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Standortkonferenz Oberlausitz 2004

am: 31.08.2004 Beginn: 14.00 Uhr
Ort: Hotel Residence, Gewerbepark Wilthener Straße, Bautzen

Den Mentalitätswechsel wagen!

Auswertung

Wagen wir in der Oberlausitz den Mentalitätswechsel!? Über 90 Gäste aus den Reihen des gesellschaftlichen Mittelstandes hatte das Thema in den Blauen Saal des Hotel Residence nach Bautzen zur Standortkonferenz Oberlausitz gezogen.

Schon in der Begrüßung zeigten Wilfried Rosenberg, Regionalleiter des BVMW-Oberlausitz und BVMW-Landesgeschäftsführer Bodo Schwarz auf, dass es keine Alternative zu einem Mentalitätswechsel gibt. Es sind gerade die gesellschaftlichen Eliten aufgefordert eine Veränderung der bisherigen Denkmodelle zu erreichen, um eine Innovationskultur zu schaffen, da nur durch Innovation Arbeitsplätze entstehen und wir uns nur so etwas vom Druck des gnadenlosen Verdrängungswettbewerbs befreien können. Es geht im Kern um ein Innovationsklima in dem Alleinstellungsmerkmale deutlich werden und so eine wettbewerbsfähige Region entsteht.

Das unterstrich im Ausgangsvortrag auch Dr. Harald Röthig Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Sachsen GmbH, und zeigte die Herausforderungen für die Oberlausitz auf, die sie selber bewältigen muss. Neben der Globalisierung und der demographischen Entwicklung gehören auch die der Informationstechnologien und die politische Regionalisierung dazu. Für Kommunen heißt das: Bestandspflege der Unternehmen ist Aufgabe Nummer 1. Die Antwort für die Herausforderungen kann nur in einer stärkeren Vernetzung alle gesellschaftlichen Akteure einer Wirtschaftsregion liegen. Der von Röthig geprägte Begriff des Civic Entrepreneur charakterisiert das nötige bürgerschaftliche Engagement für die Gemeinschaft, um Visionen mit Teamfähigkeit und Durchsetzungskraft zu verbinden.

In diesem Kontext will sich die „Standortkonferenz Oberlausitz“ verstehen: Ein in die Zukunft gerichtetes ständiges Forum des gesellschaftlichen Mittelstandes, bei dem Unternehmer, Wissenschaftler und Kulturschaffende gemeinsam mit der Politik einen Gestaltungswillen entwickeln! Eine Region Oberlausitz die zwischen Weißwasser – Zittau – Bautzen – Hoyerswerda lokal kompetent, national in Sachsen und im Bund anerkannt und trinational aufgestellt ist; wie das der Bautzener Oberbürgermeister Christian Schramm herausarbeitete. Es ist ein neuer Anfang gemacht der zugleich auf Traditionelles und Vorhandenes baut.

Siegfried Hoche, Direktor des Stadtarchiv Görlitz, stellte klar: Die Oberlausitz war schon früher Transit- und Durchgangsland, was zu Wohlstand führte. Die Menschen haben nach vorn geblickt, Chancen erkannt und genutzt. Die Oberlausitz kannte keine bürokratische Verwaltung. So entwickelte sich ein starkes Selbstbewusstsein. Spielräume wurden genutzt oder selbst geschaffen. Sechs Städte (Bautzen-Görlitz-Kamenz-Lauban/Luban-Löbau-Zittau) arbeiteten ab dem Jahre 1347 im Sechsstädtebund zusammen. Der Markt Osteuropa war schon jeher ein wichtiger Markt für Produkte aus der Oberlausitz. Die Stärke und der Erfolg der Oberlausitz in früheren Zeiten lag auch an der guten Infrastruktur, womit der Bogen zur Entwicklung der Infrastruktur der Oberlausitz und deren zukünftige Entwicklung, auch in Bezug auf die EU-Osterweiterung geschlagen wurde, die Herr Abraham vom Sächsischen Wirtschaftsministerium darstellte.
Vernetzung von Straße und Schiene verdeutlichte Dr. Detlef Kahl von der CIDEON AG Bautzen der das Verkehrssystem Cargobeamer vorgestellt.

Auf eine andere Art von Mentalitätswechsel wies Robby Menge von der T-Com hin. In den letzten Jahren wurde die Kommunikation über Web und Mail immer wichtiger. Die Kommunikationsstrukturen ändern sich. Mit der IP-Telefonie verschmelzen Telefon, Fax und Mail in ihrer Struktur. Spätestens bis 2012 wird IP-Telefonie bestimmend sein und eröffnet völlig neue Möglichkeiten.

Rudolf von Sandersleben appellierte an die Unternehmer wieder mehr Bürgersinn zu entwickeln. Es gibt keine Alternative für die Oberlausitz als ihre Produkte grenzüberschreitend zu exportieren und verstärkt in Wertschöpfungsketten zusammenzuarbeiten.

Mehrfach wurde in der Diskussion darauf hingewiesen das die Oberlausitz sich noch besser verkaufen muss. Dazu gibt es schon viel Gutes über die Region zu berichten; ihr Ruf ist besser als die allgemeine Stimmung; so z. B. über die Gemeinschaftsinitiative „Mittelstandfreundliche Gemeinde der Oberlausitz“. Dr. Holm Große, Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz hob dabei hervor, uns nicht in die Suppe spucken zulassen!

Den Mentalitätswechsel nicht nur technologisch zu sehen, warf Prof. Albert Löhr als Rektor des Internationalen Hochschulinstituts ein und forderte eine konkretere Focusierung auf die Themen die mit dem Erreichen eines Mentalitätswechsels in der Oberlausitz verbunden sind! Nur wenn eine wirkliche Profilierung gelingt, wird sich auch der Erfolg einstellen!

Die nächste Etappe erwartet noch die Erarbeitung so mancher Antwort. Die Phase ist bis zum 5. Mittelstandtag Oberlausitz im Januar gesteckt. Aber gleich im Anschluss an die Beratungen bildete sich die neue Arbeitsgruppe “Kommunikations-Kultur“ aus Unternehmern, Wissenschaftlern und Kulturschaffenden.

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