Studie warnt: Deutschland fällt im Standortwettbewerb zurück

Der BVMW Bayern fordert angesichts besorgniserregender Studienergebnisse, Deutschland dringend wieder attraktiver für Unternehmen zu machen.

Die Bundesregierung würde gut daran tun, Deutschland für Unternehmen im internationalen Standortwettbewerb zu stärken (Bild: pixabay)

Nach der aktuellen Vorstellung des Länderindex Familienunternehmen 2020 fordert der BVMW Bayern entschiedene Schritte zur Stärkung der Standortattraktivität in Deutschland. „Die Ergebnisse der Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen sind alarmierend“, betont Achim von Michel, Landesbeauftragter für Politik im BVMW Bayern. „Deutschland muss dringend beim Aufbau der digitalen Infrastruktur und im internationalen Steuerwettbewerb mithalten können.“ Im internationalen Vergleich mit 21 Industriestaaten liegt Deutschland laut der Untersuchung in Sachen Standortattraktivität nur noch auf Rang 17, weit hinter Staaten wie den USA, Großbritannien und den Niederlanden.

Als zentrale Schwächen Deutschlands macht die Studie die schlechte digitale Infrastruktur, hohe Stromkosten, hohe Arbeitskosten und hohe Steuern aus. Der BVMW Bayern fordert daher weitreichende Investitionen in den digitalen Bereich: „Die Corona-Krise legt gerade offen, dass die Digitalisierung insbesondere an Schulen auf desolatem Niveau ist. Die Probleme, die wir gerade beim Thema Home-Schooling erleben, beweisen, dass bei der digitalen Versorgung noch ein großer Handlungsbedarf besteht“, so von Michel.

Das Thema Steuersenkungen durch beispielsweise die vollständige Abschaffung des Solis oder die Senkung der Unternehmenssteuern bleibe ebenfalls wichtig, so der BVMW Bayern: „Die Studie zeigt klar, dass Unternehmen hierzulande bisher von einer guten Finanzierungslage profitiert haben – doch das war noch vor der Corona-Pandemie. Die Regierung täte daher gut daran, die angespannte Lage vieler Unternehmen zukünftig durch Steuersenkungen zu entlasten“, so von Michel. Die Entwicklung des Standortrankings, in dem Deutschland über die letzten zwei Jahre drei Plätze eingebüßt hat, weise darauf hin, dass die Regierung viel versäumt habe. „Zwar waren die allermeisten mittelständischen Familienunternehmen vor der Corona-Krise gesund aufgestellt. Doch damit sie auch weiterhin zentrale Arbeitgeber und Steuerzahler für Deutschland bleiben, müssen nun die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden“, so von Michel.