NRW-Wirtschaftssenat: Im Gespräch mit Armin Laschet

Die geopolitische Situation spitzt sich zu. Im Diskurs mit Ministerpräsident a.D. Armin Laschet beleuchtete der NRW-Wirtschaftssenat in Köln die aktuelle Lage und suchte nach Auswegen aus der schwer lastenden Energie- und Wirtschaftskrise.

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass sich Armin Laschet nach einem schwierigen Wahlkampf, der nach einer orchestrierten Medienkampagne wenig Spielraum für sein Team ließ, aus der großen Politik zurückzog. Nach dem Erststadt-Debakel musste der ehemalige NRW-Ministerpräsident und gebürtige Aachener seinem Nachfolger Friedrich Merz Platz machen und erfüllt seitdem sein Mandat im Deutschen Bundestag, wo er seine politische Expertise aus Jahrzehnten in führenden Funktionen unter anderem im Unterausschuss für Rüstungskontrolle einbringt und auf diese Weise noch immer am Puls der Zeit mitwirkt.

Die Ukraine-Russland-Krise und ihre schwerwiegenden Implikationen für Mittelstand und Gesellschaft standen nach einem Rückblick auf die Corona-Jahre naturgemäß im Zentrum der Debatte. Explodierende Energiepreise und wachsende Rohstoffengpässe belasten die Wirtschaft in zunehmendem Maße, dass eine tiefe Rezession immer wahrscheinlicher wird, so sehr sich unsere Mittelständler auch gegen sie stemmen mögen. Politische Projekte wie das Bürgergeld, in den Augen der Mehrheit der Anwesenden ein wirksamer Pull-Faktor für Armutsmigration in die Bundesrepublik, erfahren längst nicht die positive Rezeption in der Bevölkerung, wie sie die Politik erwartet – eine Erkenntnis der zum Teil emotional geführten Debatte für beide Seiten. 

Lage verschärft sich

Die zunehmend kritisch bewerteten Sanktionen lasten schwer auf Mittelstand und Verbrauchern. Sie rauben wertvolle ökonomische Kraft, auf die dieses Land nicht verzichten kann, will es die großen Herausforderungen der Zeit, die Digitalisierung, den Wandel der Demografie sowie die immer wieder anbrandenden Migrationswellen mit Erfolg bewältigen. Laschet bestätigte gerade auf diesem politischen Feld seinen Ruf als rational abwägender Politiker, mit Blick für das ökonomisch Machbare, für Maß und Mitte, was in diesen Tagen viele ideologisch argumentierende Politiker vermissen lassen.

Durch den Abend führte RTL West-Geschäftsführer Jörg Zajonc, dem es gelang, den Diskurs zwischen dem ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und den etwa 70 Wirtschaftssenatoren zu vertiefen und wertvolle Impressionen aus dem Maschinenraum unseres politischen Betriebs herauszustellen. Das besondere Ambiente: Die Motorworld Köln, die aus dem ehemaligen Kölner Flughafen hervorgegangen ist und in der heute Liebhaber von Sportwagen im höchsten Preissegment ihr El Dorado finden.