Frauenwirtschaftstage in der Villa Eugenia

Der BVMW und die Stadt Hechingen luden zum Schwerpunktthema „Female Leadership – Frauen in Führungspositionen und unternehmerischer Verantwortung“ in die historische Villa Eugenia ein. Rund zwei Dutzend Besucher kamen, darunter auch drei Herren.

Zum zweiten Mal war Hechingen Mitveranstalter der  jährlichen Frauenwirtschaftstage, veranstaltet vom Wirtschaftsministerium. Nach einer kurzen Begrüßung durch Christine Wolf, Leiterin des BVMW Kreisverbands Zollernalb, sprach Dr. Regina Heneka, stellv. Bürgermeisterin der Stadt Hechingen ein Grußwort. Das Thema hatte sie veranlasst, sich ausführlich Gedanken zu machen und intensiv im Internet zu recherchieren. Auch wenn sich bereits viel geändert hat und ganz aktuell Berichte über die Berufung einer Frau in die Doppelspitze des Dax-Unternehmens SAP die Runde machen, bleibt im Hinblick auf eine Gleichstellung noch viel zu tun. Dieses vor allem in unserem Denken. An einer kleinen Geschichte veranschaulichte Dr. Heneka eindrücklich wie sehr wir alle noch in unserem Rollenklischees festsitzen.

Den ersten kurzen Impulsvortrag des Abends hielt Claudia Strobel, geschäftsführende Gesellschafterin der IZD GmbH (Foto). Sie führt seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das Unternehmen für Zoll-Dienstleistungen mit etwas mehr als 20  Mitarbeitern und einer Niederlassung in der Schweiz. Zusätzlich muss noch das Leben einer 4-köpfigen Familie mit 2 schulpflichtigen Kindern organisiert werden. Sie teilen sich die Aufgaben gut untereinander auf, erzählt Frau Strobel. Und natürlich geht sie die Dinge oft anders an und hat einen anderen Blick darauf als ihr Mann. In wieweit das aber allein darauf zurückzuführen ist, dass sie eine Frau ist oder wieweit es einfach an ihrer eigenen Persönlichkeit liegt, ist schwer zu beantworten. Um aus dem etwas starren Vortragskonzept auszubrechen, bindet sie geschickt ihre Zuhörer/innen mit ein und fragt nach der Motivation, an einem regnerischen Abend, nach einem vermutlich langen und anstrengenden Arbeitstag noch die Initiative aufzubringen zu solch einer Veranstaltung zu kommen. „Netzwerken und gute und neue Impulse und Ideen mitnehmen“ ist ziemlich unisono die Antwort.

Anschließend erläutert Dr. Ulrike Landmann von der „Kontaktstelle frau und beruf Neckar Alb“ die Aufgaben dieser im Programm des Wirtschaftsministeriums stehenden Einrichtung der VHS Reutlingen. „Wie können mittelständische Unternehmen Frauen als Führungskräfte gewinnen und vor allem auch halten ?“ ist die Frage. Ein ganzer Fächer von Beratungs- und Informations-möglichkeiten zeigt Dr. Landmann den Damen und auch den durchaus interessierten Herren auf. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel gibt es hier doch Möglichkeiten, die die Unternehmen ergreifen können. Aber auch für die Kommunen gibt es viele Möglichkeiten den Standort für Mittelständler und Familien interessant zu machen. Auch Frau Dr. Landmann lud zu einem Erfahrungsaustausch ein, der so rege wurde, dass er nach ein paar kurzen abschließenden Worten von Christine Wolf im Foyer der Villa Eugenia bei einem Imbiss und Getränken rege und lange fortgesetzt wurde.