Zusätzliche Corona-Hilfe: Neue Zuschüsse für betroffene Unternehmen

Nachbesserung der Überbrückungshilfe III und Eigenkapitalzuschuss als Reaktion darauf, dass viele Firmen laut Verbänden ihre finanziellen Reserven aufgebraucht haben

Das zweite Osterfest in der Pandemie ist vorbei und es ist kein Ende der Beschränkungen in Sicht. Die einzig gute Nachricht: nicht nur die Überbrückungshilfe III wurde nachgebessert, auch ein neuer Eigenkapitalzuschuss soll besonders belastete Unternehmen verstärkt finanziell unterstützen. Die am 1. April verkündeten Nachbesserungen folgten nach Beschwerden vieler Unternehmen und Verbände.

Eigenkapitalzuschuss für Härtefälle

Die Corona-Krise treibt viele Unternehmen und Branchen an ihre Grenzen. Mit dem Eigenkapitalzuschuss soll speziell dort für Hilfe gesorgt werden, wo der Umsatz ab drei gerechneten Monaten um mindestens 50 Prozent eingebrochen ist. Dies gilt ab dem Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021.

Die Zusatzhilfe wird dabei gestaffelt ausgezahlt und anhand der zugesicherten Überbrückungshilfe III berechnet. In den ersten beiden Monaten der Einbußen erfolgt keine Zahlung neben der Überbrückungshilfe, ab dem dritten gibt es einen Zuschlag von 25 Prozent. Für den vierten Monat werden 35 Prozent zusätzlich erstattet und ab dem fünften sind es 40 Prozent. Wer einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleidet, soll bis zu 100 Prozent der abrechnungsfähigen Fixkosten erstattet bekommen.

Nachbesserung für Reise-, Veranstaltungs-, und Kulturbranche

Die Nachbesserungen der Überbrückungshilfe III betreffen vor allem die Reise-, Veranstaltungs-, und Kulturbranche und Einzel- sowie Großhändler und Hersteller. Die sogenannte „Anschubhilfe“ für die Veranstaltungs- und Reisewirtschaft wird zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme zugeführt. Daneben kann die Veranstaltungs- und Kulturbranche auch Ausfall- und Vorbereitungskosten geltend machen.

Außerdem werden die Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Saisonware und verderbliche Ware für Einzelhändler auf Hersteller und Großhändler erweitert. Allerdings sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) noch immer Grund zur Beschwerde. „Die Inhaber vieler kleinerer Geschäfte sind weiterhin auf sich gestellt. Denn noch immer haben sie keine Möglichkeit, bei den staatlichen Hilfen einen Unternehmerlohn zu berücksichtigen. Ebenso bleiben nicht durch das Kurzarbeitergeld abgedeckte Personalkosten unberücksichtigt“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Soloselbstständige mit Wahlmöglichkeit

Soloselbstständige und Unternehmer erhalten ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. Wer also bei dem einen oder dem anderen vergleichsweise höhere Hilfsleistungen erhalten hätte, kann seine Wahl nun auch rückwirkend ändern.

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