Wirtschaftssenat im Dialog mit NRW-Finanzminister

Weltweit wachsen die öffentlichen Schuldenberge, Notenbanken und Staaten fluten Märkte und Haushalte mit frischem Geld. Werden wir diese heikle Situation wieder unter Kontrolle bringen?

Antworten auf diese Frage bot das zweite Wirtschaftssymposium nach dem Lockdown, diesmal in den Räumen unseres Mitglieds G DATA aus Bochum. Wir leben in wirtschaftshistorisch seltenen, wenn nicht einzigartigen Zeiten. Die Pandemie-Krise hat dazu beigetragen, bestehende Friktionen, Ineffizienzen und gefährliche Bonitätsrisiken wie im Zeitraffer offenzulegen. Vor uns liegen Monate gefährlicher ökonomischer Wellenschläge, möglicherweise droht uns wieder eine neuerliche Staatsschulden- und Bankenkrise, die sich im Zuge der sich auftürmenden Insolvenzwelle kaum vermeiden lässt.

Um in dieser Gemengelage etwas Orientierung zu verschaffen, trat der NRW-Wirtschaftssenat in einen vertiefenden Diskurs mit NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper. In den Räumlichkeiten unseres Mitglieds G DATA aus Bochum erfuhren die Teilnehmer aus erster Hand, welche steuer- und wirtschaftspolitischen Schritte angesichts der sich zuspitzenden Schuldensituation bei gleichzeitiger Konjunkturschwäch geplant sind und mit welcher Strategie Land und Bund diesen kontinuierlich wachsenden öffentlichen Schuldenberg wieder abzutragen versuchen. Im moderierten Gespräch mit dem Journalisten und ehemaligen Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Uwe Knüpfer, wurde die ganze Dramatik der derzeitigen Lage sichtbar. Angesichts wachsender Arbeitslosenzahlen und Insolvenzen im gewerblichen wie auch privaten Bereich werden wir uns vermutlich differenzierte Instrumente einfallen lassen müssen, um einer weiteren Pandemie-Welle zu begegnen. Der Blick auf die internationalen Handelsströme, die Industrieproduktion und das erschütterte Verbrauchervertrauen macht deutlich, dass ein zweiter Lockdown der Wirtschaft nur schwer abzufedern wäre.