Auf der Reise zum AI First Unternehmen

Unternehmer aus dem Mittelstand konnten diese Woche im Rahmen einer interaktiven Veranstaltung viel über die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen erfahren.

Die Teilnehmer hörten sich informative Vorträge über Künstliche Intelligenz an und konnten in den Workshops eigene Anwendungsbeispiele thematisieren

Über 40 Teilnehmer besuchten die gemeinsame Veranstaltung der Future Academy X und des BVMW „Auf der Reise zum AI First Unternehmen“über Künstliche Intelligenz (kurz: KI oder engl. AI). In den Räumlichkeiten von Wayra Deutschland begrüßte Steffi Konrad, Co-Founderin der Future Academy X, die Gäste mit der Ankündigung, dass es bei der Anwendung von KI im Unternehmen vor allem um die Erweckung des menschlichen Potenzials gehe. Vier Superkräfte seien dafür als Eigenschaften im 21. Jahrhundert besonders wichtig: Neben digitaler Fitness zählten ein responsives Mindset, soziale Intelligenz und die Handlungsfähigkeit, Ideen zeitnah und effizient in die Realität umzusetzen, dazu.

KI als wichtigste Technologie des 21. Jahrhunderts

Markus von der Lühe, Co-Founder und CEO vom Digital Festival Year of the X, stellte anschließend in seiner Keynote „AI first – Von Science Fiction zur Realität“ die Geschichte der KI kurz vor. Ein Durchbruch der modernen KI war vor allem der Sieg von Googles Programm Alpha Go gegen den professionellen Go-Spieler Lee Sedol im März 2016. Hier konnte ein Programm zum ersten Mal Intuition beweisen. Statt der traditionellen Berechnung von Möglichkeiten nimmt sich maschinelles Lernen mehr und mehr das menschliche Gehirn zum Vorbild. KI könnte deshalb schon bald über übermenschliche Fähigkeiten verfügen und sei deshalb die wichtigste Technologie des 21. Jahrhunderts, betonte von der Lühe.

Beispiele dieses Fortschritts werden bei Übersetzungsprogrammen und Bilderkennungssoftware bereits heute sichtbar: Hier zeigt sich ein exponentieller Fortschritt seitdem auf maschinelles Lernen gesetzt wird. Auch wenn Google und China als Vorreiter in Sachen KI gelten, testen deutsche Unternehmen wie Continental und Adidas ebenfalls erfolgreich die Möglichkeiten von KI. Allgemein könnten viele Unternehmen KI auch bei sich voranbringen, wenn sie in Leuchtturmprojekten Daten für ein bestimmtes Ziel verwerten und damit schnelle Erfolge erzielen.

KI als Werkzeug und nicht als Konkurrenz

Der australische Neurowissenschaftler Misha Byrne stellte im weiteren Verlauf vor, wie Unternehmen eine KI-Kultur aufbauen können. KI sollte dabei weniger als Konkurrenz zur traditionellen Arbeitsweise gesehen werden, sondern als Werkzeug, um menschliche Probleme zu lösen. Byrne erläuterte verschiedene Vorurteile, die viele Menschen gegenüber KI hegen. Er erklärte, dass das Konzept Mensch gegen Maschine nicht hilfreich sei, KI keinesfalls immer richtig läge und man darauf achten müsse, nicht nur diejenigen Ergebnisse zu akzeptieren, die die eigene Vorstellung bestätigen.

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine könne vielmehr dann verbessert werden, wenn auf grundlegende Bedürfnisse der Menschen im Job und im sozialen Miteinander geachtet werde.

Thomas Schmiedel, Co-Founder von Rubinstein & Schmiedel und Spezialist für KI und Deep Learning zeigte danach in seinem Vortrag die konkreten Anwendungsmöglichkeiten und Funktionsweisen von KI Programmen. Grundlegende Unterschiede wurden bei den verschiedenen Typen des maschinellen Lernens sichtbar: Supervised, Unsupervised und Reinforcement Learning. Deep Learning geht über diese Typen durch die Bildung neuronaler Netze weiter hinaus.

Abschließend fanden interaktive KI-Workshops über Roadmaps und Use Cases statt. Die Teilnehmer tauschten sich danach noch beim Netzwerken aus.