Umfrage: Mittelstand lässt sich nicht unterkriegen

Aus der BVMW-Unternehmerumfrage 2020/21 geht hervor, dass die große Mehrheit der Mittelständler zuversichtlich bleibt. Doch die Bundesregierung müsse jetzt Weichen für Investition und Wachstum stellen, anstatt Steuererhöhungen zu planen.

Der deutsche Mittelstand lässt sich trotz Corona nicht unterkriegen. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Unternehmerumfrage 2020/21 des BVMW mit über 2.300 Teilnehmern. Demnach ist die große Mehrheit der Mittelständler zuversichtlich, was das eigene Unternehmen angeht: Über 70 Prozent schätzen die eigene Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, und knapp 70 Prozent erwarten eine gleichbleibende oder sogar günstigere Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden 12 Monaten.

Pessimistisch sind die Unternehmer dagegen bei der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2021: Über 60 Prozent erwarten eine Rezession in Deutschland. Entsprechend stark schlägt sich die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf die geplante Investitionstätigkeit nieder: Nur 25 Prozent wollen in den nächsten 12 Monaten ihr Investitionsvolumen steigern, knapp 40 Prozent aber weniger investieren als in diesem Jahr.

„Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen für Investition und Wachstum in 2021 stellen. Millionen Mittelständler und Selbstständige erwarten bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um wieder Vertrauen fassen zu können. Deshalb sagen wir Nein zu allen Plänen, den Mittelstand durch höhere Steuern zusätzlich zu belasten“, sagt Achim von Michel, Politikbeauftragter im BVMW Bayern..

Fast 85 Prozent der Befragten sprechen sich für die Fortführung staatlicher Hilfen für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen auch im Jahr 2021 aus. Neben Corona (83%) leiden die Unternehmen besonders unter Bürokratie (60%) und staatlicher Regulierung (rd. 38%). Es folgt bei den Negativfaktoren der Fachkräftemangel (36%). Die Mittelständler sehen daher Bürokratieabbau (84%) als dringlichste wirtschaftspolitische Aufgabe der Bundesregierung an, gefolgt vom beschleunigten Breitbandausbau (62%) und Senkung der Unternehmenssteuern (55%).

Bei der klassischen Sonntagsfrage erreichen Union (43,3%; 2019: 31) und FDP (20,8%; 2019: 29) zusammen eine klare Mehrheit. Es folgen Grüne (13,2%; 2019: 15) und AfD (7,6%; 2019: 10). Klare Verlierer sind wie schon im Vorjahr SPD (3,2%; 2019: 3,0) und Linke (2,5%; 2019: 2,5).