US-Wahl: Mittelstand gratuliert Biden

Bidens vorläufiger Sieg stimmt bayerischen Mittelstand optimistisch.

Der neues US-Präsident nimmt am 20. Januar seine Amtsgeschäfte im weißen Haus auf (Bild: pixabay)

Nachdem der Kandidat der Demokraten, Joe R. Biden, die US-Präsidentschaftswahl nach offiziellen Meldungen der US-Medien für sich entscheiden konnte und zum „President-elect“ ausgerufen wurde, hofft die Wirtschaft in Bayern nun auf einen friedlichen Machtwechsel und einen Wandel des angeschlagenen transatlantischen Verhältnisses.

„Wir gratulieren dem Herausforderer Biden, der aller Voraussicht nach der nächste US-Präsident wird“, sagte Achim von Michel, Landesbeauftragter für Politik im BVMW Bayern. „Für die nächsten Jahre hoffen wir auf eine stabile Außenpolitik und eine Verbesserung des transatlantischen Verhältnisses. Wir würden uns wünschen, dass die EU und die bayerischen Exporteure wieder mehr als Handelspartner auf Augenhöhe denn als Konkurrenten gesehen werden“, so von Michel. Seit vielen Jahren sind die USA der größte Absatzmarkt für Exporte aus Bayern. Im Jahr 2019 exportierten bayerische Unternehmen Waren im Wert von 21 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, die Importe betrugen im selben Zeitraum rund elf Milliarden Euro.

Doch auch Biden steht für eine eher protektionistische Handelspolitik nach US-Interessen, so der Landesbeauftragte. „Auf eine komplette Abkehr von Strafzöllen und Handelskonflikten ist erstmal nicht zu hoffen. Vier Jahre Trump haben die weltweite Handelspolitik und mit ihr die zwischenstaatlichen Abkommen und internationalen Organisationen stark geprägt.“ Mit einer sofortigen Rückkehr in die Zeit des Freihandels vor Trump sei daher nicht zu rechnen.

Der Mittelstand blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft: „Unter Biden werden sich nun wieder vermehrt Spielräume bei der internationalen Kooperation und eine  grundsätzlich verbindlichere  Gesprächskultur eröffnen – sei es beim Kampf gegen den Klimawandel, beim Engagement der NATO-Partner, oder bei der Entwicklung und der Verteilung eines Corona-Impfstoffes“, so von Michel.