Wie der Mittelstand sich die Blockchain zunutze machen kann

Der BVMW München veranstaltete gemeinsam dem Liechtensteiner Blockchain Start-up edeXa im Münchner Künstlerhaus einen Workshop zum Thema Blockchain im Mittelstand.

Stefan Neyer, CTO der edeXa AG, erklärt den Teilnehmern die Funktionsweise einer Business Blockchain

Die vielfältigen Chancen der innovativen Blockchain-Technologie, die vor einigen Jahren durch die Krypto-Währung Bitcoin bekannt wurde, sind unter Mittelständlern häufig noch nicht genau bekannt. Achim von Michel vom BVMW in München hob hervor, dass Digitalisierung im Mittelstand für den Verband ein wichtiges Thema sei: Gerade die Blockchain biete dabei das Potenzial, alltägliche analoge Prozesse zu überwinden.

Der Workshop informierte die Teilnehmer daher zunächst über die grundsätzliche Funktionsweise der Blockchain-Technologie und ihre Stärken. „Die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain in Unternehmen sind extrem vielseitig“, betonte Daniel Kohler, CEO der edeXa AG. Durch eine Kette von Datensätzen, die mittels bestimmter Nummern eindeutig festgelegt und zugeordnet werden können, ist bei einer Blockchain die nachträgliche Manipulation einzelner Daten so gut wie unmöglich. Das Potenzial bei der Optimierung von Prozessen sowie bei der Verbesserung der Sicherheit und Transparenz sei daher enorm, so Kohler. Die dezentrale Speicherung der Daten auf vielen verschiedenen Servern trage ebenfalls zur hohen Vertrauenswürdigkeit von Blockchain-Daten bei.

Optimierte Lieferprozesse mittels Blockchain

Neben der durch die Bitcoin-Währung bekannten öffentlichen Blockchain sind für Unternehmen vor allem private Blockchains zwischen einem oder mehreren Unternehmen interessant. Durch sogenannte Smart Contracts können festgelegte Aktionen innerhalb einer Blockchain automatisierte Prozesse auslösen – wie beispielsweise die automatische und einheitliche Rechnungserstellung nach einer Bestellung.  Die Blockchain-Technologie erleichtert so das digitale Ablaufen von Rechnungsstellungs- und Einkaufsprozessen: Bestellungen können mit deutlich weniger Aufwand bearbeitet werden, Lieferketten können optimiert werden.   

Johannes Sedlmeir vom Fraunhofer BlockchainLab in Bayreuth brachte den Zuhörern anschließend das Thema der dezentralen Identität näher. Die Möglichkeit, seine digitale Identität selbst zu verwalten und somit nur die gewünschten Daten offenzulegen, klingt in erster Linie nach einer Lösung für Privatpersonen. Doch der Fall, Identitäten zweifelsfrei online zu belegen, ist auch für Unternehmen relevant: Sie können so einfacher Verträge digital schließen und die Authentifizierungen von Geschäftspartnern sekundenschnell erledigen. Weitere Anwendungen ergeben sich zum Beispiel bei einer digitalen ID von Maschinen und Sensoren im Internet of Things.

Erste Business Blockchain Lösungen existieren bereits

Hierfür liefern Blockchains mit ihrer innovativen Verschlüsselungstechnologie heute schon die Grundlage. Aber wo geht die Reise hin? Stefan Neyer, CTO der edeXa AG, präsentierte die Funktionsweise einer anwendbaren Business Blockchain Lösung für den Mittelstand – der ersten in Europa. „Wir wollen die Blockchain für alle Unternehmen anwendbar machen. Damit können wir die Digitalisierung in Deutschland und Europa schnell voranzutreiben“, so Neyer.

Die Teilnehmer hatten danach die Möglichkeit, offen gebliebene Fragen zu stellen und sich bei einem Aperó mit den digitalen Entscheidern über den Stand der Blockchain-Entwicklung auszutauschen. 

Einige Impressionen vom Workshop finden Sie in der beigefügten Bildergalerie.