum Stuttgart würden behindert. Dieses betrifft einige tausend Mitwirkende nebst Hunderte Dirigenten/-innen.“

Um das Kulturleben mit Konzerten, Oper, Theater, Ballett, Tanztheater, Gastronomie, Kino und anderen Events nicht massiv zu gefährden und existenziell nicht zu bedrohen, erwarten diese drei Organisationen, dass zukünftige Dieselfahrverbote mit dem nötigen Augenmaß so geplant werden, dass alle Betroffenen  weiterhin an kulturellen Veranstaltungen und beruflichen Aktivitäten teilnehmen können.

Auf dem Foto (v.l.): Prof. Dr. Hermann Wilske (Landesmusikrat Baden-Württemberg) , Cornelius Hauptmann (Deutscher Tonkünstlerverband), Dr. Ulrich Köppen (BVMW Baden-Württemberg). Foto: Sander