Austausch unter schwierigen Bedingungen

Erstes Symposium im NRW-Wirtschaftssenat nach den schweren Wochen der Corona-Epidemie. In den Räumen der Securitas GmbH in Düsseldorf war Sicherheit in jeder Hinsicht Gebot der Stunde.

Ein Wirtschaftssenats-Symposium mit dem nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul (CDU), in den Räumlichkeiten des Sicherheitsspezialisten und Senatsmitglieds „Securitas“ und dies während der nach wie vor außergewöhnlichen Pandemie-Lage – das versprach in jeder Hinsicht ein besonderer Abend zu werden. Für die nötigen Hygienemaßnahmen sorgten Gastgeber Daniel Schleimer und sein Team, den Rest stellten die Teilnehmer sicher, die auch ohne übertriebene Panik- und Stressreaktion während der medial aufgeheizten „Corona-Wochen“ Ruhe bewahrten – immerhin sind sie als Firmenchefs und Familienväter und -mütter gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und mit Umsicht zu entscheiden und zu handeln.

Also ging es hinein in einen inhaltlich spannenden Abend, moderiert von Uwe Knüpfer, der mit der anstehenden Kandidatenkür in der Union gleich in medias res ging. Reul, medial immer wieder präsent, wenn das Land, die Polizei und Staatsanwaltschaften den Kampf gegen arabische Clans an Rhein und Ruhr auf eine höhere Stufe heben, manövrierte geschickt zwischen den personalpolitischen Klippen und machte deutlich, wie sehr er sich seiner herausfordernden Arbeit als Innenminister in einem schwierigen Kräftefeld verbunden fühlt. Dies obwohl der gebürtige Langenfelder als langjähriger Europapolitiker vor dem Überraschungssieg seiner Partei unter Armin Laschet keinerlei ministeriale Ambitionen hegte.

Reul zeigte sich als Mann des Ausgleichs, als Freund von Frauenquote, integrativer Politik und bezeichnete sich selbst als von Anfang an eher „progressiven Politikertyp“, der angesichts etatistisch-dekretiver Politikstile, wie sie zuletzt vor allem der bayerischer Ministerpräsident Markus Söder pflegte, auf Distanz geht. Das Symposium unterstrich, dass die letzte schwarz-gelbe Landesregierung in einem deutschen Bundesland still und professionell arbeitet, und auch liefert. Innere Sicherheit sowie eine konsequente Ausrichtung der Wirtschaftspolitik an kleinen und mittleren Unternehmen – dies sind die klar erkennbaren Schwerpunktsetzungen einer Landesregierung, die nun ihr drittes Jahr in der laufenden Legislaturperiode beendet hat. Der Mittelstand setzt auch über die Legislaturperiode hinaus auf eine erfolgreiche Verstetigung dieser bürgerlichen Politikansätze.

Thomas Kolbe