„Swiss IP“ – ein Blick in die Innovationslandschaft in der Schweiz

Das virtuelle Seminar "Swiss IP" fand am 12. November in Zusammenarbeit mit Anaqua statt und bot einen Einblick in das schweizerische Patentrecht.

Die vierte und für dieses Jahr letzte Veranstaltung zum Thema Intellectual Property des BVMW Bayern mit Unterstützung des IP Management Software Spezialisten Anaqua widmete sich im November ganz dem Nachbarland Schweiz. Auch wenn dort die Anmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) im Coronajahr leicht zurückgegangen sind, bleibt die Schweiz weiterhin vor Schweden das Land mit den meisten Patentanmeldungen pro Kopf (966 Anmeldungen pro Million Einwohner). Mit innovativen Konzepten wie dem Modell der „Schweizer Patentbox“ steht Firmen, die in der Schweiz steuerpflichtig sind, darüber hinaus eine attraktive Option zur Verfügung: insbesondere für innovative KMU mit profitablen Produkten oder Produktgruppen bietet sich hier ein erhebliches Steuersparpotential. Harry Frischknecht von der Zürcher Patentanwaltskanzlei Isler & Pedrazzini berichtete in seinem umfangreichen Vortrag, der wie alle Präsentationen an diesem Tag online gestreamt wurde, von den vielfältigen Vorzügen dieses Modells und empfahl eine intensive Zusammenarbeit zwischen Steuerfachleuten und Patentexperten bei der optimalen Ausgestaltung dieses innovativen Modells.

Annik Staudenmann, IP-Expertin beim Schweizer Pharmazieunternehmen Ferring Pharmaceuticals, berichtete in ihrem Vortrag unter anderem anschaulich von den Herausforderungen und Vorteilen bei der Überführung eines zuvor durch externe Patentanwaltskanzleien geführten IP-Prozesses in eine eigenständige interne Abteilung. Die Bedeutung von Intellectual Property Assets in einem klassischen Unternehmen der „Old Economy“ beschrieb Jörg Baur, Leiter der Patentabteilung bei der SFS Group, einem auf mechanische Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten spezialisierten Schweizer Traditionsunternehmen. 

Trotz des aufgrund der Pandemieentwicklung kurzfristig gewählten Online-Formats beteiligten sich die fast 40 Teilnehmer des Online-Seminars intensiv durch Fragen an die Referenten. Die hervorragende Moderation von Dr. Bettina Hermann von der Münchener Patentanwaltskanzlei V.O. Patents trug dazu bei, dass der Stream durchgängig lebendig und interessant blieb. Der inzwischen bewährte Dienstleister creamkom, aus dessen Studio in München-Schwabing bereits mehrere Online-Events übertragen wurden, kam auch mit der Herausforderung von drei aus der Schweiz zugeschalteten ReferentInnen bestens klar. Achim von Michel vom BVMW Bayern gab am Ende der Online-Veranstaltung einen Ausblick auf das kommende Jahr, wo voraussichtlich erstmals hybride Events – also Präsenz-Veranstaltungen mit zusätzlichem online-stream – geplant sind.