BVMW und Anaqua über Künstliche Intelligenz und Intellectual Property

Der BVMW veranstaltete im Juli gemeinsam mit Anaqua ein virtuelles Seminar zu den Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Welt des geistigen Eigentums (IP).

Dr. Bernd Haberlander, Dr. Andreas Gallasch, Alexandra Dellmeier, Jonas Delkurt, mit Jan Witt und Achim von Michel (im Bild v. l. n. r.)

Da die KI sowohl in Wirtschaft als auch in der Politik immer mehr an Bedeutung gewinnt, war das breite Interesse an dem Thema des jüngsten Web-Seminars des BVMW in Kooperation mit dem Patentsoftware-Anbieter Anaqua mit 70 angemeldeten Teilnehmern nicht verwunderlich. Welche Chancen KI bietet und wie sich die Technologie in den IP-Bereich integrieren kann, stellten erfahrene Referenten aus Unternehmen und Patentanwaltskanzleien aus einem professionellen Münchner TV-Studio von creakom vor.

Bevor der Themenimpuls durch die Moderatorin des Webinars gegeben wurde, folgte zu Beginn die Begrüßung durch Achim von Michel, BVMW Landesbeauftragter für Politik in Bayern, der einen erfreulichen Ausblick auf das nächste geplante Seminar im September mit Anaqua aus Zürich gab – zum ersten Mal in diesem Jahr wieder vor Ort.

Themenimpuls: Rechtsrahmen für KI in der EU

Alexandra Dellmeier, Rechtsanwältin in der LexDellmeier Kanzlei für Marken- und Designrecht aus München, startete die Vortragsrunde mit einer wichtigen Einleitung – dem einheitlichen Rechtsrahmen in der EU, der den richtigen Umgang mit KI gewährleisten soll. Bis zum Inkrafttreten des weltweit erstmaligen Gesetzes kann es zwar noch einige Zeit dauern, jedoch ist dies ein wegweisender und wichtiger Schritt.

Einführung in KI und Bedeutung für IP-Prozesse

Welche verschiedenen Level von KI es gibt und wie die Anwendungsgebiete variieren können, stellte Jonas Delkurt, Solutions Consultant bei ANAQUA in London, vor. Denn mit der Funktionsweise über Daten, quantitativer Analyse und Usern, können in der IP-Welt Markenanalysen durchgeführt und sogar Vorschläge bei der E-Search generiert werden. Das folgende Beispiel der Gesichtserkennung, bei dem Delkurts Programm auf das fröhliche Gesicht einer Person vor der Kamera mit grünem Licht antwortete, bot eine fließende Überleitung zum nächsten Vortrag an.

KI in der industriellen Produktion

Denn genau diese Funktionen – nach dem Schema „Wenn Lächeln, dann grünes Licht!“ – werden in der Produktion schon länger eingesetzt, wie Dr. Andreas Gallasch, CEO der Software Factory in München, erklärte. Durch die Fähigkeiten der KI selbst zu lernen, zu regeln und Entscheidungen zu treffen, bietet sich eine Vielzahl von möglichen Anwendungen in der industriellen Produktion, wie in der Qualitätsprüfung bis hin zum Data-Mining.

Kann man sich auf KI verlassen?

Mit der Frage, ob man sich auf KI wirklich verlassen kann, beschäftige sich Dr. Bernd Haberlander, Patentanwalt in der Patentanwaltskanzlei Hinkelmann aus München. Mit seiner abschließenden Präsentation, behandelte Haberlander die Herausforderungen der KI. Denn da es weder eine allgemein anerkannte Definition gibt, noch KI im rechtlichen Sinne eine Person sein kann, ergeben sich gerade im Bereich des geistigen Eigentums einige Hürden. Dennoch erschließen sich viele Einsatzfelder innerhalb der IP-Prozesse, welche die KI meistern kann.