Lockerungen für Kultur – aber wie geht es im Winter weiter?

Kleinere Kulturbetriebe, wie Tanz- oder Musikschulen, wurden von der Corona-Pandemie stark getroffen. Auch wie es diesen Winter weitergehen soll, ist noch weitgehend unklar. Ein erneuter Lockdown wäre jedoch fatal.

Kleinere Kulturbetriebe kämpfen immer noch um ihr Überleben (Bild: pixabay.de).

Eine der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen ist die Kultur. Monatelang konnten Konzerte, Tanz- oder Filmveranstaltungen gar nicht oder nur vor einem sehr kleinen Publikum stattfinden. In Großstädten wie München blieben große Veranstaltungsräume, etwa der Gasteig oder das Nationaltheater, leer und die Betreiber hatten mit schweren finanziellen Verlusten zu kämpfen. Aber nicht nur die großen Veranstalter hatten in der Corona-Pandemie Probleme. Gerade auch die kleineren Kulturbetriebe, wie Tanz- oder Musikschulen waren durch die Corona-Maßnahmen stark eingeschränkt. 

Tanzschule am Deutschen Theater erhielt Kündigung während der Pandemie 

Eine der renommiertesten Tanzschulen in Deutschland, die Tanzschule am Deutschen Theater in München, war während der Pandemie nicht nur von den Corona-Beschränkungen betroffen. Ihr Leiter Oliver Fleidl erhielt außerdem aufgrund von Abrissarbeiten eine Kündigung für die Räume der Tanzschule. Somit musste innerhalb kürzester Zeit eine neue Bleibe gefunden werden. Sogar der Bezirksausschuss München Mitte hatte sich mit dem Fall beschäftigt und sich dafür eingesetzt, den Verbleib im Gebäude zu verlängern. Dies brachte zwar keinen Erfolg, allerdings ist Oliver Fleidl bereits auf der Suche nach einer neuen Bleibe: „Wir haben ein schönes Interims-Quartier in der Innenstadt gefunden und hoffen, dass wir ab nächstem Jahr wieder eine endgültige Bleibe haben und dort uneingeschränkt durch Corona wieder Tanzunterricht anbieten können.“ 

Ein weiterer Lichtblick für die Kulturbranche ist die ARTMUC die im Oktober 2021 wieder auf der Praterinsel in München stattfindet. Der Veranstalter Raiko Schwabe freut sich, dass Bayerns größte Kunstmesse endlich wieder stattfinden werden kann: „Wir sind sehr froh, dass wir gerade in der Pandemie Künstlern die Möglichkeit geben können, ihre Werke einem großen Publikum zu zeigen.“ Mit rund 15.000 Besuchern im Jahr 2019 ist die ARTMUC eine der größten künstlerischen Veranstaltungen in München. 

Politische Vorgaben für den Winter noch zu ungenau 

Ob solche Veranstaltungen im Winter noch immer möglich sein werden, ist aktuell unklar. Zahlreiche Experten sind sich einig, dass aufgrund der noch zu niedrigen Impfquote wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens notwendig sein werden. Für viele Kulturbetriebe, welche die bisherigen Lockdowns nur schwer überstanden haben, könnte eine erneute Schließung das endgültige Aus bedeuten. Die Politik steht daher in der Verantwortung, klare und verlässliche Vorgaben für den Winter zu schaffen, um einen erneuten Lockdown zu verhindern.  

Der BVMW setzt sich während der gesamten Corona-Pandemie kontinuierlich für die Belange der Kreativwirtschaft ein. So fand im vergangenen Sommer eine Veranstaltung des BVMW Bayern zusammen mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger statt, bei der sich der BVMW für eine Verlängerung der Corona-Förderungen einsetzte. Außerdem informiert der BVMW seine Mitglieder regelmäßig über Förderungen und Beschränkungen während der Corona-Pandemie. Eine Liste mit Mitgliedsunternehmen, die spezifische Corona-Hilfsangebote zur Verfügung stellen, finden Sie HIER.