Zuwanderung: Mittelstand fordert Punktesystem

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert von der Politik ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Deutschland müsse zu einer attraktiven Marke für qualifizierte Bewerber aus dem Ausland werden, wenn der Kampf gegen den demografischen Wandel nicht versanden solle, fordert NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom BVMW: 

„Deutschland muss stärker um qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland werben. Wir raten dazu, auf ein Punktesystem mit transparentem Kriterienkatalog umzuschwenken, das das jetzt geplante System der Mindestanforderungen ersetzt. Es besteht die Gefahr, dass unrealistische Zutrittsbarrieren geschaffen werden, wenn nicht sämtliche Kriterien erfüllt werden. Es wäre mit Sicherheit erfolgversprechender, auf praxiserprobte Rahmenwerke wie das kanadische zurückzugreifen. Allerdings ist an dieser Stelle Sand im Getriebe der Regierungskoalition. Gerade im Bereich der Zuwanderung ist es offenkundig, dass Teile der Koalition bis heute den Ernst der Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht erkannt haben. Es liegt nicht zuletzt am stärkeren Engagement der neuen CDU-Parteiführung um Annegret Kramp-Karrenbauer der lahmenden GroKo auf die Sprünge zu helfen und endlich wichtige Reformen in der Wirtschaftspolitik anzugehen. Die personelle Frischzellenkur der Union macht nur dann Sinn, wenn nun inhaltliche Blockaden eingerissen werden, um wichtige wirtschaftliche Weichenstellungen vorzunehmen. Der Kampf gegen den demografischen Wandel setzt uns unter Zugzwang und erfordert schmerzende Schritte, die auch eine generelle Verlängerung der Lebensarbeitszeit und wesentlich ambitioniertere Investitionen in die Ausbildung der jungen Generation miteinschließen.“