Streitpunkt Digitalisierung: Spitzenpolitiker im Gespräch mit dem BVMW

In Kürze ist es soweit: am 14. Oktober findet die Landtagswahl in Bayern statt.

BVMW-Gespräch mit Spitzenpolitikern und Achim von Michel als Moderator

In Kürze ist es soweit: am 14. Oktober findet die Landtagswahl in Bayern statt. Um im Vorfeld die mittelstandspolitischen Positionen der Parteien zu erfragen, die laut Umfragen in den Landtag ziehen werden, hat der BVMW Bayern im September ein Gespräch mit Spitzenpolitikern im Presseclub München veranstaltet.

Mehrheitliche Einigkeit zum Thema Bildung und Fachkräftemangel, dafür hitzige Debatten bei der Digitalisierung – das beschreibt zusammenfassend die Podiumsdiskussion mit Erwin Huber (CSU), Annette Karl (SPD), Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Sigi Hagl (Bündnis 90/die Grünen), Martin Hagen (FDP) und Ates Gürpinar (die Linke) zur aktuellen Lage des Mittelstandes.

Wie lauten die Herausforderungen?

In den Eingangsstatements der Politiker ist eines unumstritten: der bayerische Mittelstand ist ein Garant des wirtschaftlichen Erfolges in Bayern. Was die Liberalen und Christlich-Konservativen in Zukunft besonders voranbringen wollen, sind Unternehmensgründungen und den technischen Wandel.

Die sozialdemokratische Position legt ihren Fokus auf die Kommunalebene, besonders auf den infrastrukturellen Ausbau und die demografischen Probleme in ländlichen Regionen. Der Spitzenkandidat der Freien Wähler erklärt, dass gerade kleinere und mittlere Unternehmen den Unterschied ausmachen und deshalb genau diese gefördert werden müssen.

Das linkspolitische Statement zum Erhalt des starken Mittelstandes in Bayern lautet: Ohne eine verbesserte Strukturpolitik in der Peripherie werden sich auch in Zukunft Unternehmen nur schwierig dort ansiedeln können.

Kernthemen: Bildung und Digitalisierung

Aus einer aktuellen Stichproben-Umfrage des BVMW lassen sich einige Kernthemen entnehmen, die Mittelständler besonders beschäftigen. Achim von Michel (BVMW) als Moderator schneidet dabei die wichtigsten an – Bildung und Digitalisierung. Die Dringlichkeit dieser Punkte ist sowohl den sechs Spitzenvertretern klar, als auch den Parteien im Allgemeinen. Doch welche Lösungsansätze haben die einzelnen Politiker?

Einigkeit besteht darin, dass im Lehrplan nachjustiert und den Schülern die Praxis näher gelegt werden muss. Das Können und Talente der Kinder muss von Beginn an gefördert werden, ohne dabei auf die Vorstellung zu bestehen, dass jeder einen Hochschulabschluss braucht.

Die Diskussion bei der Digitalisierung fällt nicht ganz so einvernehmlich aus. Es hat Versäumnisse der CSU-Regierung im Ausbau der digitalen Infrastruktur gegeben. Jegliche Schuldzuweisungen an die CSU weist Huber von sich und verteidigt sich mit dem Digitalbonus und der Aussage, dass die Bundesregierung die Verantwortung für den Netzausbau trage.

Cybersicherheit, Industrie 4.0, die DSGVO – um einige Punkte neben den infrastrukturellen Problemen zu nennen – beschäftigen die Unternehmen besonders. Hier muss die bayerische Regierung zukünftig mehr Engagement zeigen und den Mittelständlern unter die Arme greifen.

Wer gewinnt, regiert nicht gleich

Ein weiteres Ergebnis der BVMW-Umfrage ist, dass sich ein Drittel der bayerischen Mittelständler eine Koalition aus CSU und FDP wünschen. Weder Hagen noch Huber scheinen abgeneigt. Jedoch erinnert Huber an die letzte Bundestagwahl und versetzt der FDP einen kleinen Hieb hinsichtlich der geplatzten Jamaika-Koalitionsverhandlungen.

Alle anwesenden Politiker sichern jedenfalls zu, offen in mögliche Koalitionsverhandlungen zu gehen, nur mit der AfD wolle niemand koalieren. Für einen durchaus amüsanten Moment sorgt der Linke Gürpinar mit der Aussage, dass er sich auf die Verhandlungen mit der CSU freue.

Fragen ans Plenum

Am Ende richten einige Unternehmer Fragen an die Spitzenvertreter. So sucht Roland Greppmair, Berater bei K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten, eine Antwort zum Problemfeld Unternehmensnachfolge.

Am 14. Oktober wird in Bayern eines deutlich: Die Wähler entscheiden zwar, welche Partei am meisten Stimmen bekommt. Doch die Meinungen der bayerischen Bevölkerung vor Landtagswahlen waren schon lange nicht mehr so geteilt – es wird also spannend werden.