Mittelstand wünscht sich Jamaika-Koalition

Nach der Bundestagswahl müssen die Parteien in Sondierungs- und Koalitionsgesprächen eine neue Regierung bilden. Der Mittelstand hat hier eine klare Präferenz: Eine Jamaika-Koalition bestehend aus Union, FDP und den Grünen.

Eine BVMW-Umfrage hat ergeben, dass sich die Mehrheit des Mittelstands eine Jamaika-Koalition wünschen (Bild: Pixabay).

In einer bundesweiten Umfrage des BVMW haben sich vergangene Woche 34 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen für ein Bündnis von CDU/CSU, Grünen und FDP ausgesprochen. Insgesamt beteiligten sich knapp 1600 Unternehmen an der Befragung. Eine Koalition aus Union, SPD und FDP befürworten 30 Prozent, während nur 18,5 Prozent für eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP stimmten. BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte, das Votum müsse SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu denken geben. „Die Mittelständler erteilen einer Politik immer neuer Belastungen für die Unternehmen eine deutliche Absage", so Jerger. Obwohl die CDU nach Sonntag ein historisch schlechtes Ergebnis erklären muss, deuten die bundesweiten, wie auch die Wahlergebnisse in Bayern daraufhin, dass eine CDU/CSU-geführte Regierung mehrheitsfähig wäre.  

Union bekennt sich zu Sondierungen mit Grünen und FDP  

Am Dienstag bekannte sich die neue CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu Sondierungen mit Grünen und FDP. „Die, die uns gewählt haben, sagen: Gebt das nicht so schnell auf mit Jamaika", sagte CDU-Chef Armin Laschet. Bereits kurz nach der Wahl erklärte auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak im ARD-Wahlstudio, dass man, trotz „bitteren Verlusten", alles daransetzen müsse eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden. Es gebe zudem starke Signale von der FDP in Richtung Union, doch obwohl die Präferenz der Liberalen für eine Jamaika-Koalition offensichtlich erscheint, zeigt sich die FDP auch offen für andere Konstellationen. 

Wirtschaft warnt vor „Koalitionsverhandlungen im Bummelzugtempo“ 

Angesichts des engen Ausgangs der Bundestagswahl warnen Wirtschaftsverbände vor einer langen Regierungsbildung. BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte, Unternehmen bräuchten jetzt dringend klare Perspektiven für ihre Investitionsentscheidungen. Von den politischen Verantwortlichen erwarte man die schnellstmögliche Bildung einer handlungsfähigen neuen Regierung. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland verträgt angesichts schlechter Wirtschaftsdaten nicht noch einmal Koalitionsverhandlungen im Bummelzugtempo", so Jerger. Damit die Erholung der Wirtschaft nicht abgebremst wird, müsse eine monatelange Hängepartie unbedingt vermieden werden.