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In der Rubrik "Standpunkt" veröffentlichen wir regelmäßig Meinungen und Ausführungen von Sirko & Wilfried Rosenberg, oder Gastschreibern zu aktuellen Themen & Entwicklungen. Sie erscheint auch in "DIE Aktuell".

Starke Frauen im BVMW - Wie Unternehmerinnen in der Wirtschaftsregion netzwerken

Ich bin immer wieder begeistert, wie Frauen sich trauen. Da machen sich mutige Mamas mit Kindern selbständig, organisieren Job und Familie und haben trotzdem noch Luft bei meiner Unternehmerinnen-Lounge mit zu diskutieren und starkes Engagement zu zeigen.

Oder mir begegnen erfahrene Geschäftsfrauen, die sich aus einer langjährigen Anstellung in ein Herzensprojekt stürzen. Und auch die jungen Frauen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Gute Netzwerke sind dabei immer von großer Bedeutung.

Aber wie netzwerken Frauen eigentlich? Frauen netzwerken mit viel Fingerspitzengefühl. Sie hören Bedürfnisse und versteckte Wünsche. Sie gehen emphatisch darauf ein und wollen gerne, dass auch der Gesprächspartner etwas von dem Austausch mitnimmt.

Frauen empfehlen gerne weiter. Sie lassen sich dabei oft von eigenen Werten und Vorstellungen beeinflussen. Haben  Frauen Zweifel, gibt's auch keinen Daumen hoch. Gelegentlich sollten Frauen beim Netzwerken klarer auf das Ziel zusteuern und öfters einmal daran denken ihr Unternehmen in den Fokus zu setzen, um es erfolgreich bekannt zu machen oder Interesse für die Produkte zu wecken. Manchmal wagen sie sich noch nicht so richtig aus sich heraus. Aber dafür gibt es Plattformen - wie die Unternehmerinnen-Lounge in der Wirtschaftsregion Dresden und andere Formate.

Natürlich müssen Sie sich trauen: um vorbeizukommen und dabei zu sein, den Mut zu haben auch einmal über sich selbst zu erzählen und über das eigene Unternehmen und sich zutrauen den ersten Schritt zu machen. Sie schaffen das schon.

„Wachstumsmotor: Vernetzung“ - das Motto des 17. MiTag

03.05.17 Als traditionelle Plattform und Impulsgeber für die Stärkung der Beziehungsnetze, soll der MiTag 2017 in einer sich verändernden Welt wahrgenommen werden.

Die Organisation der Wissensgesellschaft ist dezentral, braucht Unterschiede und Meinungsvielfalt, und einen Mentalitätswechsel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kooperation. Das neue WIR ist eines, dass den Anderen die Vielfalt leben lässt. So wird Vernetzung Wachstumsmotor und Wettbewerbsvorteil, die zu mehr Wertschöpfung bei den Unternehmen und der Region führen wird.

Wir wollen auf die Potentiale aufmerksam machen und wie die Chancen der Digitalisierung dazu genutzt werden können, wie sich die Vernetzungsrentabilität, auch durch das Wirken des BVMW, erhöht.

Die wertvolle Chance ist die Macht der Marke. Sie ist der Leitwolf, die markant und im öffentlichen Raum präsent ist; eine Flagge, an der wir uns orientieren und uns andere - auch wegen der Alleinstellungsmerkmale - erkennen. 

Vorausgesetzt sie ist auf den Menschen fokussiert, egal ob sie für ein Unternehmen oder eine „Wirtschaftsregion Dresden“ oder eine Person steht. Mit der Digitalisierung zeigt der Trend der Globalisierung auch eine Hinwendung zur Lokalisierung.

Die Vernetzung in Regionen hat mit der Verkürzung der Wertschöpfungsketten neue Chancen erhalten. „Führung muss das Lokale ehren und das Dezentrale schätzen“ sagte Berater Reinhold K. Sprenger. Personen, nicht Produkte machen den Unterschied.

Das ist ein Kulturwandel, der ein richtiges Maß an Empathie erfordert und vielfach Konkurrenz durch Wettbewerb in Zusammenarbeit ersetzt. Wir müssen lernen noch besser zu orchestrieren, um die Wertschöpfung in die Region zu bekommen. Der 17. MiTag liefert dafür Impulse. 

Das internationale Netzwerk des BVMW

04.04.2017 Von den vielen Vorteilen, die eine BVMW-Mitgliedschaft bietet, kristallisieren sich unsere internationalen Geschäftsverbindungen immer mehr als Alleinstellungsmerkmal heraus. Nicht nur unser Leiter Außenwirtschaft, Herr Rainer Ptok , ist weltweit excellent vernetzt, sondern auch unsere mehr als 30 Auslandsbüros stellen bei Bedarf praktische und sofort nutzbare Kontakte in anderen Ländern her. 

Das Beispiel eines Dresdner mittelständischen Unternehmens mit etwa 100 Mitarbeitern und Expansionswunsch nach Skandinavien zeigt, dass wir unsere Mitglieder von der Marktanalyse, Wettbewerbs-informationen, Kontakt-anbahnung zu potenziellen Auftraggebern bis hin zur Standortsuche und Personal-gewinnung professionell und nachhaltig begleiten.

Selbstverständlich kennen unsere Spezialisten vor Ort auch gesetzliche Besonder-heiten, steuerliche Regelungen und Fördermöglichkeiten in den jeweiligen Ländern - Grundvoraussetzung für ihren sicheren Marktauftritt im Ausland. 

Oft zeigt schon der erste Termin mit unseren Auslandskollegen das mögliche Potenzial in anderen Ländern nach-vollziehbar auf. Schritt für Schritt erfassen wir gemeinsam mit ihnen ihre Zielstellungen und arbeiten sofort an der praktischen Umsetzung - keine Anlaufzeit, keine Bürokratie, hocheffizient. Sprechen sie uns an, wenn sie internationale Märkte erschließen wollen und nutzen unsere Expertise.  

Anmerkung: Rainer Ptok wird zur Dresdner Weitsicht am 18.10.17 einen Vortrag halten.

Attraktive Unternehmen - attraktive Region

06.03.2017 Am 20.02.17 starteten wir mit dem Versand von Vertragsunterlagen die nächste Etappe der Dresdner Industrietage. Einige Unternehmen haben darauf schon gewartet, um in ihren Planungen die Tage der offenen Tür vom 15.-19.05.2017 fest zu verankern, zu denen Studierende u.a. in die Unternehmen eingeladen werden.

Diese Tage der offenen Tür sind ein Instrument auf attraktive Unternehmen der Wirtschafts-region aufmerksam zu machen. Das ist das Hauptziel, weil diese Unternehmen oft zu wenig bekannt sind.

Wir bauen in Verbindung mit der modernisierten Webseite www.dresdner-industrietage.de sozusagen einen starken Kanal, um den teilnehmenden Unternehmen Fachkräfte "zuzuspielen".

Je mehr Unternehmen sich beteiligen, je wirkungsvoller wird dieser Kanal und das nicht nur anlässlich der Tage der offenen Tür. Es ist ein durch die 

Gemeinschaft gebündeltes Werkzeug, das hilft die eigene Employer Branding Strategie umzusetzen. Auch getreu dem Grundsatz „Tue Gutes und lass andere darüber reden!“ stärken wir den Teamgeist des Mittelstands.

Vieles wird in Zukunft nur in Kooperationen zu erkämpfen und umzusetzen sein. Die Prozesse sind komplexer geworden. Deshalb geht es uns bei den Dresdner Industrietagen darum die Innovationsfähigkeit der mittelständischen Unternehmen auszubauen und dazu das Zusammenwirken mit den Hochschulen enger zu gestalten.

Alle Unternehmen die sich beteiligen, können sich als attraktiv bezeichnen, nur sollte das auch weit über die Grenzen der Unternehmen hinaus bekannt sein - auch in der Öffentlichkeit und in der Politik. 

Text: Wilfried Rosenberg, Leiter Kreisverband, BVMW

Wirtschaft hat mehr zusagen als Parlamente? - Mittelstandslobby um so dringlicher!

05.12.2016 Im jetzt von der Sächsischen Staatsregierung veröffentlichten Sachsen-Monitor, der Auskunft zur Stimmungslage gibt, bejahen 65% die Feststellung „Wir haben keine echte Demokratie, weil Wirtschaft und nicht die Parlamente das Sagen haben.“

Mal abgesehen von der Frage, wie sich eine echte Demokratie von einer anderen unterscheidet, suggeriert schon die Feststellung ein falsches und vor allem ein sehr undifferenziertes Bild, was aufmerksamkeitsgetriebene Medien gern aufnehmen.

Da wird geschlussfolgert, das Land ist gespalten wie lange nicht mehr. Ich denke, das es vor allem eine andere Wahrnehmung von dem gibt, was in der Wirklichkeit schon länger passiert. Frank Richter (Landeszentrale politische Bildung) trifft es eher „Die Gesellschaft hat sich stark polarisiert.“

Natürlich sind es wirtschaftliche Belange, die die Politik berücksichtigen muss, um die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass auch entsprechend 

umverteilt werden kann.

Zwar haben Unternehmen daran ebenso Interesse, aber generell geht es Politikern um die Interessen des Staates. Und das ist überhaupt nicht kritisch! Wenn aber eine solche o.g. Feststellung gesetzt wird, ist das auch ein Ablenkungsmanöver , um beim Bürger Freispruch zu erlangen. Und so entsteht auch ein solches Befragungsergebnis!

Nun gibt es bekanntlich „DIE“ Wirtschaft nicht und deshalb sind wir als Mittelstandsverband aufgefordert für unsere Interessen und damit ebenso um die Interessen der Regionen noch mehr zu kämpfen, in denen Mittelständler verwurzelt sind.

Deshalb bündeln wir in der Wirtschaftsregion Dresden die Kräfte, auch um eine noch wirksamere Lobbyarbeit machen zu können. Wo Mittelstand nicht präsent ist, findet Mittelstand nicht statt! Diese notwendige Nachhaltigkeit kann nur ein freiwillig organisiertes, parteipolitisch unabhängiger, branchenübergreifender Verband wie der BVMW leisten!

Dafür wird 2017, nicht zuletzt mit Blick auf die Bundestagswahl ein Meilenstein in unserer Arbeit gesetzt. Wir sind gut gerüstet und auf Mitgliederwachstum programmiert. 

Da sollen auch alle Mitglieder in ihrem eigenen Interesse nicht abseits stehen und sich mehr engagieren. Sie wissen aus ökonomischen Erkenntnissen, dass es immer „kritischer Massen“ bedarf, um echte Wirkungen zu hinterlassen. 

Redaktion: Wilfried Rosenberg.

Mittelstand hält den Standort hoch! - Erfolgsfaktoren nicht durch schwache Verwaltungen zerstören

Bisher ist mir noch niemand begegnet, der das vom Amtsleiter Wirtschaftsförderung Bautzen, Alexander Scharfenberg in der SZ vom 17.10.2016 gegebene Interview nicht sehr deutlich kritisiert hat.

Mittelständler fühlen sich in die Ecke gestellt, missverstanden, ihre wirklichen Probleme sind bei derartigen undifferenzierten Bewertungen in keinen guten Händen.

Die Chefs und die Mitarbeiter strengen sich an und dann redet ein Wirtschaftsförderer den Standort kaputt, um den Versuch zu machen die eigene Aktionsunfähigkeit zu verstecken. Und das in einer Zeit, wo gerade Politiker und Unternehmer um einen Imageschaden durch fortwährende, selbst hoch geredete Krawalle fürchten.

Nötig ist ein Schub an kollektiver Intelligenz, aber die Wirtschaftsförderung Bautzen demonstriert einen Zukunftspessimismus der einen kritischen Aufschrei von Unternehmern bewirken muss.

Ja, unser Denken und Handeln ist freilich noch tief im Industriezeitalter verwurzelt. Die Schere zwischen Technologien, die sich in exponentieller Weise beschleunigen und gesellschaftliche Institutionen, die sich im Schneckentempo bewegen droht weiter aufzugehen.

Die Herausforderung heißt, unsere wichtigste Ressource - egal in welcher Gegend - zum Durchbruch zu verhelfen: der menschlichen Schaffenskraft.

In Bautzen erscheint gerade jetzt das verloren gegangen zu sein. Ein bis 2014/15 wirkender Vorteil: Vielfältige regelmäßige Dialoge zwischen Stadtverwaltung und Unternehmervereinigungen finden seit Juni 2015 nicht mehr statt, obwohl Wirtschaftsförderung Chefsache werden sollte.

Ein Glück, das Wirtschaftsförderung an anderen Standorten in der Oberlausitz und z.B. in der Kreisverwaltung Bautzen bedeutend besser funktioniert.

Zum Glück sind in Bautzen mit den 40.000 Einwohner und den 1.570 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen noch genügend „Aktivisten“ am Werke, die den Standort auch jetzt noch zu einer Perle in Sachsen machen, die Beziehungen ins Umland pflegen und sich als Hauptstadt der Oberlausitz in der Wirtschaftsregion Dresden verstehen.

Wo werden die Vorteile genutzt, werden die überhaupt verstanden? Was soll die Stadt Görlitz sagen: Deren Unternehmen 47% der Umsätze von den Unternehmen in Bautzen machen? Und das bei vergleichbarer Unternehmensanzahl.

Von der Lage im Raum und der Entfernung zu Dresden gar nicht zu reden.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Als BVMW-Oberlausitz wollen wir dass die Perle Bautzen weiter entwickelt wird, weil das gut für die gesamte Region und alle Unternehmen ist.

In dem besagten Interview sind verschiedene Themen aufgeworfen, die Widerspruch erzeugen.

  1. Wenn die Gewerbesteuereinnahmen seit Jahren sinken, dann sollte sich ein Wirtschaftsförderer schon Sorgen machen, weil er gerade daran gemessen wird, wie wachsende Wertschöpfung (wirtschaftliche, soziale wie kulturelle) durch starke Unternehmen entstehen kann. Eine Blitzumfrage bei heimischen Steuerberatern zeigt allerdings, dass die meisten Mittelständler regelmäßig mehr Steuern zahlen. Von denen sollte die Wirtschaftsförderung wissen wo deren Schuh drückt. Seit der Wende hat Bautzen einen Hebesatz von 400% - das ist verlässliche Politik. Hier hat der Stadtrat verstanden einen Vorteil aufzubauen, der gerade zerredet wird.

  2. Die Ansiedlung von Großunternehmen im Landkreis ist nicht Hauptaufgabe der Stadt. Es ist sinnvoller sich am Erweiterungsbedarf der bestehenden Unternehmen zu orientieren, damit diese organisch weiter wachsen können. Dabei sollten auch in Kooperation mit Nachbargemeinden Angebote vorliegen, wenn die Möglichkeiten der Stadt nicht ausreichen.

  3. Den Standortnachteil Fachkräfte gibt es so allgemein nicht und schreckt auch keine Ansiedlungen ab. Die vielen Einpendler verschiedenster Art zeigen die Attraktivität der Stadt, diese gilt es auszubauen! Fachkräfte sind für Unternehmen auch weniger eine Frage der Masse, sondern eher der Qualität; damit auch die Unternehmen zukunftsfähig bleiben. Dazu gehört in städtischer Verantwortung auch das Angebot von Hausbau-Standorten, damit die Preise nicht in den Himmel steigen.

 

Wir könnten die Reihenfolge der unwirklichen Darstellungen fortsetzen. Es bleibt festzuhalten:

  1. Wie lange will sich der Stadtrat das noch bieten lassen?
  2. Nimmt das der Oberbürgermeister zum Anlass für Konsequenzen?
  3. Nehmen sich auch andere Städte das vor, um sich selbstkritisch zu hinterfragen?

 

Als BVMW Wirtschaftsregion Dresden sind wir jedenfalls bereit mitzuwirken über das Maß hinaus, was wir schon bisher leisten. 

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