Künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg

Der Entwicklungststand der KI war eines der Themen beim Unternehmergespräch, zu dem BVMW in die Kreativfabrik von Holger Fetzer nach Aldingen eingeladen hat. Gast aus der Politik war Andrea Lindlohr (MdL Bündnis 90/Die Grünen).

Der BVMW will durch gemeinsames Handeln und Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands stärken. „Wir sind das größte freiwillig organisierte Unternehmernetzwerk Deutschlands“, sagt Klaus Zeiler, Leiter der Kreisverbände Tuttlingen und Konstanz des BVMW, der zusammen mit dem Kreisverband Villingen-Schwenningen/Rottweil alle Interessierten zu dem Tag eingeladen hat. Dem branchen- und parteiübergreifenden Dachverband seien 35 Branchenverbände angeschlossen, womit der BVMW rund 900 000 mittelständische Unternehmen repräsentiere, so Zeiler. Als Gast aus der Politik formulierte Andrea Lindlohr (MdL Bündnis 90/Die Grünen), stellvertretende Fraktionsvorsitzende, wirtschaftspolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau der grünen Landtagsfraktion, zunächst einige Gedanken zur zwei Tage alten Europawahl. Die gestiegene Wahlbeteiligung zeige, dass das Bewusstsein dafür wächst, „dass Politik in Europa auch unsere eigene Innenpolitik ist“. Vor allem wachse das Bewusstsein, „dass wir in Europa gemeinsam gestalten müssen“ und dass Europa letztlich auch für Deutschland den Zugang bilde, „die Welt mit zu gestalten“.

„Fridays for Future“ machten deutlich, dass auch die junge Generation bereit und begierig ist, sich politisch zu engagieren: „Es haut mich immer wieder um, wie viel junge Leute über das Thema Klimawandel wissen.“ Wobei die Forderung nach Klimaschutz nicht aus einem „wolkigen“ postmaterialistischen Idealismus heraus erfolge, sondern eine knallharte „materielle Auseinandersetzung“ sei, da die jungen Menschen durch das Handeln oder vielmehr Nichthandeln der jetzt verantwortlichen Generation ihre eigene ökonomische Zukunft konkret bedroht sehen.

Andrea Lindlohrs Hauptthema war aber die Frage, wo Baden-Württemberg in Sachen Künstlicher Intelligenz steht. „Man kann nicht aussuchen, ob man dabei sein möchte“, betonte Lindlohr, weshalb der Landesregierung das Thema auch wichtig sei.
Schwäbisches „Cyber Valley“

In einem ersten Schritt fördere die Landesregierung die Grundlagenforschung im „Cyber Valley“, einer Kooperation von Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, den Universitäten Stuttgart und Tübingen mit Unternehmen wie Bosch, Daimler, ZF oder auch Amazon, mit – in der ersten Runde – 170 Millionen Euro. Die nächste Phase sei nun aber, die Ergebnisse dieser Forschung auch für den Mittelstand nutzbar zu machen. Schlüssel sei hierbei, auch kleinere Forschungs- und Entwicklungsaufträge zu subventionieren, so dass auch kleinere Unternehmen eine Chance haben, zum Zuge zu kommen, und deren Forschungsaufträge angenommen werden.

Gastgeber Holger Fetzer, der die Werbeagentur Kreatifabrik GmbH in Aldingen leitet, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird, zeigte in seinem Vortrag, wie wichtig Marken für das Image eines Unternehmens sind, und warum einfache Werbung manchmal die beste ist. Dazu ist es aber wichtig zu verstehen, wie der menschliche Verstand arbeitet, wie Fetzer anhand vieler Beispiele zeigte.

Kalle Bendias, Co-Gründer der Firma your.company: Zusammenarbeit auf Augenhöhe – Konzept und Aufbau eines gänzlich neu gedachten Netzwerk-Unternehmens für die Entwicklung und Vermarktung von Produkten.

Schließlich sprach Klaus Zeiler, Leiter der Kreisverbände Tuttlingen und Konstanz des BVMW, über Mitarbeitermarketing und eine neue Denkweise bei der Rekrutierung von Fachkräften. Nach den Vorträgen hatten dann die anwesenden Unternehmer und Interessierten Gelegenheit zur „Vernetzung“ und zum Small Talk.